Allgemeine illustrirte Judenzeitung
- Journal
- Allgemeine illustrirte Judenzeitung
- Volume
- 2 (1861)
- Issue
- 25 (21.6.1861)
- Date
- 1861-06-21
- Page
- Seite 196 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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»-glich sei, wtrv: — Hat fct* SUfit» euch w einer Stunde der Glchtetd«- Ui Volk zur »che »sk |mr Schmitze» DMatzut. ffäh- », Gott für dasselbe streite« »lrd. WatzeÜch der Zeßaad. t» ^e» »» uat gegenwärtig besiade», gebietet ei» gleiches verhalte, l Der Friede ist'-, was jetzt dringlich Roth thut! k'-u. fafymmts zur innern HeLorm der jud. Da- Ristvollen, der Lampf gegen vte Sffentl. i-r. Schule« — liiugue» wir uns diese Lhatsache nicht — ist bei all de» sege»sreichev Wirkungen dieser «it Anbeginn derselben ins Lebe» getreten, hat fortliestanden und besteht bis beute. Alle offiziöse» und privaUtcheu פי שבהך an die Lehrkörper, die ehr». Rabbütttte, die löbl. GemetndevorsiLabe und Znfpektorate harten und haben nur das theilweise Anrecht auf eine theilweise Glaubwürdigkeit. Die Reklame hat eben auch diese- Gebiet mit momentanem Erfolge betreten. Soll aber ein dauerhafter Friede zwischen den Parteien um uud gegen die Schule» zu Stande kommen, so muß. der hier vertretenen Ansicht nach, eine zweifache Reorganisation unserer Schulen »orgevommen werden. Diese müsst« 1. mehr das erziehliche Moment in sich anche^urn, als dteß «all» der politisch. Schulverfassnug. nach de» Norme» des Schulhallens, des Schulzwanges und der DiSzipliaarherkö»«lichkkite« ausreichend scheint: sie müssen gute Erziehungsanstalten »erden, welche den Beste» genügen und den jungen Nachmuhs selbst der dürftigsten Hütte durch gute Gesttmug heben und beglücke«; und sie müsse» 2. daallseitig gestellte Verlangen nach umfaugreicherrn Lelstungen im bebr. Sprall»- und ReligionSfachc befriedigen. Zudem ich den weiter greifende« Thetl des im I. Punkte Berührte» zur öffentlichen Besprechung hiuausschirbe, erachte ich es für nothwendig. da- Letztgesagte hier etugehend zu erörtern. Die ersten, Muster sein solleuden öffeutl. israel. Schulen der österr. Monarchie schieden den Sidur- und Eh«meschuaterrtcht. alsihrer «nwerth. völlig aus- Die privilegierte« und nicht pripilegjerteu Sl^rogare, die Ratechtsmea traten unter der Aegide des behördlichen Schutz!- ins jüdische Schulleben. Niemand verkennt die bedeutsame Wohlthat ihres Wirkens wahrend eines beinahe zwanzigjährigen UebergangeS. Das Buch der Bücber aber, die Bibel, von göttlicher Vorsehung ausersehen. Gewichtigeres denn einen SchulkatechiSmus zu bezwin. gen, trat mit dem Dollgewichte innerer Rraft immer mehr und mehr heran, drängte immer mebr und «ehr ans Zeit, Raum und Anerke». imng, bizu dem Augenblicke, da wir von allen Seite» den geeinigten Wunsch vernehmen: oprr! ירוין מדשן ביתך ונחל1 עדניך. Der Kampf zwischen der Bibel und dem-RatechiSmuS dürste in allen den Schulen für beeudet/rklärt »erde«, in welche« der Pentateuch weder zum mechanischen Triebwerk noch zur linguistischen Gymnastik verzerrt wurde uud wird, soUdern wo der Grundsatz gilt תורת ת׳ תפיסה — wo der Geist der GotteSlehre ganz erhalten wird. Alle Einwendungen, vie gegen ein völlige« Aufgeben der Katechismen erhoben werten. Keruben in eer Mangrlhaftigkeü des Bibelunterrichte-. Die mehr oder wenig, r logisch gegliederte Folgerung der Hauplstücke, Rapitrl und Abschnitte eine- Rrligt'onSlehrbuchrs geht bet aller Ge- «auigkeit neben dem Alles beregendr« Bibelunterricht für da- Rind spurlos verloren, und hätte auch die besteingeübte Orieutirung eines Schülers in irgend einem ReligionSlrhrbuchr viel geringere Bedeutung, als der gewandte, sichere Blick eines bibelbeschlagenen, kleinen Helden, der sich tu dem Ausrufe bewährt: .DaS steht in dem oder jenem Wochenahschuitt de- Pentateuchs" — de- Buches, das da ist daväterliche Erbe. Allein selbst mit rem gänzliche« Aufgebe« de- Religkon-lehrbucheuud mit der Eiutragung des ReligionSlehrfacheS in die Stdur? «ad Bibellehre ist dem zu erreichenden Zwecke noch lange nicht gedient; den« wenn wir auch wünschen müffeu, die Strahlen der Religiosttät solle, von der Bibel a«»gesandt werde», so bedürfe» eben dir Bibel uud die von ihr zu entsendende« Strahle« «ehr der Zeit und des Raumes um zu zünde» uud zu erwärme«, uud wen» wir die Elemente, Paragraph«, »ornach jene Lehrbücher unsere väterliche Religion vertbeilt haben, und welche der Bibellehrer als Religio«-- lehrer in ihrer Totalität nicht außer Acht lasseu dürste, auch «ur einen *חבור לסקר atme» wollten; so kau« dieser חבור doch »MD»« ftGß aus dem Anlaß gebenden Vers entstehen, sonder» ««f ln tMprechruder Zeü gemacht »erde». Worin liegen aber die Mittel, die nöthige Zeit zu einem so umfassenden Bibelunterrichte herbeizuschaffen? 