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Der Aufstieg · 1930-04-01 · 1 (4.1930) · p. Seite 21

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Journal
Der Aufstieg
Volume
Band 1 (1930-1932)
Issue
1 (4.1930)
Date
1930-04-01
Page
Seite 21 (sequence 21)
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l*rde' ruft in ihm, fast möchte man sagen, die Vision einer «Idee-Gestalt» henor und. von. dieser steigt er dann prüfend und einordnend tu den Einzcl-?a!len^ hinab, wobei er auch zur Feststellung von «Anmlschungen», fefi*ehstil»n kommt. Diese Methode bringt es mit sich, dass ihre Ergebnisse leicht in den Verdacht stark subjectiver Gefärbtheit geraten und sicherj sind manche Stilsortieruhgqn und -btrsehreibungen, manche Beobachtungen und'Urteile des Verfassers willkürlich. Allein ifn Grunde bietet sein rasch herausholender und kathegorisierender Blick viel mehr Gewähr für Richtigkeit als das übliche mechanische Zusammentragen statistischer Belanglosigkeiten. Besonders grosse Aufmerksamkeit ist in dem 'Buche dem Ausdruckest!) bei den Juden gewidmet. Sie werden in ihrer grossejyMehrheit. dc«n Erlosungstypus zugezählt, sind dessen Repräsentanten, wptfif es auch bei den andern Völkern erlösungstypische Exemplare gibt. (Interessant die Bijder solcher Menschen deutschen Stammes.) Der Erlösungstypus ist dem Verfasser sozusagen der Niederschlag des Kampfes des «Geistes» gegeji_ das «Fleisch» und sein Vorwiegen bei den Juden — eine Wirkung des Golus.'Ja, die jüdische Ausdrucksprägung selbst ist ihrem Ursprünge nach in der Hauptsache durch den Erlösungstypus— als denjenigen, der «den inneren Gang der jüdischen Geschichte im wesentlichen benimmt» — bewirkt. Dabei zeigt sich, dar* der Verfasser trotz seiner prinzipiellen Gleichwertung aller Stiltypen doch etwas gegen den Erlösungstypus ' auf dem Herzen hat. Son-t würde er nicht folgende Wort« schreiben: «Hier erweist sich nun zugleich,'dass W:r den Begriff des Jüdischen zu einseitig fausten, indem wir es nur im Ausdruck der Galuth - En. hung suchten. Es gab und gibt Gesichter heute /..Ii. unter der.auch innerli«. i mehr und mehr galutfrcien palästinischen Jugend.die nichts oder wenig von dieber Prägung zeigen und darum doch, wenn'eben auch in einer anderen Weise, ganz unverkennbar jüdisch sind. Hier offenbart sich eine zweite Möglichkeit, «jüdisch» zu sein in einem neuen und doch uralten Sinne, der — wo er I*« wusst wird — aus vorexilischem Geiste seine Nahrung zieht. «Gut jüdisch* zu sein in diesem zweiten Sinrie setzt ein Semitisch - Sein voraus und bedeutet also, von heute uus gesehen, eine besondere < Weise der Verbindung' und Auseinandersetzung vorderasiatischen Stiles mit wüstenländischem». Das* hier Beeinflussung von einer gewissen jüdischen Seite .vorliegt, ist klar, aber noch klarer, das sich .der Verfasser beeinflussen liess, weil ihm, der offenbar dem «Leistungstypus» angehört oder nahesteht, oder anzugehören oder nahezustehen glaubt, der «Erlösungstypus» von Haus aus wider den Strich geht Y~~""* Mit dieser Feststellung soll natürlich kein Vorwurf gegen ihn ausgesprochen sein. Es wäre lächerlich, ihm als Feindseligkeit gegen Juden und Judentum auszulegen, dass sein Stütyj), seine Art die Welt anzuschauen, ihm -ympathV scher ist, als unser Stiltip, unsere Weltanschauung. Er ist nicht nur nicht unser Feind, sondern einer von denen, die uns nicht Unrecht tun lassen wollen — er, der die seelische Entartung gewisser Juden dem Umstände zuschreibt, dai* nie als «Erlösungsmenschen einer Zersetzung ihres stilrehten Wertbewustseins unterliegen»; er, der sich gegen die Antisemiten wendet, weil sie verkennen, «dass jene seelisch Entartete eben Entartete sind und somit gerade keine kennzeichnenden Vertreter weder ihres Stiltypus noth des Judentums noch gar eines Scmitentums sein können». 2\

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