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Der Aufstieg · 1930-05-01 · 2 (5.1930) · p. Seite 55

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Journal
Der Aufstieg
Volume
Band 1 (1930-1932)
Issue
2 (5.1930)
Date
1930-05-01
Page
Seite 55 (sequence 23)
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reist angesteckt lind und lieh gewöhnt haben, die Srhl«gworte West- und Ott» l'uropas für bare Münze der Propheten zu nehmen, nicht selten ist. Erst dann aber — nach Feststellung und Aufstellung — beginnt der Standpunkt, der einzigartige: «Wir haben im demokratisch »religiösen Westlande ein Schulwerk, durch S. R Hirsch angebahnt, erhalten, das es mit Jeder Profanschule aufnahmen kann, ohne ^K]* und mifl ■*> vernachlässigen^, wir können auch im Sowjetstaat« eine Kindererziehung hervorbringen, die den modernsten Methoden gerecht, bewusst orthodoxe Juden heranbildet.» (Die Redaktion des «Israelit» setst sehr berechtigt erweise diesem Satze ein Fragezeichen nach.) Und weiter: cWir müssen mit grösster Beschleunigung ans Werk gehn und 111 i a> dem russischen Judentum helfen: i n Russland mit von der russischen Regierung genehmigten Fonds Schulen für werktätige Nebenamt - üs12"\ um1 ~'"~'t' gründen. (Davon wird auch der Westen nachzulernen haben). Aber hier heilst es schleunigst Nationalökonomen, Pädagogen und Fachlaute auf den Plan, bevor es zu spät ist! ^fljjsK •'UTK N? CrTL, — Unnötig, solche NahetHt zu kommentieren. l"S(i KREIMTH EITEN. Ueberlieferungstraue Blätter im Osten: Man sollte meinen, dass doch mindestens sie nicht auf die offizielle freigeistige Legende hineinfallen, dass doch mindestens sie das Volk nicht zu der stumpfsinnigen Betrachtungsweise erzie hen, die unseren westliehen Juden, auch den orthodoxen. fast scheint es. hoffnungslos eingeimpft ist. Aber weit gefehlt: Da wird z. B. mit einer Art kindlicher — auf jiddisch gebraucht man ein weit weniger höfliches Eigenschaftswort — Begeisterung des Langen und Breiten erzählt, dass Irgendein sozialistischer Ostjude in irgendeinem südamerikanischen Staate der angesehenste Mann 'Ins Parlamentes ist. Oder es wird, offenbar, um einem dringenden religiösen Bedürfnis der Judenhelt abzuhelfen, die dreiviertel bolschewikische sozialistische "arte! eines mitteleuropäischen Staates, die u. a. unter ihren jüdische« Mitgliedern erfolgreich für den Auatritt aus dem Judentum agitiert, gegen einen "ligiösen Staatsmann, der den gläubigen Juden mehrfach entgegengekommen ist, in Schutz genommen. Und anderes dergleichen. Daa alles aber In ein- und demselben Blatte, dnwie es ja nur selbstverständlich Ist, anlässlich der sow- ."■trussischen Tollheiten tiefster Empörung und schwerer Sorge Ausdruck gibt. RITMAENIEN. .'•*; Die htillganisehe Abart des Antl«emitismu«,«eit jeher für Rumänien oharnVteris- »;"rh. flutet von Zelt zu Zelt In besonders heftiger Strömung über das!.and hin. So jetzt wieder. Erbärmliche Quasimenschen, von allen I-astem des Balkan und de» Levante durchseucht, demonstrieren mit ererbter Grausamkeit Ihr sittliches Pithos an Juden, die Ihnen gerade in den Weg laufen .Die Regierung Ist gegenüber diesem Treiben bisher nicht Ober unwesentliche Osten hinausgekommen. Habel sollen auch diese erst durch die vom rumänischen Gesandten In Washington signalisierte Gefährdung der amerikanischen Kredite veranlasst worden sein. Träfe dies zu, dann würde es beweisen, dass der Grad der Abwehr von dem Grade der Reinheit der die Abwehr bestimmenden Gefühle abhingt. 55

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