Allgemeine illustrirte Judenzeitung
- Journal
- Allgemeine illustrirte Judenzeitung
- Volume
- 2 (1861)
- Issue
- 24 (14.6.1861)
- Date
- 1861-06-14
- Page
- Seite 188 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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venkevve. praktische Schullehrer zugeben. Dies vorausgesetzt, so wollten wir meinen, vaß die ^Schulbibel" gerade nicht de« ,flüssigen Ton , sonder» umgekehrt eine streng philologische, worttreue lieber• setzung. eia möglichst gutes Anschmiegea an de« hebräischen Tert — natürlich ohne" jene historisch geworde»e« Jnterltnear-Barbarismen — liefern müsse. Wie anders sollen beide Sprachen in ihre« besonvern Auffass«ngS- und AuSvruckSweisen zur vergleichenden Anschauung des Kindes gebracht werden? Anderseits müssen wir doch dem Kinre Gelegenheit bieten, vas in der Schule nicht nur sachlich, sondern auch grammatisch eUxrnte Bibelstück auch außerhalb ver Schule renkend einüden zu können; dies kann aber nicht durch eine flüssige, als vielmehr durch eine fein durchdachte, worttreue Uebersetzung geboten werden. Was die Mitbedingung ,Volksbibcl' betrifft. glauben wir: eine Uebersetzung, vir hruir schulgerecht oem Kinde unpassend gearbeitet ist, könne morgen rem aus ihm herangewachsenen Manne aus rem Volte nicht unpassend werden. — In diesem Sinne bat Rabbiner Herrheimer in seiner Kolks- und Schulbibel Treffliches geleistet. — Es ist unsere Lache hier nicht, eines weile» a über viese» schöne Werk einzugehen; wir haben uns jedoch überzeugt. raß ein jeder venkenoe Lehrer, ver Herrhrimer'S Bibel beim Unlerricktt benützt, trotz mancher Stelle, die er nicht so streng in dieser Eigenlbümiickkeir übersetzt haben wollte, unS roch beisiimmen wirr. *ן Unfern vorhin geäußerten Wunsch wollen wir jerock nur auf den Pentateuch uno die e r st e n P r o p b e l e n bezogen haben, renn diese nur geboren eigentlich in eie KolkSschule. Uno erlauben wir uns bezüglich ver streng ichulgerechien AuSstalluag dieser Bibel folgende Punkte unmaßgeblich zu äußern : Erstens, anschließend an ras bisher Gesagte sollte streng philo- I sophiscke Worttreue. Anschmlegen an een bebräischen Tert, bcsonv-rs im _L, 2 und 4. Buch Mosis, eingehalten werden; renn viese Bibeltheile werden gewöhnlich in den ersten Schuljahren (Vorbereitung»- in rer ersten, zweiten, bezüglich auch in der dritten Klasse) also im frühem KindeSalter genommen, wahrend im dritten und fünften Bucke Mosis unr 2נב*א*כ -אשתי, welche Tbeile, mit dem im Hebraischm vorgeschrittenen Schülern (ver Dritten uuo vierten Klaffe) genommen werden, rer UeberfeyuugSton schon mehr flüssig sein könnte: somit wäre auch auf diesem Gebiete ein stufenweises Fortschreiten im Uebersetzungs style erzielt welche» uns alS dem harmonischen Gesammrumerrichle angemessen empfrhlenswenswerlh schiene. — Nebenbei sei es bemerkt, daß es uuseles Wissens an einer ähnlichen biblischen Geschichte für eie Volksschule in einem stufenweise fortschreitenden Erzahlsivle ganz fehlt, und vielleicht ist dieser Umstand nrrdl ver letzte Grund ees kümmerlichen Fortkommens dieses wichtigen Uarerrichlsgegenstanbes in unseren jüdischen Kolksschulen. Freilich ist es ein heikles Unternehmen, renn in der biblischeu Geichickte mimen die Schattirungen noch bedeutend ferner. als׳ in der Bibelübersetzung nach unr nach übergeben. Jedoch hierüber nächstens. Zweiten», wäre zu wünschen, die Uebersetzung sollte nicht, wie gewöhnlich geickiehl, dem bebräischen Lerie in gegenüber stehender Spal!e. sondern fortlaufend natürlich mit Bezeichnung