Allgemeine illustrirte Judenzeitung
- Journal
- Allgemeine illustrirte Judenzeitung
- Volume
- 2 (1861)
- Issue
- 23 (7.6.1861)
- Date
- 1861-06-07
- Page
- Seite 179 (sequence 3)
- Language
- German
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״ 179 Ehaji« 134 §. 2) bafirt, da- Emporhrben der Tvra mfc dem üblichen .Nsoß -arora" vor dem Ablesen der Tora, dem trügt man »eine Rechnung, weil ein unfchnldige- ונהגי de» Rema i« Weg ist, obwohl M> Abr. (daselbst) fichtbar an den 12nv fich hält; dafür aber steht man durch die Finger — abhelfen muß man; Nagen, in Irremtaden stimme« nützt nicht« — daß da- Pvbltk«« großenthrN-, heim Abkesm de» Wochmabschnlttr-, den Tempel vrrlüstt, wenn auch Talmud und Schulchan-Aruch (Brrachoth 8, Tur O. Eh. 146) so sehr dagegen eifrm, daß sie hier die Btbrlstelle anwenden: ,Wer Gott verläßt, der geht zu Grunde." Aber, warnm verläßt da- Publtkum den Tempel? Weil mau nicht achtet auf dm Grundsatz de- Talmud »Achtung vor dem Publikum", weil man diesen Akt so in die Länge zieht, daß da- Publikum ermüden muß. In welche- Gebiet hat mich meine russische Brochure *) hineingrbracht 1 Aber ich will im Geiste derselbm nur noch eine wichtige Stelle, wichttg für Staat, Religion und Hauaudem Schulchan-Aruch citiren: ,Wer einen erwachsenen Sohn verletzt, dm lege man in dm Bann, dmn er hat überttrttn das Verbot. Du sollst dem Bltndm keinen Anstoß in den Weg legen." (Jore Dra 240, 20.) Diese- Wort bedarf keine- Commentars, verdient aber Blherzigung allerorts und allerseits. Ire bolksbnühschaülichen Ideen und Ansichten der alten Hebräer. (Schluß.") Bon den einzelnm Hauptzweigen der National-Produktion und Industrie erfreute fich der Ackerbau stetder höchsten Achtung und Berehmng. indem er nicht nur in religiöser Beziehung hochgehalten, sondern auch als Grundlage deganzen Staat-- und Gesellschaft-- bauebetrachtet ward. So finden wir rin dem rvmtschm ganz ähnlicht- Lob der Landwirthschaft bereitbei Mose- (I. 3,17,18, 21, 83) aleiner ebenso nothwendigen alanständigen und edlen Beschäftigung-weise. Ebenso wird der Ackerbau empfohlen und angeprtesen in den schönen Stellen bei Salomo Pro». 24, 27, 28. Maccab. 1. 4, 8, 12. Könige II. 25, 7, 1. Strach 7, 16 und in jenen Worten degroßen Psalmisten, wo er den Segen und dm Glanz demessianischm Reiches mit dem blühenden Stande de- Ackerbaues in unmittelbare Verbindung bringt (Ps. 71, 16). Hiemit stehen dann auch i« Beziehung jme lauten Klagen über Ungleichheit de- Vermögen-, über die Arcumulation großer Befitzthümer in den Händen Einzelner, über den traurigen Einfluß dieses Zustandeauf die Erhaltung der Sklaverei und de- ElmdS rc., die wir bei Micha II. 2, Jeremias XXXIV. 13 ff-, und Jesaia» V. 8, und Andern finden. — Bezüglich drS Gewerbewesens finden wir die Ansicht mehrfach ausgesprochen, daß die Gewerbetreibenden zwar eine nothwendige Menschenklaffe seien, ihre Beschäfttgung jedoch mit den höhern fittlichen und socialen Zwecken de- Menschen nicht ganz im Einklänge stehe. (Strach 38, 25—24, 38, 25, 24.) Was den Handel und Verkehr betrifft, so war auch dieser, schon in Folge der mosaischen Gesetzgrbung, welche die Juden von jeder Berührung mit dem corrumpirenden Hetdenthum fern halten wollte, kein besonder« geachteter Erwerbszweig, und find die Kaufleute als diejenigen bezeichnet, die man de- BettugS, der Falschheit und der Habsucht am fähigsten hielt, so z. B. bei Job, der die Handelsleute durch ihren Wunsch nach Reich thümern alle Schranken mkßachtm läßt, bei Strach 26, 28 und an andern Stellen, wo der Gebrauch guten Maaße- und Gewichte-, Ehrlichkeit im Handel und Wandel angepriesm, von Uebervortheilung und zu hohm Preisen abgemahnt, die Anpreisung von schlechter Waare für verwerflich erklärt wird, insbesondere aber jede wucherische Bedrückung strengstens verboten und gebrandmarkt erscheint. (So z. B. bei Mose- III. 19/35, 36. V. 35. 13-16. 25, 12-16. 33. 19. Sprüche 11, '26. 20. 14. 16. 11. Micha 6. 10-12. AmoS 8. 5. 