Der Aufstieg
- Journal
- Der Aufstieg
- Volume
- Band 1 (1930-1932)
- Issue
- 2 (5.1930)
- Date
- 1930-05-01
- Page
- Seite 51 (sequence 19)
- Belongs to
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iu ngen die Zivil in* tiou unter der Religiosität der Judenheit, der thoratreuea Judenheit angerichtet hat und noch fortdauernd anrichtet, bedarf keiner Aualührungen.» Was bedeutet du» Andel es, am das« auch ei den angeblichen Weg der Menschheit nur für einen zeitweiligen und nur bia au einem gewissen Punkte luhienuen ansieht': Nur, daaa er nicht weiter, nicht an die Wendung aelb*t denkt, diu kommen muss, weil aie aui den heutigen Wirrungen heranreift und die lieh nur durch das Mittel menschlicher Tätigkeit, menschlicher Umkehr verwirklichen kann. Nur das« er unausweichliche, Notwendigkeit — «gewalt- . .1.1.e Lmbiegung» nennt. \ Doch Dr. C. C. begnügt aich nicht mit dem Argument der Entwicklung. Er greift die Verlandlichungsforderung auch mit philosophischem Geschütze an. Er schreibt: cWas aber vor allem von den modernen Naturpredigern ttbäraeinn wird, ist der Widerspruch, den sich die Idealisten unter ihnen, also auch die Thoratieuen zuschulden kommen lassen. Es gilt als Grundsatz idealistischer »teilanschauung, das* niemals etwas Ideelles durch etwas Materielles hervorgebracht werden kann. Wie kann a!.-o davon, dat.* der Jude oder irgendein anderer Mensch in eine andere Umgebung als bisher verpflanzt wird, andere äusse- " re Lebensgewohnheili'n als bisher annimmt eine Wirkung auf seine Seele erwartet werden'.' Wie kann man annehmen, dass die Seele infolgedessen ihren zivilisatorischen Panzer zerbrechen wird? Durch Verlkndlichung und ähnliche Massnahmen wird im günstigsten Falle das Schwinden der Religiosität verlangsamüSerden kommen, aber die Richtung ändern, aus Unr^ligiosem Religiöses gestairen, dies vermögen die Massnahmen niemals. Wer dies dennoch glaubt, steht vielleicht ihm selbst unbewusst dem historischen und wirtschaftlichen Materialismus nicht allzu fern; wer dies glaubt, der muas den Standpunkt einnehmen, dass die ökonomischen Verhältnisse einer Verländlichung, die materiellen einer Körperkultur, einer Luftunl Sonnenkur imstande seien die Seele und das Wesen des Menschen entscheidend umzubilden. Verläuft einmal die kulturelle Einstellung einer Gemeinschaft in der Richtung der Erstarrung des Seelischen und des Lebendigen, so kommt diese Einstellung in allen Lebenslagen zur Geltung, gleichgültig ob ein Gemeinachaftsglied Städter oder Bauer tat, ob er diese oder jene Lebensgewohnheit hat. Er fällt auch als Bauer allmählich der Zivilisation anheim.» Dem gegenüber möchten wir zunächst eine Stelle aus «Im Dienste der Verheissung» von Dr. Birnbaum zitieren. Dort heisst es (S. 47): «Eine anhaltende Aemierung zum Bessern in der innern Physiognomie eines Volkes ist nur dann möglich, wenn in ihm die Forderung des Geistes in ihrer Reinheit lebendig und le»>endig erhalten wird, und das bedeutet, wenn aus ihm heraus Menschen erstehen, die diese Forderung erkennen und verkünden und immer wieder verkünden. Aber anderseits ist doch auch nicht zu verkennen, dass die Uberwiegende Mehrheit des Volkes nicht nur nicht imstande ist, sich der Forderung des Geistes aus «ich selbst heraus zu erschliessen, sondern sie auch dann, wenn sie ihr verkündet wird, nur sehr schwer, unvollkommen und vorübergehend begreift; dasa sie unfähig ist, gegenüber der Dringlichkeit der Stoffes rück fallfrei dem Geiste die Ehre zu geben. Für sie muss also, wenn sie nur einigermaßen im Sinne des Geistes leben und handeln soll, der Stoff so gelagert, müssen die Dinge so gestaltet, die wirtschaftlichen, sozialen und anderen materiellen * V erhältniase so beschaffen sein, daas sie der Forderung des Geistes nicht widerstreben. D. h. die Menge kann für die Dauer in eine höhere seelisch-geistig« 51