Der Aufstieg
- Journal
- Der Aufstieg
- Volume
- Band 1 (1930-1932)
- Issue
- 2 (5.1930)
- Date
- 1930-05-01
- Page
- Seite 52 (sequence 20)
- Belongs to
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/ ■ Sphäre nur so gehoben werden, dass sie durch Umgestaltung hres materiellen Lebern, im Zuge dieses umgestalteten Lebens, gleichsam unwillkürlich und unmerklich auf eine Bahn gebracht wird, auf der es ihr leichter wird, den guten, und schwerer, den schlechten Neigungen ihrer-Menschen urid Vblkshatur ztl gehorchen, so dass sich ihre schlimmen Taten immer mehr und mehr vor den guten verkriechen, selbst die ganz Einsichtslosen und die ganz Verderbten in den Bann der herschenden Artung geraten und ihre gelegentlichen Auflehnungen da* allgemeine Bild der Menge als einer der Forderung des Ueistes immer metor unterworfene^ nicht andern können. Einwände, du>s ja dann von dem — für uns doch unantastbaren — Primat des Geistes und vom freien Willen, ohne den es ja keine innere Erneuerung gebe, nicht mehr gesprochen werden könnte, dürfen uns nicht beirren. Es handelt sich ja nicht um eine Unterwerfung des U«istes unter die materiellen Verhältnisse, sondern im Gegenteil darum, dass er — der nun einmal nicht im leeren, sondern im stofferfüllten Kaum wirkt — den Stoff tu bezwingen, die Verhältnisse sich gefügig zu machen hat. Und wieder, was wie eine Aufhebung des freien Wllens aussieht, ist in Wirklichkeit nichts anderes, als eine Schule, in der Instinkt und Einsicht der Menge in der Richtung der richtigen Willensbildung unterwiesen werden.» Im Uebrigen ist der angebliche «Grundsatz idealistischer Weltanschauung*, dass mejriala etwas Ideelles durch etwas Materielles hervorgebracht werden kann» in dieser recht populären Fassung ein irreführender Ej-satz für die weniger populäre Selbstverständlichkeit, dass die Idee und nicht die Materie das Ui schöpferische ist. — Diesem selbstverständlichen Grundsatz von der urschöpferischen Kraft der Idee, von ihrer Materie erschaffenden, gestaltenden und ordnenden Macht widerspricht nicht, daas sie nach ihrem Belieben oder richtiger zu ihren"Zwecken den verschiedenen Konstellationen der Materie die Fähigkeit verleiht, auf die Seele — den Exponenten der Idee in der Welt des Lebens — fördernd oder hemmend tu wirken. Und diese Fähigkeit anerkennen heisst nicht die idealistische Weltanschauung in Frage stellen, den Materialismus legitimieren. Selbst Dr. C. C. «singt» ja das «traurige Lied» von der «verschüttenden» und «verheerenden» Wirksamkeit materieller Einflüsse und kann daher im Grunde auch die Möglichkeit aufbauender und schaffender Wirkungen nicht leugnen wollen. Und es ist ja auch ganz unmöglich zu übersehen, dass in der ganzen grossen Reihe der seelischen Aufbaue und Abbaue von Völkern und Menschen nicht.einer zu finden ist, an dem die materiellen Einwirkungen nicht einen hervorragenden Anteil gehabt hätten — gleichgültig, ob es Einwirkungen des Klimas, der Bodenbeschaffenheit, des Berufs oder gar einer bestimmten: Gesetzgebung waren. (Braucht für den letalen Fall erst an di<> seelenknetende Wirkung des Mizwaua masataua erinnert zu werden!?)' Allerdings darf bei bewusster Auswertung solcher materieller Hebelarbeit für eine der Idee entsprechende Forderung, z. B. für eine VerUndJichungs-Aktion, nicht bloss der Hebel angesetzt werden und die Richtunggebung durch die Idee fehlen. Die Forderung selbst muss immer wieder im Namen der Idee verkündet, die Idee als Urheberin bezeugt werden. Das Heroische der Idee muss das Werk durchdringen, damit es nicht Mechanismus und Sentimentalität werde. So fassen wirä auf. Wenn andere, auf die Dr. C. C. auch hinweist, ihrer Ideologie ohne Idee dienen wollen, dann ist es ihre Sache. Wir identifizieren ans nicht mit ihnen. 02