Der Aufstieg
- Journal
- Der Aufstieg
- Volume
- Band 1 (1930-1932)
- Issue
- 2 (5.1930)
- Date
- 1930-05-01
- Page
- Seite 54 (sequence 22)
- Belongs to
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SPORT. LinMchlige unter «Jen andern Völkern beginnen bereits die Gefahr su merk«n,die der Kultur durch den immer mehr anwachsenden Sportbi trieb droht. Warnende und verurteilende Stimmen haben sich bereits erhoben. Ks ist nicht unsere, der uberheferungstreuen Juden, Sache, ihnen mit unseren Argumenten iu sekundieren. Denn, was wir au dem Thema su sagen haben, geht, unserer Mentalität gemäss, weit Uber die Empfindungen und Wünsche selbst der warnenden und verurteilinden Nichtjuden hinaus. Diese wiesen, wie weit sie bei den Ihrigen gehen wollen, aollen und dürfen. Uns fehlt dieses Wissen und wir müssen uns daher hüten, nach aussen hin mit etwa gar noch politisch unterstrichenen Strafpredigten und Forderungen aufzutreten. - Gans anders, was unseren eigenen Kreis betrifft. Nicht etwa, dass wir da gar keine Unterscheidungen sollten machen dürfen. Im Gegenteile. Gesundheit und Lebensfreude fördernde Leibesübungen (Turnen, Schwimmen u. s. w.) sind — auch in, natui lieh gleichgeschlechtlichen, Gruppen — völlig einwandfrei, tftai ' i-t aber auch nicht Sport. Dieser ist erst dann vorhanden, wenn es sich nicht mehr um Forderungder Gesundheit und der Lebensfreude, nicht mehr um hannlos spielerisches Treiben handelt-, sondern um fiebernde Kampf- und Wettstimmung und wenn aus der privaten Uefaung eine öffentliche Angelegenheit geworden ist, die nicht mehr bloss die Uefaenden angeht, sondern auch ungeheure Massen, die sie in brutale Leidenschaftlichkeit versetzt, durch Aufreizung ihrer Gewinn»ucht korrumpiert und für ihr ganzes Leben zu aller Besinnlichkeit unfähig macht. Dass derlei, wo es sich bei jüdischen Menschen einnistet, alle Fundamente des Judentums unterwühlt, dafür sind genug traurige lie weise erbracht. Und darum gilt es auf der Hut gegen sich gelbst zu sein, dem hässlichen Ungeheuer auch nicht einen kleinen Finger zu reichen, damit es sich dann nicht die ganze Hand, d. h. den ganzen Menschen hole. -— STANDPUNKTE. Irgendwo in Amerika gibt es einen tKebbai», und Leiter eines cRebbais» - Scminares — wozu seinen Namen nennen? — der sich weigerte, gegen die Verfolgungen, denen das Judentum in Russland ausgesetzt ist, zu protestieren, «weil die Leute von der Jewsekzja der russischen Judenheit die orthodoxen Ideen abgewöhnen werden»... Und intolerant und fanatisch sind natürlich die orthodoxen Juden!... Im übrigen empfehlen wir diesen hundertprozentigen Gemütsmenschen einer hohen Sowjetregierung für das Amt eines staatlichen Grossin«juisitors von Russland. Aber auch in der Orthodosie ereignen sich Standpunkte... Da spricht im «Israelit» ein Anonymus «Zum sowjetrussischen Problems. Zuerst stellt er fest: «Daran, dass der russische Gewalt - Kommunismus etwas Unjüdisches und Unroligiosos Ist, soll selbstredend kein Zweifel gewagt werden». Eine Feststellung, gegen die sich nichts einwenden Hast. Dann stellt er die These auf, dass der Kommunismus nicht «erheblicher unjüdisch» sei «als der Ungeist Westeuropas, der uns vor 120 Jahren bedrohte» und «im grellen Lichte klarer jüdischer Ueberseugung schrumpfe der Wertunterschied zwischen Kapitalismus und Kommunismus auf ein Nichts zusammen». Eine Aufstellung, die selbst ein bisschen sehr nach dem Ungeist* Westeuropas riecht, aber in unserem ulkigen Zeitalter, we auch viele, viel su riete (sboriiefornngetroue Joden von diese« Un- 54