Der Aufstieg
- Journal
- Der Aufstieg
- Volume
- Band 1 (1930-1932)
- Issue
- 1 (4.1930)
- Date
- 1930-04-01
- Page
- Seite 14 (sequence 14)
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■*•**■ Aktnm im A«C« md Terikrren wir den Anwehlaas sieht. Hier müsste «in Weltbund «11er rviiKMMrtrr Menschen er.stehen, tun den iwampi der Gcwia.iensf reinen («Ken ein ruchloses System fluchwuruigcr (Jc»all aufzunehmen«. UoffCQti.ch findet die mit diesen Worten ausgesprochene Idee der iniericiigiosen Solidarität jetit nicht mehr das Schicksal, das n« fand, als etil unser Redakteur vor einer Reihe von Jahren in einem in Wien gehaltenen Vortrage absprach — dass man sie namüch als den Versuch' der Gründung einer neuen Mi.-cnreiiglon aus Judttnluui, Christentum und Islam veneuinuete. riv^licli, sie bat auch heut« noc;i solange keine besonderen Aussichten, alf man (Ii« Uloralreuen Lese* gleichtei- Ug mit dem «Reaktioiissgewüisel auf falsche Fährt« luim. WOHLWOLLENDE KRITIK KEIN ANTISEMITISMUS. Der Dichter WALTER lilAJKM, ein bekannter Gegner des Antisemitismus, war von der Ortsgruppe Hamburg des «Vaterländischen Bundei jüdischer Frontaoldaten» als Uedner für eine ihrer Versammlungen gewonnen worden. Dort brachte er in seiner Kede etwas vor, was nachher vielfach als Entgleisung bezeichnet wurde. Statt nämlich, wie dies hei solcher Gelegenheit üblich ist, so zu tun, als ob der Gegenstand ganz ohne Problematik wäre, gestaltete •r sieh neben Ablehnung des Antisemitismus auch eine Kritik der deutschen Judenheit. So bemängelte er u. a., uass gewisse jüdische Kieise, namentlich Schriftsteller, durch Mangel an Feingefühl du. llausiecht des deutschen Volkes verletzen und duss Juden in öffentlichen Dingen zu «ehr ai.s führend hervortreten. Es hatte nicht gerade ein Jude die Ausarbeitung der neuen deutschen Kelchsverfassung übernehmen müssen. Auch mit dem Grade des Deutschtums der deutschen Juden zeigte sich Walter Itloem nicht zufrieden. Kr fordert« sie auf, üch nicht .nur als Deutsche zu bekennen, sondern auch das Deutschtum zu betätigen, nicht nur äusserlich, sundein auch innerlich Deutsch' zu werden. — — Was nun insbesondere diese letzte Rüge betrifft, so ahnt ja der Mann gar nicht, dass er vielleicht nie Anlass gehabt hatte, die andern Rügen auszusprechen, wenn man sich eben nicht seit der Kmanzipation in den Kopf gesetzt hatte, von den Juden Vollblut Volksdeutschem zu erwarten und zu verlangen, ja, dass vielleicht noch heute eine Rückbildung der gerügten Fehler .möglich wäre, wenn man sich endlich die Illusion abgewöhnen wollte, daai aus der Preisgabe eigener, mit dem Ratio! der Welt verknüpfter GeschichtJ:rhke7r7"a.ndares als peinliche Misstände entstehen könnten, hatte man von den Juden die«« Preisgabe nicht gefordert — eine Forderung, die sie aelbU mit dem leiten Willen nicht erfüllen konnten, — hätte man ihnen ihren Stolz auf diese eigene Geschichtlichkeit gelassen, ja ihn ermuntert — gefahrlich konnte er bei der Unmöglichkeit sftaaUpolitischer. Aspirationen nicht werden — hätte man sie als Bruder im?ater)ande aufgenommen, statt sie, noch dazu ungeduldig zu Brüdern im Volk« züchten zu, wollen — al es wäre besser grk«.innen. Ihr HeimatagefUhl im deutschen Reiche wäre zumindest so fest und ihr liebevoll«s l&Wrasa« am Leben und.Schaffen des deutschen Volke» zumindest so stark geworden, wie sie heut« sind — nur ohne den Schaden, der heute auf beiden Seiten festzustellen ist. Doch wie dem auch sei — es wird wohl noch viel Walser den Rhein und die