Der Aufstieg
- Journal
- Der Aufstieg
- Volume
- Band 1 (1930-1932)
- Issue
- 1 (4.1930)
- Date
- 1930-04-01
- Page
- Seite 28 (sequence 28)
- Belongs to
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Menschen erscheinen sie — in seine Sphäre hineinwirkend — als von verschiedener Art.*1 ' 2. PBR MENSCH KKW.U.HLT Der Mensch — ein Einsamer im Reiche des Lebens, dem Tiere gleich und doch sein Gegensatz, einsamer Zeuge und Genosse des'ureinsamen Gottes .Ebenbild und Echo von dessen Schöpfung — crwäf&t i*t er. Erwählt, um Gott zu erkennen und erwählt, um. in ihm gesteckten Grenzen, am Werke Gottes mitzutun. Und auscrwählt unter den Metischenvölkern ist das Volk der Juden .nicht um seiner selbst, sondern um der Menschheit willen, um ihr Beispiel und Fuhrer zu sein in Erkenntnis Gottes und in Mittat an seinem Werke. Erwählt, um Gotf zu erkennen. Es ist kein Mensch, in dem nicht zumindest eine Ahnung Gottes, ein schwacher Ansatz zur Gotteserkenntnis - rfö«* - vorhanden wäre Auch Götzendienst und Gottesleugnung sind im Grunde nichts anderes als*Beweise für das Vorhandensein dieses von Unverstand, Nurveritand und Trotz fast verwischten Ansatzes. Aber von wirklichem Gotterkennen wird erst dort die Rede sein können, wo aus dem Innern des Menschen ein Ja hervorbricht — ein Ja, das einmal, aus der Tiefe eines religiösen Erbes von Jahrtausenden emporsteigend, die Offenbarung bestätigt, ein andermal durch Lebenserfahrungen, Geschichtsvorgänge und wissenschaftliche Erkundungen in einer geneigten Seele geweckt oder, wenn sonst schon wach, in seiner Kraft gesteigert wird?ein Ja, das Gott als den ewigen Wirker und Planer allen Geschehens, in seiner Allmacht-Allpracht sowohl als in seiner Allliebe erfasst. Erkenntnis und Erkenntnis sind nicht gleich. x Wenn ein Mensch Gottes sicher ist, ohne von seinem Wissen um ihn sonderlich bewegt zu sein, so ist das auch schon Erkenntnis. Aber man könnte dann wohl besser sagen: Es ist noch gerade Erkenntnis, ihre tiefste Stufe. Auf den höheren Stufen bejaht der Mensch Gott nicht bloss im kühler Feststellung^ondern er ist von seiner Herrlichs keit durchleuchtet, durchwärmt und durchrüttelt, fühlt seine Allnähe in den Weiten der Unendlichkeit und Ewigkeit, hat einem Weg .zu ihm. Dann erschauert er in Demut vor ihm und in Liehe zu ihm. Und je demütiger er ist, desto erschlossener sind seine Augen für Gottes Allmacht-Allpracht und für Gottes Allliebe. Und in je verzückterer Liebe er zu Gott hinstrebt, desto grösser ist die Sicherheit seines Weges zu ihm. Je mehr Demut vor Gott er hat und je mehr Liebe zu ihm, desto reicher ist sein Erkennen, desto näher ist er der höchsten Stufe, der Heiligkeit der Erkenntnis. 28