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Allgemeine illustrirte Judenzeitung · 1861-06-28 · 26 (28.6.1861) · p. Seite 206

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Journal
Allgemeine illustrirte Judenzeitung
Volume
2 (1861)
Issue
26 (28.6.1861)
Date
1861-06-28
Page
Seite 206 (sequence 6)
Language
German
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206 «« die» auch hei der bedeutenden Persönlichkeit kif tönern Zusammenhang, eine solche strikte Mtederuug h-t, daß man kein einzige- Hanplstiick aM HH siWsü?HrkMLu.׳ geschweige denn eine einzelne Stelle de- Blicht än^ ^em KtstttKnenGanae üthmen kann! •י anfflnnff und Gegner hat, so war Hü»»»'- Wer AnB »«» «UUn»>8in-«1M»B»»V »jMe»-. nt» rmvdr »O-gHam sagt Vom Wm:. ״Me; ttenrto •«MMii KImM dn>p^ fr*» am otkerpfcnet‘׳; seine GMertmter »eichen besonder« hcrvsernMN Ko»e-, BefmDapyi And JoHn Rüssel, nannten sein« Ächtche dch tzeürü<sch-<mk»»onifche, der die Interessen de- (Archeftkr nie# grchn. Doch erkennen selbst diese Gegner die nssge- »ein geschichtliche Bedentung Nirardo'S an. Unstreitig aber »ir» er von den «nsgezeichmetsten Staatstoirthen aller jetzt lebende« gebildeten Völker sehr Hoch gestellt» und in den renommirtesten Lehrbüchern derBvlkStoirthfchaft begegnen wir dem Rkcarrosschen Gesetze der Grnndrent e. Der-bedeutende ökonomisch - kritische Schriftsteller Carl Morr bezeichnet Ricard» als den Vollender der classischen politischen Oekonomie. Schließlich will ich noch da-Urtheil einevaterländischen ökonomischen Schriftsteller-, de- Professor Kautz. anfiihren. Wir wüffen, sagt derselbe, angesichts der hervorragenden Rolle, die Ricardo nicht nur in der Ent»i<kelnng rer Wissenschaft. durch die Gründung einer besondern und -edentenden Schule, sondern auch in der Bewegung des prakti« schen Berkehr- und Staatslebender Engländer gespielt, und angesnhtjene« bedentenden Einflüsse-, den er durch seine Schriften und Ansichten ans die Enlwi<krlnng deganzen neuzeitigen brittischen Wtrtbfthaft-mesen- (also mittelbar auch auf die ganze mit England verkehrende Gelt) ausgeübt bat, Ricardo, unbedingt als eine nicht nur literaturgeschichtliche, sondern auch allgemein geschichtliche Persönlichkeit anerkennen; eine Persönlichkeit, der man nach dieser Seite keine zweite, von ähnlichem Gewicht und von ähnlicher Bedeutung an die Seite setzen könnte! Dabei find Ricardos große Verdienste um die Wissenschaft, bei aller Mangelhaftigkeit im Einzelnen und Irrthümern i« Ganzen, immerhin so bedeutend, daß er schon diesen zu Folge entschieden aleiner der allergrößten Fachmänner, die die gesummte Entwickelung der Wissenschaft aufzuweisen bat, bezeichnet werden muß. So bildet z. Bkeine neue Tbeorie demateriellen WkrtbschastSSersthttlM',' tzllsi' uns einen ganz neuen fruchtbaren Einblick in die Gesetze ufid Ortr.ungen ces industriellen WelthauShalts ermöglicht; seine Docttin von rer Vrrlheilung der Edelmetalle in der BerkehrSwelt, und deren Zusammenhang mit der allgemeinen ökonomischen Weltlage, die uns den Gang des Bölkerhandels verständlich macht; seine Theorie der!:ationalen E tn k-omm en sth eilu n g, die uns im Hinblicke auf die Lage, den Zustand u»d die Entwickelung der socialen Bürgerklaffen, über, die Erscheinung des Sinken- und Steigens der Völker uud ihrer einzelnen Gliederungen vielfach aufklärt; seine Grundreuten -Theorie, »eine Bank- und G e l d l e h r e. die uns einen Einblick tn die eigentlichsten tiefsten Ursachen der Gestaltung der nationalen Erwerbszweige eröffnen. und zugleich zur Beseitigung vieler Uebelstände und falscher Maßregeln und Instituttonen in England Anlaß boten, endlich seine Lehre von den Steuern, die den Einfluß des StaatSbauShalteS auf die gewerbliche Entwickelung der einzelnen Stände vor Augen stellt, im Zusammenhänge betrachtet: unstreitig einen Ideen- und ErkenntnistkreiS, wie keiner der Nachfolger Smitb's und- Rtcardo'S in- und außerhalb Englands einen gleichbedeutenden für die Fortbildung rer BolkSwirtbschaftSlehre geliefert bat. — Auch werden manche Schroffheiten und Mängel der Ricardo'schen Doctrin in milderem Lichte erscheinen, wenn man die Zwecke und Tendenzen vvr Augen hält, von denen der scharfsinnige Denker eu-gegangen ist; so wird namentlich seine übertrieben gedrängte Kürze, seine dürre mathematische Abstraktion, seine fragmentarische, scheinbar unzusammenbänge Darstellung und die Richtberückfichtignng des Individuellen, Coucreten und