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Allgemeine illustrirte Judenzeitung · 1861-04-26 · 17 (26.4.1861) · p. Seite 132

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Journal
Allgemeine illustrirte Judenzeitung
Volume
2 (1861)
Issue
17 (26.4.1861)
Date
1861-04-26
Page
Seite 132 (sequence 4)
Language
German
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—״ 132 am über da- Gedeihen und die Wohlfahrt der civium peathineneium zu Herathen; da enthüllten die genannten Herren, welche Schrecknisse und Gefahre» für Staat a»d Stadt »erborgen lägen, hinter dem so harmlos scheiaenden Verlange» der im Weichhilde dieser Stadt wohnende» Bekenner der -ehre Rosts: mit der Ordnung. Leitung und Verwaltung von «ngelegenhette» and Anstalten, wie Synagoge, Schule», Spital, Armenwesen «. dgl.; — lauter Dinge, die ste allein al« Angehörige ihrer Lonfefston berühren und deren Erhaltung und Pflege ihrem eigenen Säckel ausschließlich obliegt — Männer ihrer Wahl und ihres Vertrauens zu beauftragen. ״Ste enthüllten", sagte« «tr, — nein, ste ruchüütm Nichts, ste verdächtigten und verunglimpsten blos Tausende ihrer Mftbewohver auf gehäßtge Muthmaßungen hi», warfen mit hohlen, verrotteten Schlag- und Stich« Wärtern, wie: ״Separatismus״ ,״Staat im Staate", um sich, und, abgewandt allem materielle» Dichten und Trachten wie sie selbstverständlich sind, warfen ste ausschließlich materielles Streben Denjeoigen vor, die seit Jahrtausenden geduldet und gelitten haben — eben nm einer Idee Wille». — Andere Männer, nicht um ein Haar an Biederkeit und Trefflichkeit den Genannten nachstehend, Männer, deren Namen »ollen Klang und Werch in Stadt und Vaterland haben. — wir nennen blos Gräfl und LnkäcS — waren allerdings leichtgläubig genug in dem obbezeichneten Verlangen der Israeliten nichts zu staden, was gegen Recht und Billigkeit verstieße« wiesen die Invectiven und Schmähungen mit der Hiadeutung auf den herrschenden Geist ln Europa zurück; und di« besseren und fteifiunigen Organe der vaterländische» Presse «ahmen sogar Anstand der betreffende» Debatte einen Plah in ihren Spalten einzuräumen. Die nnerschrockeaen Nachfolger und Rivale« Etceronis fragen aber nicht »ach Europa und aller Welt; sie beängstigt der Gedanke, 10 Millionen Ungarn dem Häuflein Juden hinzuopfern; und selige Reminisceuzen an Juden - Ausschaffuugszeiten steige« aaf in ihrem Geiste. Wenn ״Pesti Hkrncik" mit ihnen, wer ist wider ste? — und ״P. H." bewundert in der Thal die gewaltige Logik und findet pure WeiSheÜ in ihren Reden. Bon Weisheit find aber wahrlich keine Spuren in allen jenen Aaklage», Schmähungen. Berdächtigungm und Befürchtungen zu sinden, — nichts weiter als die Bestätigung eines alte» SaheS: daß es immer und liberal Leute gibt, die nicht» gelernt und nichtvergessen haben. — Vor 13 Jahren» als mau mit Krawallen Verbrüderung zu Wege briagen wollte, da kam die Marotte stark tu Schwung, die jüdischen Gemeinden müssen sich aaflösen; man perhorrescirte da- Wort ״Ge« metnde" als dem Gemeinwesen gefährlich, als ״separatistisch", als ״Staat im Staate״ u. dgl. Man vergaß, daß da» Wort ״Gemeinde" nicht uochwendig eine politische Körperschaft bezeichne. Die kleinen Häuflein Christen im römffchen Reiche bildeten Gemeinden, man spricht von evangelischen, Herrnhuter-, deutsch-katholischen Gemeinden. Man beachtete nicht, daß es im fteien Nordamerika und England selbstständige jüdische Gemeinden gibt, und daß selbst Lu Frankreich, wo die Centtalisation am straffsten und wo noch dazu der jüdische-Lult«- vom Staate und den städtischen Muntctpie« unterhalten wird» die Bekenner de- Judenthums Gemeinden bilden. Gar viele erinnern sich wohl noch, welchen Wirrwar diese Marotte damals im Schoße der ungarische» Judenheit hervorbrachte. In dm Stürme» die bald etnttaten und der darauf gefolgtm Umwandlung aller Berbaltnisse, schwand der^G^anke «ach und »ach aus den Köpfen. Aber dir Herren Asztalos, Havas, Ledniczky, Simon, Thanhoffer haben eben nicht» gelernt und nicht» vergesse», und nach 13 Jahren finden ste nichts Bessere« z» thu», als dm altm Kohl wieder aufzuwarmm an» dm Windmühlmkampf gegm dm Bestand einer jüdisch« Gemeiude wieder aufznnehmm. Ihre Daffm sind Worte, nicht» als Worte; ״denn wo Gedankm schien, stellt ein Wort zur rechte» Zeit ..sich ein. mit Worten läßt sich trefflich streiten." Als sorgsame Väter der Stadt hätte« aber die genavntm Herren für ihre Pflicht haltm solle«, über dm Gegenstand, worüber ste