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Allgemeine illustrirte Judenzeitung · 1861-04-26 · 17 (26.4.1861) · p. Seite 131

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Journal
Allgemeine illustrirte Judenzeitung
Volume
2 (1861)
Issue
17 (26.4.1861)
Date
1861-04-26
Page
Seite 131 (sequence 3)
Language
German
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131 gestatt«»- «ai-r. «Herr Havas nahm der bisherig«, separaAstlschen EftffnB««gen fl) dm Jude» zur Grundivee and trug mit Harrf Logik (?)1 seine Urbrrzeuguag in dieser Suche vor; er macht Bit Bdrs-mmkun,; darauf aufmerksam, ob die Juden dir Organisäiivn dir GeNwind« nicht als Vorwand benütze« (?) und Nachddnf er rin» ztlue EmhLUrmgrn gemach« (welcher Natur, darüber schweigt dir Chronik). frsgt er. ob sie (der Juden) nicht einen Staut im Staate bilden wollen? ' — Sir glaubten, daß di« Zeit der Verdächtigung. dir Retriminatione« deretts vorüber, daß mit dem System der Maßregelung auch das der lästigen Bevormundung geschwunden sti. Herr HavaS belehrt uns. daß diebezüglich der Jaden durchaus nicht der Fall, und daß jener Geist noch lange nicht da ist. rer alle Thekle und Glieder des Landes umschlingen und brüderlich vereinen soll. Welche geheime Abfichte» sollen denn die Judrn hegen? Und wie ist es begreiflich, daß sie nach erlangter Autonomie einen Staat im Staate bilden werden? Wäre dirbegründet, dann wären alle Convrntr. Superlntrndrnzea, Jnspertoratr der Evangelischen beider Eonfesfionen eben so viele Staaten im Staate. Oper sollt«, dies gerade bei der Autonomie der Israel. Gemeinde der Fall sein?! Doch hören wir weiter: »Heber diesen Gegenstand-, fährt ״Hi-nskfort, sprachen noch Simon, Lednickp. Tanhoffer, ASztaloS. Kärolpi u. und beinahe (?) alle sprechen die Urberzeugung aus, daß dieses Volk, daimmer auf gleiche Rechte, auf Emanctparion dringt (und bisher, so viel uns bekannt, noch nicht erhalten hat) wenig Beweise von verbrüdernngSabfichten zeigt, und durch seine starre Gewinnsucht, (!) durch seine materiellen Tendenzen (.'!) sich fortwährend nnr grhäßig und verächtlich macht (!!!). Wir wissen nicht, ob sich in diesen Worten die Ansicht deS ״Htrnök" allein, oder der Herren Gtadträthe ausspricht; parlamentarisch, gerecht, edel — find sie keineswegs. — Herr OberfiSkal Tanhoffer drückt im größten Maße sein Mißtrauen hiusichtlich dieseneuen Gesucheder Judrn aus. und per« langt eine Untersuchung. Dann fragt er, wer denn die Wähler wärm? Seines WiffmS waren im I. 1848 in Pest 10 — 13.000 Juden, jetzt sind ihrer 30 — 40.000 (Dir erstm Zahlen sind offenbm um so viel zu niedrig gesetzt, aldie letztem zu hoch gegriffen ff«»), dawären also, fragt der Rrdner, lauter Wähler? ״ Dir wissen »icht, welche Gefahr hiedurch für das Vaterland entstehen möchte, wenn auch diese alle Wähler wären; obwohl nicht vrigrffen werden darf, daß Säuglinge, Unmündige, Frauen re. wohl' auch tu der Seelenzahl mitiubegriffm find, und «ohlvrrständlich nicht wählen. m» daß es in der Eingabe ganz genau prärifirt ist, wer das aktive un» passive Wahlrecht genießt.