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Allgemeine illustrirte Judenzeitung · 1861-04-12 · 15 (12.4.1861) · p. Seite 115

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Journal
Allgemeine illustrirte Judenzeitung
Volume
2 (1861)
Issue
15 (12.4.1861)
Date
1861-04-12
Page
Seite 115 (sequence 3)
Language
German
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115 K— und das ehrende Andenken lohnen, daß sie eS waren, die da« Vaterland in der Gesammiheit seiner Brwochner ju stärken, zu festigen und zu beglücken verstanden! SM»«- Fried»««». Kündgebungen m der E MAmx»LL<mölrW. 8b. (TtSza St: Graf Teleki. P> rlszki, Lukäcs.) Al« am -andtage 1843/44 ans Auslaß der Städte, coordinirungsfrage die EwancipatiouSsache zur Verhandlung kam, da erhob sich bekanntlich der damalige Deputirte der k. Freistadt D ebrecztn. Komlossy L., und hielt eine a«S allem Kehricht des Mittelalter« zusammeugelesene Schmährede gegen Juden und Jndeuthmm. welche in den Journalen, nach eine« von dem Redner gebrauchten Ausdruck, die ״Sturmglocke von Debreczin ׳ genannt wurde. — Bezeichnender für den Umschwung der Zetten kann kaum etwas sein als der Umstand, daß ein Abgeordneter derselben streng kalvtnischen Stadt, in einem vom ״Magyarorszäg" Nr. 8S gebrachten Artikel die Emancipation ״als eine — nach den Forderungen der Humanität und her Aufklärung — im Vordergründe stehende Frage' bezeichnet, und eS gar nicht erst zu beweisen für nothwendig erachtet, daß der Landtag, ״sobald er Gesetze machen wird", die Emancipation aussprechrn und so nur das erfüllen müsse, was das bereits ausgesprochene Prineip der G l e i chheit, was die sechste europäische Großmacht, die öffentliche Meinung, eben sowohl als die gesunde Politik erfordere. Diese Anschauung eines Debrecziner Deputirten kann Niemand wundern, sobald man erfährt, daß der heutige Vertreter deungarischen Genf ״Tisza Kälmän" heißt. Wohl aber waren wir überrascht, als man uns auf den Artikel ves als freisinnig gekannten Mannes als auf einen unfreundlichen aufmerksam machte. Und in der That kann nicht geleugnet werden, daß der geehrte Verfasser, dem wir — schon in Befolgung der altrabbinischen Lehre. Jeden von der besten Seite zu beurtheilrn — gewiß nur die besten Intentionen zumuthen, in der größer« Hälfte des Artikels so Manches urgirt und darauf (ob zur rechten Zeit?) Gewicht legt, was ganz geeignet ist, den offenen und heimlichen Gegnern der Emancipation als Handhabe zur Beseitigung oder recht weiten Hinausschiebung der ihnen verdrießlichen Angelegenheit zu dienen, und die, nach seiner eigenen Ansicht, so einfache Recht«- uav Men schlichte its frage zu einer unendlich complicirten politischen Angelegenheit zu machen. — Fast scheint es, als würde sich, ihm unbewußt, die Gereiztheit des Hrn. T- K. über die mannigfachen Angriffe ausländischer Blätter gegen Ungarn, halbwegs gegen die Juden kehren, weil auch ihre Angelegenheit zum Thei'le Anlaß zu jenen Angriffen gegeben haben. Schwerlich würde er sonst das Verfahren des Landtages im I. 1848 ״in unserem eigenen Interesse" für angemessen gefunden, die in manchen Volksschichten noch Herrschende Antipathie so in den Vordergrund gerückt und endlich die C r e d i t b a n k und die C i v i l e h e in so nahe Beziehung zur Emancipationsfrage gestellt haben. Es ist sehr schmerzlich, tausendmal Gesagtewiederholen zu müssen, und doch muß immer darauf hingewiesen werden, daß, wohl nicht das einzige, aber da« erste und unerläßlichste Erforderniß zur sogenannten socialen Emancipation die bürgerllche und politische Gleichstellung ist, und daß alle vorher an uns gerichteten Mahnungen und Vorwürfe nur wie Hohn klingen. — Was insbesondere ״die Erfahrung der letzten zwölf Jahre" betrifft, so klingt es wirklich sonderbar, wenn Hr. Tdie Ermöglichung fiSkalischcn Druckes großentheilS den Juden in die Schuhe schieben möchte. Daß Edelleutc sich bei den Auctionrn gepfändeter Gegenstände nicht betheiligt haben, wollen wir gerne glauben; ob aber Juden in größerem Maßstabe hieran Theil genommen, als es überhaupt verhältnißmäßig mehr Handelsleute unter ihnen gibt, möchten wir — bei aller Hochachtung vor Hrn. T. — bezweifeln. Christliche Commune» sowohl als Private, haben Accisen und ähnliche Abgaben gepachtet; und er konnte jene daher eben so gut für dir Einführung dieser Steuern verantwortlich machen; wie nicht minder jeden Raucher für