Allgemeine illustrirte Judenzeitung
- Journal
- Allgemeine illustrirte Judenzeitung
- Volume
- 2 (1861)
- Issue
- 21 (24.5.1861)
- Date
- 1861-05-24
- Page
- Seite 167 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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•י 167 anderseits aber auch seinem Beispiele zu folgen und da« Werk selbst in ׳die Gelehrte« . Republik und in die Gesellschaft aller Mäeenaten unserer Wissenschaft hiermit einzufahren. Unter de« beschetdrnen Titel: ,Beiträge", enthält da« Werk höchst wichtige Aufschlüsse über die bedeutendsten Fragen de- Iudenthume» in historischer und dogmatischer Beziehung, als: Rabbtut-muin seiner Entwickelung, der Messiasglaube re. re. Alrother Fade« zieht sich durch da- Ganze der Nachweis, daß die Hierarchie im Iudenthume nie Wurzel gefaßt, daß GesrtzeSkunde und Wissenschaft im Iudenthume immer böher als angeerbte Priesterwürde gestanden. ES sind in dem Werke die Forschung»׳Resultate eines ganzen Lebennietergelegt und der gelehrte Verfasser hat. wie aus dem kurzen Vorworte seine« Sohne« hervor geht, fast bis zum letzten Leben-Hauche. daran gearbeitet Eingedenk de« Spruches unserer Weisen: ״ אין טשיבין את הארי לאחי■ מותוMan darf den Löwen nicht bekämpfen nach dessen Tode", enthalte ich mich jeder eingehenden Kritik selbst in den Punkten, wo iä» mit dem frl. Verfasser nicht ganz übereinstimme. Ich beschränke mich daher blos auf obige Erpofition und auf die Bemerkung. wodurch ick dem Urtbeilr der Gelehrtenwelt durchaus nicht vorzugreifen beabsichtige, daß dieses Buch gewiß von Dielen mit Befriedigung gelesen werden dürfte. Ich erlaube mir aber zugleich, dasselbe der Thcilnahme aller Freunde und Gönner der jüd. Wissenschaft anzurmpfehlen und dies um so mehr, als dasselbe das einzige Dermächtniß ist, welcheder sel.. im Lebe» nur seinem pädagogischen, heiligen Brrnse nachstrebende Verfassrr seiner betrübten Dittfran hinterlassen konnte. Durch die An schaffung dieses guten Werkes wird zugleich ein doppelt gutes Werk geübt: Die Beförderung der, wie eine Waise ohne A n n e h - mer dastehenden jüdischen Literatur und die Unterstützung einer ver lassenen Lehrerswittwr. Vermischte Nachrichten und Iotizen. Pest. Die von dem großen Patnoten Franz D e:> k in seinem Adresse-Entwurf angrdeutete Notdwendigkeit einer Aenderung der bisbertgen Gesetze, im Sinne der Gleichberechtigung aller RcligionSgenoffenschaften. ist im bisherigen Laufe der Debatte von den meisten und vorzüglichsten Rednern des Unlerbauses anerkannt worden; am klarsten und deutlichsten von A u g. T r e f o r t und vom würdigen Sohne des ״größten Ungars." Des Ersteren am 22. d. M gesprochene Worte lauteten also: ״Wir müssen dasselbe (das Prinzip der Rechts- ״gleichheit) auf die Religionen derart auSdehnen, daß im Lande keine ״Volksklaffe sei, welche aus relig. Rücksichten, von der Ausübung ״der bürgerl. und politischen Rechte ausgeschlossen sei, — so auch die ״Israeliten nicht." Da» Plaivoyrr für die Emancipation auS rer ״Maiden epeech״ des Grafen B. Szechcnyi am 23. d. M.» welches unS erst beim Schluffe des Blattes zukommt, werden wir in nächster Nummer mittheilen. f. — — Dcr bei virleu Lesern dieser Blätter durch seine trcfflichen Beiträge noch im besten Andenken st, hende Herr M. Hat sch ek veröffentlicht demnächst eine metrisch-getreue deutsche Uebertragüng der gesammelten kleinern Gedichte degefeierten Arany Jänos; wozu auch Pränumerationseinladungen circuliren. So weit uns Einsicht in das ungefähr 250 Druckseiten bildende Werk zu nehmen gegönnt war, können wir nicht umhin selbes allen Freunden der Literatur und besonders den Verehrern der vaterländisch.:! Poesie aufs wärmste zu empfehlen. ® ״Ter Kascizer Magid׳, ein Roman in 2 Bänden, mit Illustrationen von L. Horowitz, ist soeben erschiene». Der Name des Verfasserlaß» einen reichen Leserkreis erwarten. Zu haben beim Verfasser und in der lithograph. Anstalt des Hrn. S. Winter. Szabolcs. Der Korrespondent de« ״P. N." nenn« unter den 8 Patvaristen. welche von Sette dieses ComitatrS, laut Beschlüßeper LomitatS-Commisfion vom 8. d. M., nach Pest zum Landtage gesandt werden, auch einen Israeliten, Jakob Mandel. Arad. Wie die ״Ar. Ztg." berichtet, wurde dort am 2l. d. M. im israel. Gotte-Hause ein solenner TrauergottrSdienst