- »Herr Lednitzky beruft sich'auf 1848." Aach damals, sagt er, kam ei« solche- Gesuch vor. Sprecher war ein Mitglied der UntersuchunH-eommisfion und da entdeckte (?) er bei dm Juden — sowohl in moralischer Beziehung, als'auch hinsichtlich der, der fiädtischeu JurtSdietim, zustehrnvrn Angelegenheiten einest'separaten Körper. dessen Wiederholung, namentlich aber da- Strebm, die Waisenkaffe selbst zu vrrwaltm. ihm die Grundlage degegenwärtigen Gesuchezu sein scheint.- Die Entdeckung de- Herrn Lednissy ist weder wichtig noch erhrbtich / noch bedurfte sie einer tiefer« Nachforschung. Sie ist nicht viel merkwürdiger, wie wenn man die nagelneue Entdeckung machm möchte, daß fich gewisse Menschen nach dem Znnftsysteme zurückfthnen, »elcheS einmal bei uns ln voller Bküthe stand u. dgl. mehr. WaS dir ehemalige Autonomie der Juden in Ungarn betrifft ,' so verhält fich dafolgeneerwetse: Ehemals als »aS Wort Brüderlichkeit, Gleichberechtigung noch gar wenig׳ im Umlauf war. vor 1848, besaßen di^ Juden cko Lato eine Autonvmi«, die ihnen Niemand stttikiä Mächte. Man war noch so bestheiorn ekNzusehsa, daß.^nachvM'^l? Jüdtik )>ön aller T^ew nahm» a« de«-»ff,mlichc« «mtsthäiigftiten. lldürffest? GeistchtSstrlle« *: au-gest-losstk sind, man 'ffe'tNlstdtstrNS in^threM keschräEtn Raume gewähr«« laffm müsset Von' gleiß« erWen Halhhefftn lstußle ׳mÜ« damM blutwenig; aut —י aut! Verbtübrrung odtt ׳ Stp'arattSmrrS. mast konnte sich'- nicht aadertz denleä 2- Mä« Äar'ivnM^ ulst 'dir Juten bekümmert, man bevvrmund-tr'nnd hrmäßregelie 'ste^über aüch' nicht. VaS sie UNS eigenen Mitteln besorgten. dätüber »ürstt«- sie״- auch frei verfügen^ ״•.- ,יל.־316.; ס י *'׳ Dit vssoche für Mt CuttUs betreffende DidWaMchsMize,' die silbststäNditzi AdMiNtstiMivir khstritäten Anstaltm' «nie Berdinr. RrtzMeustff strr Hrr EtffilMnß tztzs' EultuS iiöihigstt» SttNtrn Blieb ihness stlttin MMteffeu.'-WaL BAP'dd« Behörde« jeMa» unbi^nnt? Sei, bei« MMi 11 Jachten trägt aff-- die Gemeinde zur Vermeidiistg ä>tr NlißbHffLstdNiffS ven> Mstmtw einer EstltuS gemeinde, ftitbetii fäßtn Männer »nftret׳ ElliisösstM im städtischen Nathe; vor der'Haad iss ' das nicht »er Fäll — und man beschuldigt uns des Separaissmwb, als! ob dieser G^> danke — wenn ihm eine Wahrheit zu Grunde läge — unter sdlcheN/ Umständm ein Berbrechm tväre! Aber eberuht diealles nur auf MuthmasUng, auf elmnr Scheinen und Dünftn! Unsere Watstngekder von Setten der TtWst zu besorgen, ist sehr dankenswrrtb, so dankmSwerth י wie wenn «an JemanveS Kaffa besorgt; doch sollte der Begünstigte doch auch etwas witzusprrchrn haben, sonst ist eS gar zu viel Gevßmaih l — Zum Schluffe hebm wir -noch die Bemerkung dt- Hrrm ASzt a l o S hervor, daß man sich dm Judm zu lletz nicht ansopfemr könne, Europa kenne unsere Umstände nicht! — Endlich macht best präsidirendr Bürgermeister dir Versammlung auf die rein