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Allgemeine illustrirte Judenzeitung · 1861-03-29 · 13 (29.3.1861) · p. Seite 100

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Journal
Allgemeine illustrirte Judenzeitung
Volume
2 (1861)
Issue
13 (29.3.1861)
Date
1861-03-29
Page
Seite 100 (sequence 4)
Language
German
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Mt Stssenschast «ch gehe« hietz«rch ei» »e»rs Dementi alle» jene«, dte M« Jseaelüe» jetzt «mtzere Geschicklichkeit all für Ha»tzel u»d Sektzwes» «bchnche». ll»tz «Me viele wäre» »och!» erwähne«, dte bet ihre» Zeitge- »»Ge» t« der größte» Achtn»g siebe«, dte ,ah' «,d fer» große, Ei»- si«eß übe» a»f die Bewegung der Sache« «»d der Idee«! Wie viel« Kabr«a»te» »»d Ha»tzel-le,te wären r« »e»»e». dte durch de« -roßen H««tzels»er<ehr die Staate» etaigen »nd bereichern. wie »tele der große, Gr««tzbefitzer, dte Zeit «ad vermöge« dem Fortschritt der »attouate» >grie»lt»r opfer», Steppe« fruchtbar mache» «ad wüste Plätze t» fr»chtbr1«ge»de Felder verwandela l U»tz selbst t» de« nieder« Massen, wen« wir die Listen der Wohlchätigkelt-austalteu uatz dte der gege»seitigen Unterstützungsgesellschafle« tmrchlese,, staden wir. daß Israeliten alle Arten voa Ge- »erbe treibe», geschickt uad befähigt zu allen, und geachtet von Jederman«. Wtr habe» Israeliten als Buchdrucker, Weber, Maurer. Schlosser, Sch»hmacher. Schmiede. Bäcker, Müller, fie betreibe« überhaupt alle I»d«sirie« und Handarbeiten. Schließe« »tr dte Statistik, die wir mit «ehr Thatsachen und Eigenuamen hätte« bereicheru können. Das Gesagte genügt um zu zeige«, bis zu welche« Ziele die Israeliten in kaum 50 Jahren gelaugten, wie fie sich mit ihrer Umgebung vereinigen, und welche staunenerregeuve Vorzüge fie in allen Gebieten der Arbeit und des Geistes an deu Tag legten. Maa kau« demnach stolz sein, ein Angehöriger dehebräischen Stammes zu sei«, dessen Glieder eine so glänzende Furche unter dm modernen Rationm gezogen und an ihren früher« Bedrückern, nun Ihre» Brüdern, die edelste «»d schönste Revanche genommen, die des Wetteifer- und des Triumphes auf alle» Wege« deS geistige» malertellm und «ortzlischen Fortschritts. Habm wtr nicht-noch außerdem Rechte, auf den Namen ״Israelitstolz zu sein? Sind wir es nicht, die wir mit der Bibel und dem Deealog der ganzen Welt die großm Wahrheiten überliefert, auf denen die allgemeine Religio» und Moral sich gründen? Sind wir »S nicht, die wir selbe« die Sprache des Glaubeus, der Gerechtigkeit und der Wohlthätigkeit gelehrt, durch dte Darstellung der Idee des unendliche» Gottes alt Schöpfer und Vergelter? Sind wir es nicht, die wir im Angesichte der Scla»rrei deS AlterthumS die ursprüngliche Gleichheit der Mensche» und die Einheit res menschlichen Geschlechtes proelamirten? Sind es nicht unsere heiligen Bücher, welche die feierliche Prophrzeihung der künftigm Vereinigung aller Völker und des allgemeiuen Weltfriedens enthalten? Eine Religio«, die unter dm Menschen solche Grundsätze verbreitet hat, die einen großen Einfluß auf die Entwickelung der Cisilisatto« geübt, hat sich unbestreitbare Rechte auf die Erkenntlichkeit der Menschheit erworben. Ja wohl! wir können mit Recht unS stolz fühlen, dem israelitischen Stamme anzugehöreu, dem durch Gott selbst aus der Mitte der götzendienerischen Nation erwählten Volke, für welches der Ewige am Sinai eine Leuchte ausgestellt, an der seit 2000 Jahren alle Nationen der Erve sich erleuchten. Die Sorge um orthodoxe jüd. Soldaten. Daorthodore, in Mainz erscheinende Blatt ״der Israelit", Nr. 9, wiegt sich in bcseligendrr Ruhe, und träumt nur noch von drei deu Militärstaud angehenden Wünschen, die der österr. Regierung vorzutragen wäre«, gleichsam, als hätten wir schon in Eirilsachen bas Schäflein in'S Trockene gebracht, und als gäbe es selbst im Militär- «and« keine brenneuderen Fragen als seine Wünsche, die wir hier citiren: ». ES werde dem jüd. Militär gestattet, wo möglich, nach dem tüv. Gesetze zu lebe«. b. Dasselbe möge von dem Besuche dechristl. Gottesdienstes vispeufirt «erbe». o. Bei Armeekorps, i» welchen sich jüd. Militär in großer Anzahl befindet, seien Feld-Rabbiner auzustellen. Es wäre »ünschenswerth, die Unhaltbarkeit dieser Punkte vom