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Allgemeine illustrirte Judenzeitung · 1861-03-08 · 10 (8.3.1861) · p. Seite 76

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Journal
Allgemeine illustrirte Judenzeitung
Volume
2 (1861)
Issue
10 (8.3.1861)
Date
1861-03-08
Page
Seite 76 (sequence 4)
Language
German
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Zur aufrichtigen Beurtbeilung dieser ausgesprochenen bescheiveneu Meinung, daß die Directorsfrage nur eine sekundäre, und localiter behandelt werden müße, daß hingegen daS Prinzip der ernstlichen engeren Schul-Couferenz dringend nöthig festzustellen sei,קראתי?1מאהבי hierzu ladet die Schule ihre Freunde, .נחפשה דרכינו ונח קרר scharf prüfen wollen wir unsere eigenen Wege und ruhen lassen den Balken, der da heißt — die Directorsfrage. — Teme«»»r. den 26. Februar 1861. S. Götzl» Religt onslehrer. Sprüche Sslomoll'r, Keitel 31. Bon Dr. Sftori} Skappaport. 1. LemoelS Worte, des Königs verehrt, Ausspruch, den ihn die Mutter gelehrt- 2. Was mein Sohn? o Kind du meiner Eire! Sohn! dem Schooß entsproßen mir zur Freude! 3. Nicht den Weibern weihe deine Kraft, Fort vom Pfad, der Könige erschlafft. 4. Lemoel! nicht ziemt den Kön'gen Wein, Fürsten darf die Trunksucht nicht entweih'n. 5. Trinkt er, leicht vergißt er der ׳Gesetze, Leicht auch, daß er Armuthsrecht verletze. 6. Dem.,-gebt Rauschtrank, der schon ist verloren, Rebenglut, den Unheil sich erkoren. 7 . Er mag trinken, nicht der Armuth denken, Und vom Jammer die. Gedanken lenken 8. Für den Stummen sei dein Mund beredt. Für deß Recht, wer schuldlos untergeht. ׳9 _ ׳> Auf den Munddein Rechtspruch sei gerecht, Gilfs LeS Armen, gil't's des Dürst'gen Recht! — - 10. Biederweib! wem bist du wohl beschert? Mehr als Perlen schätz' ich seinen Werth. 11. Treu umfaßt sie ihres Gatten Sinn, Und nicht fehlt's an redlichem Gewinn. 1s. Güte lohnt ihn, nicht der Bosheit Plage, Durch des Lebens wandelvolle Tage. 13. Flachs und Wolle schafft sie lustbereit, Weil der Hände Arbeit sie erfreut. 14. Gleich dem flinken Schiff der Kauffahrtei Holt aus Fernen Nahrung, sie herbei. 15. Noch ist'S Nacht, sie läßt nicht rasten, ruh'n. Der Hausbedarf, ihrer Mägde Thun- 16. Feld ist. ihr Gelüst — sie hat's erreicht; Ems'ge Hand pflanzt sich den Weinberg leicht. 17. Mit der Schwungkraft gürtet sie die Lenden Und nicht fehlet Stärke ihren Händen. 18. Fühlt sie recht erst des Erwerbes Macht, Nicht erlischt die Leuchte in der Nacht. 19. Rastlos streckt die Hand sie »ach dem Rocken, Und die Spindel darf im Tanz nicht stocken. I 20. Ihr Herd bleibt stets den Dürst'gen offen, Bereit ihr Arm für der Armuth Hoffen. 21. Fürchtet nicht, daß Schnee ihr Haus umkränzt, Denn wie Karmesin ihr Hauerglänzt. 22. Teppiche voll Pracht wirkt ihre Hand, Byssus, Purpur schmücken ihr Gewand. 23. In den Thoren wird ihr Mann gepriesen, Bei den Rathen Sitz ihm angewiesen. 24. Hemden macht sie die gar hoch im Kauf, Ihre Gürtel wahrt der Kaufherr aus. 25. Ihre Hülle: Reichthum nur und Würde, Nimmer schreckt sie nächster Tage Bürde. 26. Weisheitswort erschließet ihren Mund, Ihre Zunge gibt nur Anmuth kund. 27. Sorgsam wacht im Haus sie und gemessen, Brov der Trägheit darf hier Niemand essen. 28. Sie zu preisen harrt der Söhne Schaar, Und ihr Mann bringt so ihr Loblied dar: 29. ״Biele Frauen handeln treu und bieder, Doch wie du, so handelt keine wieder!“ 30. Anmuth trügt, Schönheit ist blos Schein, Gottfürcht'ges Wcib! dich preis ich allein. 31. Mög' die Frucht gedeih'» in ihren Händen, Mögt ihr Ruhm ihr in den Thoren spenden! Lemberg, 1861. Warum Wir? Warum wenn die Stürme brausen, Haß und Scheelsucht schrecklich Hausen, Hat in Volkswuth's finsteren Tagen, Juda stets so schwer zu tragen? Warumwir? Wenn der Freiheit Lüste wehen, Hoch der Zeiten Wogen gehen, Freiheitsglanz das Volk verblendet, Wir es sind, die arg geschändet. Warum wir? Warum wenn eS losgclassen, Frei das Volk in Lieb' und Hassen. Will an uns den Zahn es wetzen, Weinend w i r den Boden netzen? Warum wir? Alleleert den Freiheitsbecher, Froh bekränzen sich die Zecher, Allen soll die Freude winken, Wir nur bitt're Hefe trinken. Warumwir? ״Junger Wein — sagt ihr — muß schäumen", ״JudaS Freiheit soll erst keimen", Ihr wollt Kranz auf Kränze Haufen, Wir nur tragen Dornenreifen? - Warum wir? Aus dem Vaterhaus ^enr^roßen, Will daS freie Volk uns stoßen

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