der VerSnummern — hinter dem geendeten Textcapiral gegeben werden; viese Anordnung scheint uns dem renkenden häuslichen Einüben mehr Vorschub zu geben- TriltevS. konnte vielleicht io einer getrennten Schul• a u s g a b t jedem Buche ver Bibel ein entsprechendes Wörterverzeichnrß angefügl werden (?) — Was letzter« Punkt betrifft, müffell natürlick die Geldmittel zu Rathe gezogen werden! — Was wir uns hier bezüglich eer Bibelübersetzung zu äußern erlaubten. wracken wir sowohl vem einen als rem andern heiligen Unternehmen gegenüber aus; denn nach Ansicht unserer Wenigkeit — viese Ansicht haben wir aber von einem strengst orthodorea, in jeder Beziehung verehrungSwürdigen Rabbiner, der wirklich ׳םצד «:-*ותיו wie סצד ס־רתיו ein גדוד בישיאל ist, bestätigt gehört — kan» eine Bibelübersetzung für Schule und HauS in Beziehung auf Religiosität, wenn sie nur nicht absichtlich missionaris »*verunstaltet und gefälscht ’) SLave, vaß die äußere Ausstattung diese«, der weitesten verbreit«»- | wäre . St,: >c vieler zu wünschen üditg läßt. ist, kein Unheil bringen; denn eine wirkliche הוראת הלכה könne« und dürfen wir weder aus der Bibel noch au» den beigegebenen Commentare« nehmen, und wer wirklich hieraus eine« פסק הלכה holt, dem ist jede Bibel gleich. Hinwieder die religiöse» Erklär»«, ge», die den Dibrlunterricht in der Schule unzerttennlich begleiten müssen, sind ohnehin rein dem betreffrudev Lehrer anvertraut, so» mit muß eigentlich in religiöser Beziehung nur dieser gut gewählt werden. Die Bibelübersetzung dagegen, wenn, wie vorhi« gesagt, sic »ur nicht absichtlich verunreinigt und sonst nur streng schulgerecht für unfern Zweck gearbeitet ist. glauben wir mit ruhigem Gewisse« darüber sage» zu können: אלו ואלו דברי אלקים היים! — Verbs (Reutraer Lomttat). Isrstls Treue. Wie lang' noch wird man treulos schelte« Dich mein Volk, so «reu bewährt? Wie lang' noch wird die Schmach vir gelte«, Die vernichtend an dir zehrt? Hat je ein Volk gleich dir gestritten Für de» Glaubens heil'ge Macht; Hat je ein Volk gleich dir gelitten. Weil ben Treuschwur es bedacht: Dort in ver Wilvniß grausen Schrecken, Wo ver Schakal gräßlich heult; Dort in des Sandmeers wüsten Strecken, Wo der Tov so grausig wellt; Dort in dem Sonnenland rer Palmen, Wo zum Meer ver Jordan rauscht; Wo seines großen Sängers Psalmen Andachtsvoll mein Volk gelauscht; An Babels silberhellen Strömen Go der Harfe Saitrnspiel Der Sehnsucht Schmerz nicht könnt bezähme«, Scheuchend jeglich Trostgefühl; Selbst :n der Zeiten schwersten Nöthen, * Als des Wahnes Schreckeusmacht Jehovas Volk in Staub getreten, HasseSgluten angefacht: Hat immer doch mein Volk gehalten v Seine- Eides heil'ge Pflicht; Vertrauend seines Gottes Walten, Wankte seine Treue nicht. — — Warum so treu, du Volk der Leiden, Deincs GotteS Machlgeboth? Warum so treu in Glück und Freuden, Treu trotz Schwert und Flammentod? — AlS einst am Sinai ich gestanden Angelobend Pflicht und Eid, Da batte mich von eh'rnen Banden Meines Gottes Huld befreit. Und was dort unter Wunderzeichen Ich als freies Volk gelobt, Davon kann nimmermehr ich weichen, Wie ver Zeiten Sturm auch tobt; Für ihn. der durch deS Schtlfmeers Flute« Mi» zur Freiheit hat geführt. Für ihn mag freudig ich verbluten, Ihm׳ nur solche Treu' gebührt! Heinrich Reis. Zar AddÜdM-. 9tux wenige Städte der Welt haben ihre hervorragende Bedeutung so bewahrt alS Damast«». Schon i» Abrahams Zellen (I. Ms. 15) also beinahe vor 4000 Jahren gekannt, ist es noch heute eine der schönsten und herrlichsten Städte im Morgenlande. Sie zählt