Standpunkte der Orthodoxie «achzuweise»; aber diese allein reichet nicht überall aus. und «a« muß auch — die Vernunft und die Pearls zu Hilfe rufen. Dir bemerke» daher ad a: der Soldat Ist eatwetzer i» Dienste oder außer demselbe»; im erster» Falle Ist er »o» de» Enemouial-Vorschriften der Religio, »»abhängig. Wer «eiß es nicht, daß Jericho am Samstag gestürmt wurde, und daß Da»td seine Krieger mit de» gewechte« Schaubrode speiste? Nicht unbeka»»t ist es auch, daß »ähre»d des Bestaudedes 2. Tempelsogar am heiligste« Bersöhuuugstage eine siegreiche Schlacht geschlage» wurde (Sota 33 a) und wir hoffen, daß die Orthodoxie die Tradition nicht Lüge« strafe« werde. — Außer Dienst steht wo möglich dem jüd. Soldaten ohnehin nur weniges im Wege, waS sein religiöses Gewissen beeinträchtigt Wir sagen wo möglich, den« wohl« würde es führrn, wen» für den jüd. Krieger eine SchatnaSfreie Monwr verfertigt, oder eine Separatküche aufgeschlagrn werden müßte. ad b. Ist der Besuch der nicht jüd. Gotteshäuser entweder der Parade oder dem GotttSdieuste gewidmet. Der fromme Rabbi Gamaliel (Abod. Sara Mischna 3, 4) scheuet« sich nicht, gar eiu VenuSbav zu besuchen. Samuel, der nicht minder Gefeierte, nahm ket»en Anstand, in das Bs Abidan zu gehen (Sabb. 116 a) worunter nichtals eine Versammlung religiöser Sectirer zu verstehe» ist. (S. Hcchaluz II. Band, Seite 100). Und selbst zum Gottesdienste! wir wissen nicht , ob im Nothfalle nicht auch der Name Gottein »ichtjüd. Gotteshäusern ebenso andächtig angebrtet uud angerufrn werden könne. Verordnet doch der Orach Chaj. c. 579, 3: wo keine jüd. Friedhöfe, die anderer Culten zu besucheu, um gleiche Trauerandacht zu erwecken. In reciproked Weise sprach auch Salomon: auch de» Fremden, der nicht von deinem Volke ist, und drin Haus betritt, erhöre ihn! Nachdem wir hinlänglich vachgrwiesen zu habeu glauben, daß der jüd. Soldat theils von de» spectellen väterlichen Lehren diSpenfirt ist, theils die Beachtung ihm durch die Eonveuienz unmöglich gemacht wird, fragen wir ad c.: Soll der Feldpater seinen Gläubigen Lehren btibringen, die nicht realifirt werden können, werden sollen? Ist nach diese« Prämiffeu ein Feld - Rabbiner nicht Ironie? Ist er nicht zugleich ^Lurus, da in den meisten Garnisonen Gelegenheit gedvteu — wen« der Wille^vorhänden — das Wort Gottes in der Spnagoge zu höreu? Reformen anderer Natur find wir bedürftig im Avancement, im Josephinum, im Grbärhaus ic. rc.; aber sorget nicht, Brüder in Mainz, der konstitutionelle Staat dies- und jenseits der Leitha wird hoffeatlich alle Scharten auswetzen! Gr. Aamzsa, Mär, 1861. 88*"י' * Die Stellung der Juden in Oesterreich. Der Jude in Ungarn sah von jeher mit mitleidsvollem Blicke auf seine Glaubensgenossen in den übrigen Landestheilen Oesterreich-, so oft von ihrer beiderseitigen bürgerlichen Stellung die Rede war. Diesen gegenüber konnte rer ungarische Jude seine Lage immerhi« als eine gesegnete, glückliche preisen- Er fühlte sich, wenn auch nicht als Bürger, so doch mindestens als Bewohner eines freien konstitutivnelleu Landes, wäh'end die Andern noch unter dem Drucke mittelallerlicher Beschränkung seufzten. Der ungarische Jude wußte nichts von die Ehe einschränkenden Gesetzen, von Fleisch-, Lichtsteuer re., stand im Besitze der Autonomie der Gemeinde uud war noch in vielen anderen Beziehungen besser gestellt, alsdie Juden in irgend einem der österreichischen Lande. Kein Wunder daher, daß er von jeher gewohnt ist, sich mit stolzem Selbstbewußtsein seines engern Vaterlandes zu rühmen, uud daß er in Lobeserhebungen über die ungarische Nation und deren Sitten und Gesetze keine Grenzen kannte? Der Jude Ungarns hängt auch mit Leib und Seele seinem Baterlande an, >ür das er trotz mancher im Laufe der Zeiten erfahrenen Enttäuschung und Hintansetzung in Liebe uud Begeisterung glüht. | Sein Streben und Verhalten ln den Jahren 1840—49 geben I ein glänzendes Zeugniß für das Gesagte ab. Seit Beendigung der lridenSreichen Kämpfe des letztgenannte« Jahres sah er sich — wie seine Heimat mit den übrigen Länder« Oesterreichs — so auch mit den Glaubensgenossen in diese« Länder« vollkommen gleichgestellt. Während der letzte« elf Jahre thrilte

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