für den dahingeschiedenen Grafen LadiSlau« Teleki abgehalteu, zu welchem sich-«i«--grasig. Anzahl Andächtiger au« allen BevölkerungSklaffen, darunter die Geistlichkeit aller christl. Confesfionen und Mitglieder der constit. städt. und ComitatS-Körperschaften cingcfunde» hatten. Mit hebräischen und ungar. Gebeten und Gesinge» und »e« vv» sämmtlichen Anwesenden gesungenen Szäzat begann und schloß die Feier, deren wichtigsten Bestandtheil die vom O. R. Steinhardt gehaltene tief ergreifende Gedächtnißreee bildete. Während der Danrr des Gottesdienstes waren sämmtlichc Verkaufsgewvlbr und öffentlichen Loeale tn der Stadt geschloffen. TemeSvar. ״Delejtü" führt als Beweis der daselbst Mischen den verschiedenen Confessionrn herrschenden Einigkeit und Toleranz an, daß in der diesjährigen konstituirenden General Versammlung de- Schützenvereins der Israelite Karl Deutsch zum Sekretär gewählt worden ist. Agram, 14. Mai. Die hiesige israelitische Lultusgemeinde hat am Sonntage in ihrem Golteshause die Jubilarfeier Sr. Eminenz deS allvcrehrtrn Herrn Kardinal - Erzbischofs v. Hauli! f.stlich begangen und eine Dankrs-Andacht abgehaltrn. Der so trefflich gewählte Tert des ersten Psalmes bildete das Tbema der in der Nationalsprache vorgrtragenen Festrede, das Gebet für ras Wohl des geliebten Vaterlandes und Se. Apost. Majestät den König Franz Joseph bat riese Feierlichkeit würdig abgeschloffen. (Agr.Z.) Lemberg Tie in vor. Nummer D. Bl. erwähnte Zeitschrift wird unter dem Titel: ״Hamwaffer l' Galizien" in deutscher und hebräischer Sprache mit jüdischen Lettern unter Redaction des Herrn Abr. IS. Men k c S erscheinen. Salzburg. Ein Indk wurde des Verbrechens des Betrüge« angeschuldigt, weil er von einem Pfarrer Kirchen-Ornamenie gekauft hatte, die der bochwürvige Herr später als unveräußerlich erkannte. Ter Bcrtheidigrr, l^r. Mühlfeld, erwirkte die Schuldlosigkeits-Erklärung. Berlin. Wie ״HamaSkir" anzeigt, will der Buchhändler Goldberg eine Stereotyp-Ausgabe der Mischnah und der beiden Tal» müde veranstalte». Wiesbaden. In re! Sitzung vom 25. April beider Häuser des Landtages wurde von den RegierungS-Comissären ein Gesetzenlwnrf eingebracht, durch welchen die Eid'sformrl für die Juden auf dis Worte: ״So wahr mir l^ott helfe" beschränkt werden soll und jene Bestimmung der Prozeßordnung, nach welcher ein Jude für einen Juden gegen einen Christen kein vollgültiger Zeuge sein solle, aufgehoben wird. Elsaß. Nicht weniger als fünf jüdische Landwirthe im Departrment ״Ni'edrrrhein" baben seit Kurzem Preise ans den Agrikultur- Ausstellungen erhallen. Zur Ausbesserung der Synagoge im Frauenberg hat der Cultusminister eine Subsirie von 2000 Francs dewilligt. — (Lien d' JSr.) Turin. Großes Aufsehen erregt ein junger jüviscber Maler, Raffaelo Pontremeli. Von vielen Blattern wirb er einer der ersten Künstler seines Faches, Schlachtenmaler, genannt. London. ״Times" rühmen unter den Gemälrcn in der AuS« stellung der Royal Academy ein Bild von S. Solomon: ״Ein junger Musiker beim Tempeldienst." Marokko. Wegen einer geringen Geldschuld an den Sultan wuire der Oberrabbiner von Rabat in einen Kerker geworfen, wo er 3 Monate znbrachte. Auf die Intervention des englischen Vier- Consuls zu Rabat und Salä. des Herrn Peter Barrow, dem dir Angelegenheit von Sir Drummond Hay, dem brittischen GeschäfSträgcr in Marokko, ans Herz gelegt worden, wurde der Rabbiner, ein 80jährigcr Greis, wieder in Freiheit gesetzt. (Arch. r'Sr.) Tunis. Eine Gesellschaft geachteter Israeliten geht damit um, eine Schule für Kinder ihrer armen Glaubensgenossen zu gründen, in welcher die Zöglinge genügende Vorbereitung erhalten sollen, um sich dann der ordentlichen Ausübung von Künsten und Gewerben widmen zu können. — Ein zu diesem Zwecke niedergesetzteS Eomits von 8 Personen will den Rath und die Unterstützung der Herren Rothschild, Montefiore und Albert Sohn re. rc. erbitte». Cincinnati. In der Synagoge dcr hies. Gemeinde ״B'ne Ieschurun" fand in feierlicher Weise der Rücktritt einer vor 22 Jahren lutherisch getauften Jüdin in die Gemeinschaft des JubenHumS statt. Australien. Man zählt gegenwärtig auf diesem Tontinent 14 israelitische Gemeinden, wovon 5 im nördlichen Anstralien, S kn Neu-WaleS, l tn Südaustralien, 1 in Westaustralken. 2 in Neu-