die deS Tabakmonopols, jeden der eine Urkunde unterfertigt, für den Stempel, und jeden Prozeßführendea für die Octropirung der Gesetze und Be- Hörden; das gegenseitige Verträum in daS Wort, welches ״ja ja, nein nein" sei. hätte ja die meisten Urkunden, die Liebe und die Friedfertigkelt aber die Behörden und die Gesetze überflüßig gemacht.! Betrübend ist es Herrn Tis za ans gleicher Fährte mit ,Pesti Hirnük" zu finden, indem er Ereditbavk und Civilehe, zw-r nicht wie dieser al« unerläßliche Vorläufer aber als nothwendige Ergjsuzungen gleichsam de« EmanripationSgesetzes betrachtet. Dir müssen hrmr darauf verzichten, den dieser Zusammenstellung z, Grund« liegenden Vorwurf zu erörtern, und wollen nur noch de« einm emmathigtndm Umstandes erwähnen. daß Hr. T., nach der Einleitung und dem Schluffe seine- Artikels zu urtheilen, die Behandlung -er Emancipationsfrage am gegenwäptigea Landtage in Zweifel zu ziehen scheint. Der Ansprache des Grafen Lad. Teleki an seine Wähler in Abony, in welcher er die Erweiterung der l848ger Gesetze Mit allen Consrquevzcn. wozu er die Emancipation der Juden zähl», für dringend nothwendig erklärt, ist bereit« in voriger Nummer krwähnt worden. Hier tragen wir noch dessen freundliche Aeußerung an die ihn beglückwünschende jüdische Deputation nach. Der Sprecher derselben, Herr Pintsr, *) hatte hervorgehoben, daß der edle Graf eS erfahren habe, wa« es heißt rin Geburt«- und kein Vaterland haben, und daß er in den fernen Staaten wohl die Ueberzeugung gewonnen, wie nur Ränke und Neid den Juden gegenüber stehen. Der Herr G׳af hob in seiner Antwort die günstige Meinung hervor, die er von den Juden hege, deren Opferwilligkn't für da« Vaterland er genugsam kenne und schloß mit dem Versprechen: wie er bis jetzt für die Sache der Freiheit gekämpft und gelitten, so auch für unsere gerechte Sache kämpfen zu wollen. (Schluß folgt.) Historische Irühlingserinnerungen. Bon Dr. A. Schmied!. II. Wenn wir von historischen Frühlingserinnrrungrn sprechen wollen, dann muß natürlich das erste, größte und großartigste Ereigniß der jüdischen Naiionalgeschichte — die Befreiung au- Egypten — darunter den hervorragendftm Platz einnehmen. Doch der geneigte Leser erwartet wohl nicht, daß wir ihm hier diese jedem Kinde in Israel wohlgeläufige Begebenheit erst in Erinnerung rufen. Nur Ein Moment gestatten wir uns daraus hervorzuheben, um ein fast analoges Moment aus spätem Jahrhunderten daran zu knüpfen. Die heilige Schrift erzählt bekanntlich, wie Gott den Israeliten verheißen, daß sie auS Egypten nicht leer ausziehen werden, sondern für ihre Dienste, die sie den Egyptern geleistet, oder zum Ersatz für die Grundstücke, die sie dort zurückgelaffen. kostbare Dinge von denselben entlehnen oder besser fordern und mit sich führen werden. -- Nun wollen wir den Lesern beweisen, wie Jahrtausende spater sich fast Dasselbe wiederholt hat. סר, שאירע?1אבות אירע?*בנים Als nämlich unsere Vorfahren au« ihrem zweiten Palästina, aus der pyrenäischen Halbinsel wegzogen. da führten sie wieder, zum Ersatz für Alles, was sie dort zurücklaffen mußten, die den Arabern entlehnten Schätze und Kleinodien mit sich -- und zwar die edelsten Kleinodien der Araber. Ja die den Arabern entlehnten Schatze sind heute noch Eigenthum Israels, sowie Eigenthum der Gesammtwelt, die sie wieder den Israeliten abgeborgt. WaS waren denn die größten und edelsten Schätze der Araber? Ihre Wissenschaften. — Darunter vorzüglich ihre Poesie und Philosophtr. Und Beides haben Israels Söhne den Arabern entlehnt unk mit sich geführt durch alle Länder der Welt. In ver That, die spanischen Juden hatten den Arabern den Versbau, die Prosodie, den RhytmuS, kurz alle äußern Formen der Poesie entlehnt, obschou sie ihre Lehrer und Meister in dem Innern Wesen der Poesie — in der Erhabenheit der Gedanken und Gefühle — bald weit überflügelten. **) *) Dem wir für seine gütige Mittheilung herzlich danken, die wir aber bedauern, wegen Verspätung und Raummangel» nicht vollftändig verwenden zu können. — (R-d.) **) Wir können e» un» nicht versagen, über diesen Punkt die trrffenden Worte Mu»k'< hier anzuführen: ,,La poerie jnire da moyen äge est, xoax beaacoap de rapporta ■aperienr ä celle de« Arabe«, qm lui a xerri de modele. De toat temp», Im Arabe■ ont eKereliL leurs principales hupiretion■ den« leur egoixme, *

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