1. In der Auflassung drr 1. Abschnitte der Sprach- und Lesehücher. oder — wo man sich für andere Schulbücher entscheiden sollte — der moralischen Erzählungen, sobald die nothweadige, durch viele vom Bibelunterrichte geförderte Sprechübungen und durch den speziellen Unterricht erzielte Lesefertigkeit hergestellt ist, welche überdies sich allem Weitern aaschließt. Man braucht nur einmal elner öffeutl- Prüfung augrwohm und nach einigeu Ercurfionen in der Bibel die Vornahme des Lesestücks ״die Mütze o. a." aufmerksam verfolgt zu haben, uud man wird der Ansicht beistimmen» daß man sich gänzlich der audiesen Lesestücken fließenden Moral entschlagen, oder sie der Privatlectüre der Rinder überlassen könne, um die Zelt zu Reelerem zu verweuden. 2. I« dem Vorbehalte, de» gesammien deutschen, ungarischen Sprach- und fachlichen BolkSunterricht, von wo an er außerhalb der zweckvieulichrn Vorbereitung durch Aaschauungs-, Sprech- und Denk- Übungen liegt, erst in den ober« Klassen vorzüuehmen, und vor allem das Hauptaugenmerk darauf zu richten, daß für die Bibel in den untern Rlaffen die ausreichende Grundlage, der hinreichende Anfang gebildet werde. Denn wahrlich! wenn vre Schüler in die 3. Rlasse mit einer nur unvollkommenen Lesefertigkeit de- Hebräische« und eine« nur dürftigen Rapital an Ehumesch (1—3 SidroS) übertreten, kann in den ober» Rlaffen doch nicht das nothweadige Endziel,תורת ח' תפישה, die ganze Thora, ja nicht einmal die ersten 4 Bücherder Thora könneu errungen werden, selbst da nicht, wo aüfreiem Antrieb in den ober» Klassen Lehrstunden hinzugegeben werden. WaS zwingt uns aber innerhalb der Jahre, da ras Rind schulpflichtig ist, in den untern Rlaffen mit der Einführung von allen Unterricht-gegenständen uns zu überstürzen, um in der 3. und 4. wieder von neuem zu beginnen, uud welchen ersprießlichen Erfolg hat das oft nur coutrare Spiel mit Deklination, Eonjugation, schriftlichem Rechnen rcdaS alles so weit eS für die Volksschule anpassend, in 2 — 3 Jahren gründlich abgemacht werden kann? Wir haben lange genug eS versucht, ta den jüdischen Schulen die ReligiöuSlehre, daS Lesen, Schreiben und Rechnen. den schrtstlichen Gedaukenausdruck und was noch dazu gehört, nach dem Lehrplane nicht biblischer Schulen unserer Richtung auf alle Schuljahre mit vollständiger Breite auSzudehnen, und den Bibelunterricht nur anbei zu halten und sehen daß hierbei der ureigne Zweck, u« dessen»- willen eS überhaupt jüdische Schulen gibt und geben sollte, nicht erreicht wird. — Sollten wir also nicht endlich das Thema umkehren?! Itattitit, 8. Ju»t 1861. e«(em«n «Stzl, Musterhauptschnl - Reltztvn-lehrer. Joseph Mmchi. Daß die Juden stets den Geist der Zeit in derjenigen Gegend in sich anfnahmen, wo ihre Wiege gestanden, und das Grab fl« erwartete, zeigt die Geschichte der Juden in der Provence während einer geraumen Zeit des finstern, abergläubischen und fanatischen Mittelalters. Die Provence war nicht nur wichtig für dir politische Geschichte von Süveuropa, als Urban IV. Earl von Anjou gegen Manfred zu Hilfe rief, ihm Sicklien zufprach. unv durch diesen Schritt in ten Angrlegeuhciten Italieneine Veränderung bewirkte, welche für die mittlere und neuere Geschichte die größte Bedeutung erhalten hat; sie war schon längst für die Cultur und Poesie des Mittelalterhöchst wichtig. Ritterschaft, Poesie, feiner geselliger Umgang ohne Roheit unv Völleret zeichneten die Bewohner der Provence vor allen andern Völkern auS. Alledieerhielt einen »och höher» Aufschwung, als im Jahr« 1167 di, Oderprovenre durch Heirat a» dakönigl. HauS von Aragonieu uuv Eatalonien kam, und so die beiden schönsten und gebUvetstru Lander rer damaligen Ehristruhett unter einem Haupte vereinigt wurde». Die Wiffenschafie» aller Art feierte» auch ihre schöasien Triumphe bet den Jude»; die Grammatik, die Poesie, die Philosophie wurden von ihnen gehegt uud gepflegt, »nd trieben die schönste« Blüten und Früchte; nur mit dem Unterschiede, daß t« Rretsc der Juden alle-