politisch^ Seite der Sache aufmerksam. Er beantragt zuM Vehafe einer-drneuerten Untersuchung eine Commission, die über ihr Berfahrm- Rechenschaft abzulegen haben werde. Nachdem wir obigen Bericht in aller Gedrängtheit und mit möglichster Zurückhaltung zur Kenntniß mrfrrer Leser brachten, möge un« noch fügende Betrachtung gestalt«» fein. Die Autonomie der jüe. Gemeinde, inndrhalls der Gränzin der׳ reltgiösm Bedürfnisse, Humanltär-pffe-e, BilönngSttNstalttn, affo irstcksichtlich der Obsürgr für Armm und Waisen zähll'durchaus sticht zu den Errungenschaften der jüngsten Zeit, ist kdttie Eoncession Mvderntr Tage, sondern eine nach Jahrhunderten zählende, mitten uNtir de« härtesten Verfolgungen mit Lonsequenz »Mheidigtst und aufttcblerhaltme Gerechtsame. — Die Geschichte weist es ststch, vstß aller Ge« Höffigkeit ungeachtet, die größte Willkähr sie in dieser Brziehnng mtangefochjrn ließ. Nur mit der gänzlichen BertrriVnng Ver'jüdischen Einwohner konnte die Auflösung de- Gemeind rverßastdeS stättfindr«. Trotz aller Verblendung und Lieblosigkeit, die gegen uns imlMttttlalter waltete, mußte man zugeben, daß der freie BdstUnv, die Autonomie der jüdische« Gemeinde uochwmdig sei, so lange man »icht für ihre Armen, für ihre Krankm, für ihre Schule' und ihrest MttrSdienst Gorge'tragen möchte. Ein» Kr^densstätte für ihr> Tödnn, einen Platz für ihre Spnagage, einen TodteNgräber, einen geistliche» Vorstand, damußte man ihnen zum Mindesten gönnen,׳ Und zift Ei'- Haltung dieser Dinge war eine gesonderte, ihre BedSefaifft'4erflehende Vertretung uothweNdig. Dawar-die jüdssche Gftnrimir vdn ehedem und daist sie der Hauptsache nach noch heule. — Ainh für'WaiseUgelder trüge« st, wie fllr andere ftomme nnv pietlltv»llit Zwecks selbst Sorge. Wenn heute da- Letztere der CultuSgemrinde estizogen chu14e. so müßte dafür eine gemeinsame Vertretung in^drr OriS-Eo^Nmune stattstnden. Nur eine wahre stach allen Conseqaenzen geltend gemachte Verbrüderung — und deren Durchführung hängt doch wsthrffch nicht von uns ab — lkürdi rin feparatistffche- Streben in sticht-׳riltgibse Distge betreffende Aügrlrgesthette« von unserer Seite zu einem (inverzeihlichen Nnrecht» stempeln; aber wir weit find wir noch'Virv'on' entfernt , diesen Dorwurf zu verdieneni?-u. ll. 8b. Neunzrhnhundrrt fünf und zwanzig Jahre lebt iu der Grschichte jrnrr Borgaug im römischen Senat, da Marcus TullkuS fein'* berühmte- ,Qnomque taodem‘ dem L. Sergius Cmilitiä' zugrrufen und seine Mitbürger von der Gefahr in KeniNstiß gefttzl, Bekcht ihnen gedroht 45er'18. April 1881 hat best» Mekstdr^ rl<t>Htschrr BerrbsttM^iit drst RuhmeSkranz vom Haupte greiffen ׳.' uÄ'^statt Ül-' cerb^s Flamen uÜtheU fortan dir Namen drr Herrdiü^sk's'^tut H?' Hci'vLt^'Uik'z'ky: Dhanhoffrr 0. a. m. aüs HlkstS'Tafeln gfltt^tst Destti^M' bemrlvrtrn Tage, als eben dkr^ßKuEt?) ^e»akoren"4nd Trltzttnen unftrcr theueren Vaterstadt stersamitielk tsaden.

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