Der Aufstieg
- Journal
- Der Aufstieg
- Volume
- Band 1 (1930-1932)
- Issue
- 2 (5.1930)
- Date
- 1930-05-01
- Page
- Seite 49 (sequence 17)
- Belongs to
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jetzt also plötzlich dl ei neue Gemeinden in die Erscheinung. Sie benötigen dringend ausser Talisssuis, Tefilin u. s. w. xu mindest je eine Sefer Thauro. Vielleicht erklart sich irgendeine grössere Gemeinde bereit) wenigstens etwas von loten überflüssigen Ritualien dafür herzugeben. «Halaptd» berichtet auch noch, >Ja»s zu Pessach in Belmonte ein Gottesdienst abhehalten wurde, bei dem zwei üer in Oporto zur Ausbildung weilenden jungen Marannen, Uenriuuea und Rodrigues, fungierten. (1) Mit der neuen Synagoge in Oporto soll, wie Herr Goodman, London, Herrn Cassuto schreibt, ein ständiges Zentrum für die jüdisch - religiösen Bestrebungen geschaffen werden, das von den Ifarannen im ganzen Lande, soweit sie mit dem jüdischen Leben in Fühlung treten wollen, anerkannt wird. BEMERKUNGEN. In dieser Rubrik xollen Geschehnisse auf ihren Hintergrund oder auf ihre Wirkungen hin in möglich.ster Kürze besprochen werden. Auch Bucherscheiimngen und sonstige literarische und künstlerische Ereignisse, die ja auch Geschehnisse im gesellschaftlichen Leben sind — doch, weil so betrachtet, ohne alle literatenhafte Ambition. Und es muss auch nicht gerade immer Neuestes sein, wozu wir unsere Bemerkungen machen. Wenn Aelteres da i*t,das auf noch Wirksames oder auf noch mögliche Wirksamkeit hinweist, so wollen wir es nicht deshalb übergehen, weil an seinem Beginn wir noch nicht da waren. V ON DER PALAESTINAFRONT. —=■ Wahre Hiobsnachrichten kommen — Schlag auf Schlag — von der Palästinalionl: Die arabisch-jüdische Spannung grösser denn je. Die englischen Absichten immer durchsichtiger. Die jüdischen Möglichkeiten im Lande immer enger. Eine Position von hoher Bedeutsamkeit für das Judentum in Gefahr, einem gigantischen Irrtum zum Opfer zu fallen... Und was das Schlimmste ist, das Prestige des jüdischen Volkes aufs' schwerste geschädigt, d. h. die Chancen des Antisemitismus wesentlich verbessert. Das« nun alle diejenigen, denen das modern geartete Palastinastreben zum Sinn ihres Lebens geworden ist, sich mit allen Fasern ihres Lebens dagegen wehren, ihre weitgespannten Hoffnungen aufzugeben, kann ihnen nicht verargt werden. Aber, dass soviele von ihnen ihrer Unruhe und des hereingebrochenen Unglücks glauben dadurch Herr werden zu können, dass sie sich nun erst recht sehr laut gebärden, beweist,,dass ihnen der politische Sinn, den sie als so sehr aufs Politische gestellte Leute eigentlich haben mussten, vollständig abgeht. Was soll es nützen, wenn sie ihrer Entrüstung über England, das sie bis vor kurzem nicht genug preisen konnten, mit den schärfsten Worten Ausdruck geben und gleichzeitig so tun, als ob es in der ganzen Sace auf die Araber gar nicht ankomme? Glauben sie wirklich, dass sich England dadurch umstimmen lassen und nicht vielmehr bewogen werden wird, auch die letzte Rücksicht fsllen zu lassen? Oder glauben sie, dass die Araber nicht Jeden Augenblick wieder beweisen können, wie sehr es doch noch immer auf sie ankomme? Oder wollen sie gar auf die Kulturwelt Hoffnungen setzen, die sich ihrer gegen England und die Araber annehmen werde, und darauf, dass sich diese beiden dann sofort in brennender Scham vor besagter kalturwelt verkriechen 4b