Tewporellen darin ihre theilweise Entschuldigung finden, daß Ricardo überall nur dir allgemeinsten Grundsätze de« Verkehres klar zn stellen, überall nur das Allgemein« herauSzuhrben, in der Entwickelung seiner großen Gedanken immer nur den kürzesten Weg ohne Abschweifung «inzubalten bestrebt ist; und daß sein ganzes System (auch hierin 'mit dem Hegek'S, mit dem man ihn «egen seiner abstracten specnlativen Methode und glänzenden Dialektik verglichen bat, -übereinstimmend) einen solch LiU^Mderz. Pest» 26. Juni. Die Ueberreichüng der Stimmzettel zur Wahl der 15V Mitglieder der ronßftuirendrn Generalversammlung hat gestern stattgefunden. Die Bekhekligvng der WÄilcr kann eine beftiedigende genannt werden; efind, wie »an sagt, «ehe als 700 Zettel abgegeben worden; gewiß ein nngewShnlich Günstiges BerhSltniß im Vergleiche zu anderen ähnlichen Wahlakten. Zieht man eie nicht geringe Zahl von Abwesenden und Solchen ab. welche durch persönliche Verhältnisse, Krankheit u. s. w. an der Theilnahme verhindert waren, so ergibt sich nur ein geringes Bruchtheil Derer, die durch ihre Enthaltung gleichsam einen Protest gegen den Vorgang einlegen wollten. Jedenfalls ist die Zahl von 730 Wählern und charüher eine so resptktable, um alle im Ghetto-Jargon beliebten wegwerfenden Be- Zeichnungen, als: P .. .. köpfe u. dgl. im Vorhinein unmöglich zu machen. Bei der im Jahre 1858 stattgehabten Urwahl haben von 800 Wählern nur 400 gestimmt. — Zu den zwei seit Wochen schon cirknlirenden Listen ist in den letzten Tagen noch eine dritte, wie aus dem Sprechsaal des ״P. Ll." v. 22. d. M. zu ersehen , von den ,Strenggläubigen" ausgegangene gekommen. Wir glauben zwar nicht daß der Mainzer ״JSrarUf der Zu» fammenstellung dieser Liste seinen Beifall geben würde, müssen aber doch den Takt und die Liberalität anerkennen, womit in diesem Borschlage auch auf die nichtorthodorrn Elemente Rücksicht genommen wordrn. Kein glücklicher Einfall war eS hingegen von den Ordnern dieses Zettels, auf ein so ephemeres Schriftstück, wie ein Derzeichztiß von 150 Namen ist, ein solch hochheiliges Symbol, da- Palladium 2sraelS und der gesammteu Menschheit, die BundeStafeln mit den ,Zehn Worten", und noch dazu mit. nur den frivolen Witz heraus» fordernden Fehlern, drucken zu lassen. v. I,. Brün« ,' 23. Juni. Seit Kurzem ist das Gerücht verbreitet, daß der vielverdiente und gelehrte Herr Religlonsprofessor M. Stößel seine hiesige Stellung anszugebrn und einem Rufe auf einen RabbinatSpostrn -zu folgen beabsichtige. — Wem das Wohl der Jugend ernstlich am Herzen liegt, der müßte gewiß den Verlust deS ManncS bedauern, der sich durch sein wackeres Streben , und durch seinen BerusSeifer der Anerkennung jedes Verständigen und insbesondere der Liebe und Verehrung seiner Schüler im hoben Grade werth gemacht. Wie sehr Letzteres bei Herrn Stößel der Fall ist, davon gab eben ein am vorgestrigen Tage, als an seinem Geburtstage, stattgehabter Akt glänzendes Zeugniß. Die iSrael. Zöglinge deS Gymnaftüms und der Realschulrn nahmen an diesem Tage Gclrgenbeit, ihrem mehrjährigen Religionslehrer die Gefühle der Liebe und Verehrung so wie des Schmerzeüber die Aussicht auf seine Trennung von ihnen, in herzlichen angemessenen Ansprachen Ausdruck zu geben. Sinnige Geschenke, — worunter insbesondere ein von den Realschülern gewivmetrr prachtvoller mit passender Inschrift versehener Silber Pokal zu rrwähnen — als sichtbare Zeichen ihrer Wünsche und Gefühle begleiteten die herzlichen Ansprachen. — Möge diese von aufrichtigen jugendlichen Gemüthern dargebrachte Huldigung dazu beitragen, daß Herr Stößel dem Rufe kein Gehör grbc und seinem bisherigen Berufskreise, in welchem er viel des Guten wirkt, erhalten bleibe. Z. Mittelfrauke» in Bayer», 15. Juni. Da die'von Ihnen, hochgeehrter Herr Redacteur! redigirte Zeitschrift ,.Carmel. allgcm. illustr. Judenztg." auch hierlanrS Eingang findet und die maunigfachen Schilderungen ungarisch - jüdischer Zustände viele Theilnahmc erregen, so dürfte folgendefür Ihren ungarischen Leserkreis um so eher von Interesse sein, als eS eine Persönlichkeit brttifft, die tn den dortigen religiösen Parteikämpfen eine Zeit lang eine hervorragende Stelle eingenommen, — den Rabbiner vr. David Einhorn'in Amerika. — Auch Sie werden gleich nnerfahren haben, daß dersekbt gelegentlich des Anfstandeder Secesfionisten in Baltimore, Staat'Bit- \ *

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