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Der Aufstieg · 1930-04-01 · 1 (4.1930) · p. Seite 4

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Journal
Der Aufstieg
Volume
Band 1 (1930-1932)
Issue
1 (4.1930)
Date
1930-04-01
Page
Seite 4 (sequence 4)
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Menschen könnten nur Menschen sein. Gewiss! Wer verlangt denn mehr? Aber sie können es so oder so oder anders sein, je nachdem; was sie mit ihrer Cottesebenbildlichkeit beginnen. Sie können sie so misshandeln, dass sie nur mehr schwer zu erkennen ist. Sic können sich mit dem Munde zu ihr bekennen und in der Tat sie verleugnen. Und sie können sie in ihrem Leben so bewähren, dass sie wunderbar aus ihnen hervorleuchtet. Aber alle könnten doch nicht solche Menschen sein, aus denen die Cottesebenbildlichkeit wunderbar hervorleuchtet, Nun gewiss nicht. Aber für die Gesamtheit muss soviel Licht der Gotteseben- Bildlichkeit .zu erzielen sein, dass es nicht nur die Zahl der Vorbildlichen steigert, sondern auch an den anderen dieses Licht sozusagen verdichtet und noch an den Gefallensten und Verfallen sten mit einem Schimmerchen haften bleibt. -----—~ ■ ■---■. ■--!-„—i__. .- .___\ wt __■# *..',„•■ Und ward nicht insbesondere dem jüdischen Volke schon von seiner Wiege an der Auftrag mitgegeben, einen solchen Lichtkern in sich zu bilden und hierdurch für die Menschheit beispielgebend zu werden? Und wenn es diesem Auftrage bisher nur zum geringsten Teile gerecht geworden ist, ja jetzt weit weniger gerecht wird, als es ihm schon einmal gerecht wurde — da sollte man nicht an den alten Ruf Gottes: Heiliget Euch! erinnern dürfen? Da sollte man nicht mahnen müssen: Es ist Zeit! Wenn unsere .Mizwaus-Uebung nicht völlig ein Hohn auf den Geist der Mizwäus werden, wenn das Aus- - ' sprechen des Messiassatzes in unserem täglichen .Glaubensbekenntnis nicht ganz Lüge werden soll, wenn wir nicht sinken, sinken und versinken wollen, dann müssen wir. steigen, steigen, in die ilöhe kommen. Dann darf Thoratreue nicht weiter eine Art ruhiger religiöser Gesättigtheit, sondern muss unruhiger Durst nach immer mehr Goiteanähe und nach immer gottgefälligerem Leben, nach immer grösserer Messiaswürdigkeit sein. Dann darf Judentum fürder nicht sine Sache bloss, der Gewohnheit, auch nicht einer lieben Gewohnheit, auch nicht einer gewohnheitsmässigen Begeisterung sein. Dann dürfen wir es nicht zu einem Idyll erniedrigen. Dann müssen' wir es in immer neuen Schauern und in immer neuem Jubel als ein grosses und reiches Schicksal, als unser und der Welt forderndes Schicksal erleben. Wie wir aber dahin gelangen, wie wir über das Idyll hinwegkommen, wie wir wieder hellhörig für die geheimnisvollen Klänge' des icksals werden, wie wir unsere Gottesebenbildfichkeit volLaüsprä^- gen, vor allem, wie wir danach streben sollen? Nun, es gibt eine Antwort auf diese Frage. Wenn alle, die sich zur Erkenntnis unseres-r--^. 4 r

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