Der Aufstieg
- Journal
- Der Aufstieg
- Volume
- Band 1 (1930-1932)
- Issue
- 1 (4.1930)
- Date
- 1930-04-01
- Page
- Seite 18 (sequence 18)
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su tu tun. Nur Ut er, zumindest in seinem Buche, noch nicht xum festen Entschlüsse gelangt, wie er es besser, tun solle. Sein erster grosser jüdischer Berater, Elia Benamozegh, Rabb.ner in Livomo im'letzten Drittel des vorigen Jahrhunderts — der Mann ist eine Entdeckung für sich — riet mm, aussei - halb des Judentums, «Noac!:ide» zu bleiben und lur die grosse cnbachidische» Gemeinschaft zu arbeiten. Auch andere jüdische Persönlichkeiten aus verschiedenen Lagern, nieinten, das* er nicht übertreten solle, da er als Nichtjude besser auf die nichtjüdische Welt wirken könnt-. Wtnm Kate folgte er bis heute. Üb er ihm auch weiter folgen wird, steht dahin. Denn zu gross ist seine Sehnsucht nach vollem Jüdischsein und seine Liebe zu Israel. Im Uebngen nimmt er mit diesem Widerstreit in Keinem Leoen den Widerstreit zweier Programme voraus, die im Leben de„i Judenheit desto mehr hervortreten und sich bekämpfen werden, ja mehr h diese ihrer Berufung bcwusst werden wird. Gemeint ist der Widerstreit Zwischen dem Gedanken eines Judentums, das, für sich werbend, sehst Weltrcligion werden w.JI und der Auffassung des jüdischen Volkes als religiösen Kernvalkes der Mui-chheit. das die Aufgabe hat, durch Beispiel und Anstoss die anderen Völker der Wanihei immer näherzubringen und das, um dieser Aufgabe erhalten zu werden, eine eigene, nur ihm notwendige Disziplin mitbekam. Data Balliere, dessen Begeisterung für das Judentum mit jedem Jahre wuchs, von der Judenheit her so manche Enttäuschung erlitt, war zu erwarten. Wer hört sie nicht aus den Worten heraus, die er am Schlüsse seines Buches an die Juden richtet Wann werdet Ihr zu Wcrkleuten weiden, die sich de« Werkes bewusst sind, das* der Gott Eurer Väter durch Eucli in der Welt hat vollbringen wollen?) Ja, wann?...... STUMM GEBLIEBEN. MARCUS EHRENPREIS. — «DAS LAND ZWISCHEN ORIENT UND OKZIDENT, — Spanische Reise eines Juden. Mit einem Brief an den Verfasser von Alfred Paquet. Fünfunddreissig Text- und Tafelbilder, 1928. Welt-Verlag. Berlin. ' — . Es ist ein zwiefaches", was uns da Bucht bietet : Einerseits d.e Kindrücke des Verfassers,, der ein hellhöriges Herz und sehdur; tige Aufcrn hat, auf einer Reise in Spanien, Portugal und Marokko; andererseits die lebensvolle Darstellung eines gewaltigen jüdischen Geschehen. in der Gegenwart, -von dem wir keine Ahnung hatten, des Erwachens der poitugiesisehen Marnnnen ^- wir glaubten sie -schon längst tot — ihrer Erwcckung zum Judentum durch den Hauptmann Arturo Carlo« de Barro« BaMo. Sind jene I ii,drucke trotz der etwas su oft und su gleichförmig wiederholten und etwas zu literarischen Hingerissenheit, trotz ein wenig zu viel hervorgekehrter Modernität des Verfassers und trotz mancher gewagter Spekulationen Umi \olkerwesenheiten durchaus lesenswert — so sollte das Erfahren von diesem Geschehen für alle Juden ein Erlebnis ohnegleichen sein. Eine Welle ungeheuren Enthusiasmus' hätte durch ganz Israel gehen müssen. Leider aber hat all der Niedergang des verflossenen Jahrhunderts nur su gründlich nachgewirkt. Bis auf einige geringe Manifestationen ist das Volk Gottes Uber das Wunderbare und Uber den begna- 18 -