6. Ezechiel 18, 8. Hosea 12, 7,45, 10. Strach 42, 45.) In der ältesten Zeit war insbesondere jedes Geldvrrlethen auf ZtnS untersagt und als Wucher bezeichnet, während später, insbesondere nach der Rück- '1 Dft liter. Kritik will die russische Abkunft dieser Broschüre in Frage stellen. (Red.) "1 Siehe Nr. 22. i - kehr aude« Erile, da- Verbot nicht beachtet ward. (Moses Srod. 22, 25. Levtt 25,35 ff. Deute,«,. 157 ff. 28, IS ff. Psalm 15, 5. 108, 11, 112, 5. Sprüch». 88. 8. Jmamia» 15, lO. Hssek. 18, 8. Rehemta 5, 1 ff ) Mit besonderer Strmge wurde die« geltmtz gamacht gegen jme Wucherer, die da- Kor» verberge» uud verflucht find mwer dem Volke (S-prüchw. 11, 17, 26), sowie mich geg», «St jme hmtthrrzigm Gläubiger, die ihre Sch«1d»tr bedrückm, dmch Pfändnug de- Not Hw endig ste« beraube», obwohl übrigende» Vorgendr» seine Schuld rechtzeitig abzutragen strmgstmzur Pflicht gemacht wird. (Mose» II. 22, 26. V. -4, 6. Ezechiel 18,17, S, Psalm 36, 21, Sirach 29, 2, 4.) Wucherer u»d Betrüger »erd» ondlich auch die genannt, die den sauer erworben» Loh» ihrer Nrboiirr uud Knechte zurückhaltm oder schmälern, so bei Mofts III. 19» 13. TobtaS 4. 5. Sirach 10, 6. 7. 22. 34. 24. Jerem. 22, 13. - Dwselbe sittliche Richtung der Anschauung finde» »tr in Hinsicht auf Sparsamkeit und LuruS. Mäßigkeit und Berschweudung, uammtiich auf da- Verhalt» den Arm» und Nothleidende« grgrnüber, iudem da- Almosmgebrn und die Uuterstütznng der Armen «lei« gvttgefällige heilige Handlung, Hartherzigkeit htngegegen aldie strafwürdigste, schwerste Sünde bezeichnet wird.-Schließlich ist noch zu bemerkrn, daß bet dm Hebräern ׳die SNaverei «1« so hart und drückend war, wie brt andern altorientalischen Völker«; daß bezüglich der Bevölkerung viele Kinder für rin Segen Gottetzehaltm »urdm, daß die gesammte Gesetzgebung, und selbst ein großer Theil der religiösen Bor« schristm und Bestimmungen, die Förderung, Sicherung «od Erhaltung des wirthschaftlichen Wohls zum Zwecke gehabt hat. So wett Herr Professor Kautz. Nicht ohne Absicht habe ich über diese- Thema ein» ehr ist« lichen Antor sprrchm lassen. Ich glaube selbst durch diese unpartetische Quelle zur Genüge gezeigt zu haben, wie bei dm alte« Jydm wtrihschastltche Grundsätze auf sittlicher Basttu ihrem staatlichen Leben wurzelten. Daß der Ackerbau bet dm alten Jud» in großem Ansehen gestanden, erhellt auviele« Stellen der heil. Schrift, und hat keine Nation ein schöneres und herrlichere- Ackerbau ge setz aufzuweisen, aldas der Jude». Diese- Gesetz lautet: ״Wenn ihr aber ein Land erntet, so sollt ihr nicht gar auf dem Felde etnschneiden, auch nicht allegenau auflesen, sondern ihr sollt es den Armen und Fremdlingen lassen!!" In den folgenden Artikeln werde ich Nachweisen, daß seitdem die Nationalökonomie zur systematisch» Wissenschaft fich herangebtldet, der Jude nicht der Letzte war, der diesem wichtigen GrGete seine Getste-thLtigkeit zngewand» hatte. Pest, 4. Juni, am Geburtstage ״Adam Smtth's. Mor. Jelliuek. ie Mahl and der Derni der künftigen israel. GememdebertntnnA m Pest. Die Wahl der Repräsentanz, — oder wie sie in den Statuten genannt wird, der Generalversammlung — für die Pester CultuSmeinde nimmt bereitihren Anfang. Nach der hohm Bedmtung der Sache sollte Jeder von unohne Ausnahme fich bestreben, sie durch seine eigene überzeuguugstteue Mitwirkung zu fördern. Ohnehin ist enur einige Aufmerksamkeit und eine geringe Bemühung, wadazu erfordert wird. Die Ursachen, warum den Zuständen der hiesigen Gemeinde, ttotzdem bet deren Leitung einige wackere Männer ihr Bestes thatm, bisher von den Gemeindemitgliedrrn im Allgemeinen dennoch so wenig Thetlnahme zugewrndet. so wenig energische Unterstützung geboten wurde, und warum auch für die eben in- Werk gerichtete Neugestaltung eine allseittge, kräftige, der Erhabenheit de- Zieles würdige Mitwirkung kaum zu erwarten steht — die Ursachen liegen wohl auf der Hand. Sicherlich aber wäre wenigstens jetzt die Anfühmng und Auseinandersetzung derselben nutzlos; damit wird dain der Bildung begriffene Bertretungsorgan, wenn es nur einmal ins -eben gerufen sein wird, fich bald befassen, wenn nicht gar sein» Thätigkeit beginnen. Desto zeitgemäßer und zweckvimlichrr abrr dürfte »S sein, *