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Allgemeine illustrirte Judenzeitung · 1861-04-12 · 15 (12.4.1861) · p. Seite 114

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Journal
Allgemeine illustrirte Judenzeitung
Volume
2 (1861)
Issue
15 (12.4.1861)
Date
1861-04-12
Page
Seite 114 (sequence 2)
Language
German
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114 c Ayvneratiertsif ׳״ Die P. T. Leser der beide» bisher erschienene» Zeitschriften ״«um■«!" und ״«Oe, ״eine tllastrtrte Judenzettung״ find ' bereit» vo» deren Bereinigung zu eine« Wochenblatte verständigt, und werden hi,mit Diejenigen, de ren Abonnement auf eines der genannten Blätter eben zu Ende gegangen, höflichst ersucht, ihre Pränumeration auf: tafmtl. M8ZOWMVH iitafrirtt ZAZELLSitALH״ heransgegeben von Dr. W. A- M ei sei, Miteigenthümer. Verleger u. verantwortlicher Äiedaeteur Jos. BirmaDi, so bol» als möglich zu bewerkstellige«. Mttfner&tioits - Betrag: Ganzjährig: 8 ft ö. SB. — Halbjährig 4 fl ö. W. — Kür die bisherige« Ak׳om«nten des ״Earmel" bis zum 1. October 3.: in Pest % ft 50 kr. ö. W. und a»Stvär1L 3 ft. ö. W. Geldsendungen, Packele und Briefe find zu senden: An das Verlm^^Com^toir d. ״Carmel, Allgemeine iHnstrirte Judenaeitung“, Zrinyigasse, Hotel Europa, Pest. Pest, am 4. April 1861. JOS. BÄRMANN. ---— Der mansche IaadLsg und die KleühbereLhügMA der Juden. Je größer die Theiluahme ist, die der ungarische Jude überdie glücklich eingetretene Regeneration seine» Vaterlandes empfindet, best» größer nnd mächtiger muß auch seine Sehtchrcht darnach fei», al» vollberechtigter Bürger desselben anerkannt z« »erden. Bis jetzt steht leider diese« gerechten Verlangen der Bnchstabe des Gesetzeentgegen, welcher de» Vollgenuß der Bürgerrechte von der »ngehörtg. Mt zu einer »er ״gesetzlich anerkannten" (törvLoyes«» idevotS) Rech, gianen abhängig erklärt. Die Religion unserer Väter ermangelt dieser Bezeichnung- — Nnch die Gesetze de- Jahre» 1848. die in «ehr- ,huher Beziehung vom Geiste des edelsten Fortschrittdurchweht find, 'jene Gesetze, welche die Nation mit Recht als dakostbarste Palla- Din« ihrer Freiheit betrachtet und die den einzig legalen Boden btefern, ״n welche» audie Erstarkung und Fortentwickelung der ungartschen Lonstitutio» gewahrt und gefichert werden kann, auch diese haben die für «n» beschränkende Distiaction beibehaltev. Im Sinne dieser Gesetze,blieb es unS verwehrt, an dem eben stattgefundenen großen ReorgauisationSwerke de- Vaterlandes, für das wir jede- Mögliche Opfer zu bringen stetbereit waren und find — theilznnehmen! — Muß e» nun wohl in den Auge» eine» jeden unbefangenen Beurtheüers al» eine höchst.auffallende Anomalie gegen den Geist de» IS. Jahrhunderts erscheine», »aß di« älteste der Offenbarung»- religioue«, di« Mutter sänuutttcher christlichen Bekenntnisse, daß die Lehre, der«» göttlicher Ursprung von keine« wahren Anhänger de» EhristenchumS in Abrede gestellt «erden darf — dennoch der lande-- gesetzlichen Anerkennung ermangele, so ist doch da- Thatsächliche dieser t« Gesetze vorhandenen Unterscheidung, ebenso wenig als deren fnktische Anwendung zu leugnen. Der Jude i, Ungarn besitzt glücklicher Weise zum großen Thetle Takt und Linficht genug, um den Stack» der Dinge von der reale» Seite zu erfassen. Er steht die Nochwendigkeit einer strikte» Anknüpfung a» die Gesetze von 1848 vollkommen ei» — obwohl er «ü jedem Wahrhaften Patrioten von ganzem Herzen bedauert, daß diese GejetzeSbeßimmunge». bezüglich unserer Sache, mit de» in allen civlltstrie» Stachst» zur unbestrittenen Geltung gelangten Priueipirn in nssimbarstG^ Widerspruche stehen. Ns» idem aber auch sein mag — genug, daß der gesetzge-" bende Körper bereits zur Berathung über die allgemeinen Angelegenbeiteu dr» Landes zusammengetreteu, ohue daß (in Mann unserer Wahl, oder gar ein Vertreter au» unserer Confesfion sich darunter befände. Dieser Thatfache gegenüber bleibt uns wohl nichts anderes übrig, als den gerecht«» Maßnahmen dieser hohen, der Staude»- und Geiste-» Elfte der Nation «gehörende» Männer dasselbe Vertrauen entgegen zu bringen, welche» sie von Setten chrer Committenten bereitbefitzen, und vo« ihrer staatSmännischeu Befähigung, ihrer polftischen Reife und humanen Gesinnung die günstigste Lösung unserer Angelegeaheit zu erwarten. — Wir müssen dieum so eher voraussetzen, da fie bezüglich unser nicht nur als Gesetzgeber, sondern zugleich al» Richter Handel» — indem fie ״ohne unS über uns" ihr Urtheil fällen. Obwohl nun außerhalb des Verfassungswalles stehend, und viel- Leicht gerade deshalb, müssen wir mehr als unsere begünstigter» Mitbürger dem Gange der Verhandlungen in beiden Häusern gespannt rntgegrnharren. Uns kettet ein zweifaches Interesse an die zu fassenden Beschlüsse: ^as Wohl des Vaterlandes und unser eigene» Recht und Wohl. Wir wünschen sehnltchst, daß da» Vaterland wieder in verjüngter Kraft erstehe und daß ihm eine nicht unbettächtliche Anzahl treuester und hingebendster Bürger in uns erwachse! Gott sei Dank, dürfen wir uns sowohl in der einen als in der andern Beziehung den schönsten Hoffnungen hingeben. Die Wahl der LandeSvertreter, das läßt sich getrost sage», ist zum größten Thetle auf solche Männer gefallen, denen wir selbst — wenn e» uns gestattet gewesen wäre au den Wahle» Theil zu nehmen, mit Freude» unsere Stimmen gegeben hätten. Einige derselben habe» e» in bestimmtester und feierlichster Wesse gegenüber ihren Wählern erklär», für unsere Gleichberechtigung rinzustehen; bei Andern bürgt die Parletstrllung die fie etunehmen, oft auch ihre ganze Vergangenheit dafür, daß fie im Sinne deS Rechts und de» humanen Fortschrittspreche» werden. Ist aber nur Letztere» der Fall, dann vertreten fie säfm Sache ebenso. als ob sie sich im Voraus dafitr ausgesprochen oder ihr Mandat auS unfern Händen erhalten hätten. Müssen wir daher es" immerhin schmerzlich bedauern, daß eS unS vermöge des Gesetzes nicht vergönnt gewesen ist., unS au dem schönste», edelsten und heiligste» Rechte der Vertretung selbst zu bethriligen, so habe» wir doch keinen Grund darüber zu klagen, daß unsere Sache auf dem Landtage von 1861 der Vertretung entbehren werde. — Nicht blo» werde» »Ir der begeisterten Fürsprecher nicht ermangeln, sondern e» ist vorauSzusehen, daß nicht nur die Beste» und Edelsten, sondern auch die fähigsten nnd einflußreichste« Mitglieder des Ober- und Unterhauses für un» nnd anstatt unser daö beredte Wort führen «erde». Möge e» ihnen gelingen, für da» Heil des Landes zu wirken! Möge es ihnen gelingen, ein feste», uozerreißbares Band der Liebe und Eintracht um alle Bewohner des Landes, weß Stammes und Glaubenfie auch seien, zu schlingen, und mögen ihnen für ihr edle» Wirken daerhebende Bewußtsein

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