aburtheile» wollten, genauere Kenntuiß und bessere Einstcht sich zu verschaff«. Die hiesige Israel. Gemeind« bastrte bis nach de« Jahre 1848 auf einem Statute, welches vor vire» 30 Jahrm von der hohtt k. Ungar. Statthalterei gmrhmigt worden. Die durstm nun Männer, welch«. wo es stch um Ausschließung der Juden handelt, so starr und streng an 1848 halten, gegen eine Gemeinde in damaliger Gestattung etwas etoweude«? — Die nach diesem Statute der Gemeinde noch etwa gelassene« Reste politischer oder juridischer Autonomie wurden i« Jahre 1851, als vom k. L Gouvernement ein Vorstand octtoytrt wurde, völlig daraus entfernt, und die Watsenangeltgmheiten den Behörden übergeben. Nur wa» seitdem im Bereiche der Gemeinde geblieben, will sie von nun an in selbstständiger Weise letten und verwalten. Wo ist da ein Eingriff in die Jurisdiction der städtischen Commune? Man verurtheilt nur auf Grundlage von Beweisen, aber selbst zur Einleitung von Untersuchungen find I n z t ch t e n nöthig. Welche Jnzichten brachten die Herren Ledniqkp und Thanhoffer vor? Von der Wiederaufnahme der selbstständigen Verwaltung der Waisenangelegmhetten war und ist keine Rede. Wäre es aber der Fall, die starren Anhänger de- Status quo ante 1848 müßten » Bedenken tragen, dieses der iSrael. Gemeinde nach deren vormarzlickem Statute zustehende Recht ihr vorzuenthalte«. — U«r Hecht! Mit dem Gefühle innerer Genugthuung und Freude hat sicherlich jeder Freund deS Rechte» und der Wahrheit in letzter Zeit die zwei gewichtigen, meoschenfteundlicheu Stimmen der Herren Grafen WielopolSki und Majlath, aus Polen und Ungarn, vernommen, welche aus unverkennbar edlem, innerem Antriebe der Emancipari»» der Inden ein warmes, biederes Wort geredet habm. — Wir begrüßen die beiden Herren als zwei wackere Kämpfer für Recht und darum auch für das Recht der Juden; und wett wir diemit dem lebhaften Gefühle der Hochachtung thun, hat auch die Art . der Argumentation dieser Herren eia solche- Interesse für uuS, daß wir auf diese ein etwas genauere» Augenmerk richten. Ein prüfender Blick auf die gerechten Wünsche dieser edlm Männer und besonders auf die Fassung, die ste diesen Wünschen geben,-findet nun leicht, daß dieselben, ttotz ihrer Convergenz in dem einen Punkte: Emancipation l doch in der Art der Motivirung von einander abwetchen. De« aufrichtigen Verehrer des Herrn Grafe« Majlath scheint es, aupurer Hochachtung vor dessen an den Tag gelegt« Gesinnung, gebot«, einigen Supposiiionen, die wie schwer verhallende Nachklänge zeue- BorurtheilS klingen, zu dessen rühmlicher Bekämpfung wir dem Herrn Grafen Majlath vom Herzm gratuliren, berichtigend entgegen zu treten. Herr Graf WielopolSki wünscht Emancipation der Juden. Er wünscht sie als Obrigkett über die Lutte und — als Rechts- - gelehrter. Denn, Emancipation der Juden ist ihm Recht der Juden und «eil Emancipation Recht ist, wünscht er diese unbedingt, will er dev emancipirteu Judm nicht anders haben, als den noch nicht emaneipirtm; denn auch in tiescn hat ja die Vorsehung dm, jedem Lande segenbringmden .Keim de» sogen-dritten Standes gelegt" und die» ist und bleibt seine ״Würde״ in der Gesellschaft, treibt die schönen Eigenschaften z« Tage, von welchm Herr Graf W. so rührmd schließlich sagt: ״Möchten diese Eigenschaften, durch welche Sie sich schon lauge auSzeichnm, unser Aller Erbthett «erden l" Herr Graf Majlath wünscht tu gleich edler Weift Emancipatiou der Juden, möchte aber — gewiß in sehr wohlgemeinter Abficht — diesem Wunsche noch einm andern Boden, alden des Recht» unterschiebm. währmd er doch einzig und allein auf diesem letzter« sicher ftlßeu kann. Herr Graf M. möchte die Sache der Jude» dem Rechtsstnne und der Gnade der hochherzigen Nation anempfehle«, und darum ergiebt sich diese heilige Sache aus seiner Darstellung als sowohl de» Rechtswie de» Guaven akteS bedürftig. Im Grunde aber, dünkt un», wäre de» Juden besser gedient, wenn man für sie, von dem eonstitntionellen Landtage nur dm erstem , forderte. — Es wird ein hettiger Rechtsakt ftin, «mn der Landtag die Emancipation der Judm aussprechm und verwirkliche» wird; — denn die Judm befind« stch auch jetzt nicht in einer ״Versumpfung", ans welcher st« ei« Emanctpationsedict gnädig Herauszuziehm hätte. — Die Israeliten, ״so wie wir ste jetzt fthm", trag« in Ungam so gm. wie in Pol«, dm Kern des 3. Stande» tu stch. Vei aller Verschiedenheit »er agrikultnrelleu Verhältnisse in diesen beidm

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