Der Aufstieg
- Journal
- Der Aufstieg
- Volume
- Band 1 (1930-1932)
- Issue
- 2 (5.1930)
- Date
- 1930-05-01
- Page
- Seite 36 (sequence 4)
- Belongs to
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zwar aus thoratreuem Lager kommt,, aber ihnen doch nicht von ihrem Kehillo* und Partei Horizonte her eine gute alte Bekannte ist, dagegen sich gerne bei der Religion entrückten Kreisen Losungen ausborgen, die den Vorzug haben, gerade in der Mode und MassenartU kel zu sein; dass sie jede ausgefallene Phrase irgend eines radikalen Behelligen der Menschheit für hihelgeistig halten und darauf hineinfallen; dass sie auch in den religiösesten Angelegenheiten keine andere als bloss die politische Methode kennen; dass sie Kehillo-Zänkereien, die im tiefsten Grunde für die jüdische Gesamtheit gleichgültig sind, als SchiVksalsdinge des Judentums behandeln und sich in dieser Behandlung unsäglich wohl fühlen; dass sie die vorgeschriel>enen ritualen Pflichten mechanisch erfüllen, ohne das» sich ihre Herzen zu Gott erheben und für die Mitmenschen schlagen; dass sie sich zweiteilen in einen sozusagen jüdischen-MenschenT^der jene Pflichten erfüllt, und in einen wenig gelungenen (europaischen Menschen.der ganz gerne alle Eitelkeiten Furopas ahsoiviert^Blle seine Narrheiten mitmacht; dass sie Ideen anhangen un*-untereinander für sie werben, deren Verwirklichung an die Stelle der jüdischen Familie ein sexuelles Nomadentum setzen wurde?... Entspricht dies alles jener religiösen Wärme und religiösen Energie, die wir so nötig haben, wenn wir endlich einmal unserer Gottesvolkschaft gerecht werd'-n wollen?... ___________ _Nein, geben wir uns keinen Illusionen hin! So wie unsere Jugend jetzt ist, können wir auf sie nicht bauen.Es ist nichts mit der grossen Hoffnung, wirklich nichts. Es bleibt uns nichts übrig als der Glaube, der uns lehrt, dass wir — und unser" Berufung mit uns — nicht untergehen können, und aus diesem Glaul>en heraus eine leise, inbrünstige Hoffnung : .Waa hente nicht ist, kann morgen werden. Vielleicht wächst in dieser Jugend, die uns bisher so enttäuschte, doch schon neues heisses Lelvn heran. Vielleicht gibt es da doch schon im Verlxirgenen scheue schüchterne Vorboten eines neuen Geschlechtes, das dem heutigen Tohuwabohu von Dünkel, Trägheit.Zerfahrenheit. engen) Wollen, schmali m Können und Irstinktlosiirkeit entwachsen jj»in wird. Vielleicht, vielleicht! .... 36