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Der Aufstieg · 1930-05-01 · 2 (5.1930) · p. Seite 38

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Journal
Der Aufstieg
Volume
Band 1 (1930-1932)
Issue
2 (5.1930)
Date
1930-05-01
Page
Seite 38 (sequence 6)
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feindlichen Zeitgeist als unmöglich -- aus Gründen, die schon vor Jahrzehnten Dös] |ov tief In der dem Fürsten Myschkin im «Idiot» In Hcn Mund gelegten erbitterten Feststellung aufgezeigt hat: « . . der \ r.r.st< cktrsu- Mörder, der kein i Reue könnt, weiss doch, dass er ein Verb r e eher ist, halt »eine Handlung also seinem Gewissen nach für schlicht, wenn er dieselbe such gar nicht bereut. Jeder einzelne Verbrech, r ist so; diejenigen aber ... wollen sich nicht einmal für Verbrecher halten, sondern glauben in ihrem Innen:, s;e hatten selbst Recht darauf gehabt, ihr Verbrechen zu begehen und hätten selbst güt daran getan.. > Und noch deutlicher zeigt diesen eigentlich jeden Kamttf unmögKcl mach nden in seiner Entartung so selbstgerechten Zeitgeist ein grimmiges Witzwort, das vor einigen Jahren der «Simpliz'issirnus» zu einer erotischen Zt ichnung brachte: «Früher genügte es, pervers zu sein; jetzt wird aber eine Weltanschauung dazu verlangt.» Demnach ergibt sich als das eigentliche Furchtbare der moderneu europäischen Geistesverfassung die Leichtfertigkeit gegenüber sittlichen Fragen, der Unernst in der Weltbetrachtung, die oberflächliche Schwatxhaftigkeit im Lösen der Welträtsal, die unheimliche Arroganz gegenüber jedwedem, der es sich in geistigen und-moralischen Dingen ni^ht gp.nz so leicht macht. Die Verspottung selbst -schon des bescheidenen FürmÖglichaltens unbedingter, ewiger Werte, die Freude an der Zerstörung aller festen Stützpunkte des Geistes, du Relativierung rieht nur der Welt, sondern sogar der eigenen Weltanschauung, wie sie ja auch zu den philosophischen '" def M'°r Ti:clit näher zu erörternden mathematischen Thesen der Relativitätstheorie reführt-hat — alle diese Merkmal des Geniessens des eigenen 7 «rstörungswerkes zeigen deutlich genug, welcher menschliche Grnndtriob in diesem Kampf gegen alle Autoritäten sich auswirkt: Weder Hats, Unglaube, noch sonst env menschlich jramer noch würdigere* Gefühl, sondern-die schabigste Selbstsucht in ihrer allerschäbigsten Abart: Die Bequemlichkeit N •'' la lie, Flucht schwächer\ün4 fe>ger Menschen vor dem Emstnehmen ernster,, unbequem »wstejF Fowlentngen, lässt diese Afer- «qhen gegen die hinter d»eseti Forderungen stehenden Autoritäten anrennen. Dass sie dabei die Lehren'von lauten zu befolgen meinen., die. wie Nietzsche, weit davon entfernt waren, es sich bequem zu machen, vielmehr eher durch allzustrenge Forderungen gegen sich selbst irre gingen, könnte da einfach ein Beweis sein, wie leicht edle Godsnken mlasbraoehl und veralljrew inert werden können. Al>er vielleicht :■;» dem doch nicht so? Vielleicht lag in dem Streben Nietzsches und seiner Sirmesgennsson schon der Keim zum un- W

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