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Der Aufstieg · 1930-05-01 · 2 (5.1930) · p. Seite 53

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Journal
Der Aufstieg
Volume
Band 1 (1930-1932)
Issue
2 (5.1930)
Date
1930-05-01
Page
Seite 53 (sequence 21)
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Im Uebrigen hat Dr. C. C, der Ja auch die Gesundung der jüdischen Seele will, der Hauptsache nach offenbar auch einen «materiellen» Gesundungsweg in petto. Er ist nur vorläufig insofern im Vorteil, als er nicht verrät, was da« für ein Weg ist. Er schreibt am Schlüsse seines Artikels: cjude, Du willst gesunden'.' Du willst zurück zur Natur? Nein, noch viel weiter kannst Du gelangen. Muten in sie hinein kannst Du springen, kannst in ihr Dich erneuern, Freiheit, lobendige Kraft und Erlösung gewinnen. Atme mit in der lebendigen Atembewegung Deines Volkes, atme die Thora, erlebe sie als Atembewegung Deines Volkes, fühle Dein Volk als selbständiges Lebewesen atmen! Zurück in die Natur!> Sobald uns Dr. C. C. erklärt, haben wird, was die Judenheit eigentlich zu tun hat, wenn sie dieser seiner Aufforderung nachkommen will, wird Zelt nein, sich auch mit ihr zu beschäftigen. KROEMMIGKEIT IN STADT UND LAND. In der liberalen Monatschrift «Der Morgen» schreibt Emil Schorsch Uber «Jüdische Frömmigkeit in der deutschen Landgemeinde», wobei er seinen Beliachtungen «hauptsächlich die ländlich - jüdischen" Verhältnis*« Sud Westdeutschlands in der jüngsten Vergangenheit und in der Gegenwart» zugrundelegt. Der Verfasser ist offenbar von Ueberlieferungstreue weit entfernt, aber ebenso weit auch davon, sich die echtere Religiosität des Landjuden auf anderer als religiös - konservativer Grundlage vorstellen zu können. Und er legt so nicht nur für die Eignung der Ländlichkeit, echte Religiosität zu sichern, sondern unwillkürlich auch dafür Zeugnis ab, dass sie geeignet ist, im besonderen die Thorajudenheit in echter Religiosität zu erhalten. Umsomehr sollten sich unsere Thotatreuen Sätze wie folgende gesagt sein lassen: «Ländliche Frömmigkeit scheint ursprünglicher zu sein als städtische.. Sie entspringt der...... selbstverständlichen Naturveibundenheit»...... «Auch der Jude des Landes kennt den wunderbaren Duft des frischen Heus, mit dem er den Wagen belädt, kennt ucn Schweiss der Arbeit, empfindet die Befriedigung, wenn die Ernte eingebracht ist, fühlt die Dankbarkeit gegenüber der Macht, von der die Frucht seiner Arbeit abhängt und die ihm den Ertrag des Feldes gewährt hat. Hierin liegt eine der Hauptquellen ländlicher Religiosität. Der im Steinmeere der Stadt lebende Mensch' vergisst unter dem Eindruck der Technik zu leicht den ^^berechenbaren Hintergrund alles Seienden. Für ihn beginnt die Religion mit der I tage, oh es überhaupt.einen Gott gebe. Der auf dem Lande Wohnend«, der immer in unmittelbarer Verbindung mit dem Unberechenbaren bleibt, hat ein .selbstverständliches Wissen um den letzten Lebensgrund, So kommt es, daas trotz allen sogenannten Fortschritts die Frömmigkeit des Juden auf dem Lande sicher ruht in der steten Erfahrung des Göttlichen»...... «In der Stille der Natur...... kann die Menschenseele wachsen, kann der Mensch zu sich selber finden, zu seinem göttlichen Kern...» Und wenn sich unsere Thoratreuen dies »•rden gesagt sein lassen — vielleicht kommt dann einmal aus der Erkenntnis der Wille, alles aufzubieten, um einer möglischt grossen Anzahl von Juden die Naturverbundenheit, die unmittelbare Verbindung mit dem Unberechenbaren, <ha wohltätige Still« zu verschaffen. 53

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