Allgemeine illustrirte Judenzeitung
- Journal
- Allgemeine illustrirte Judenzeitung
- Volume
- 2 (1861)
- Issue
- 6 (8.2.1861)
- Date
- 1861-02-08
- Page
- Seite 45 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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mlssäre» mit ((arm OrgantsattonSplaue für sammtliche Israeliten des Reiches. Demgemäß sollten je 2000 Israeliten rin Eonfistoriu» haben und sammtliche Eonsist orten unter dem Pariser Tentral-Consistorium stehen. An diesen so wie an den vorbereitenden Arbeiten für den Zusammentrltt drS Sanhedrin'S nahm Furtado den hervorragendsteu Änthcil. — Am 9.Februar 1807 begann da-Sanhedrin seine Sitzungen. Die Rabbinen David Sintzhetm, Segre und Eologna bekleideten die den «Ehemalige» Würden eines Nässt, Ab-Bethdin und Chackam entsprechenden Armier. Das Sanhedrin bestätigte die Antworten der Notablen und ward nach vollendeter Arbeit am 9. Marz aufgelöst; während die Notablen noch bis zum 3. April ihre Tbätigkeit fortsrtzten. — Die Entscheidungen der Notablen und deS Sanhedrin» waren geeignet, alle judenfeindlichen Bestrebungen zu vereiteln; auch blieb die Glrichstelluug in Bezug auf bürgerliche und politische Rechte im Allgemeinen den französischen Juden gesichert; und eS zeigte sich der Geist derselben am besten darin, daß unter einer Mischen Bevölkerung von 80.000 Seelen 800 Krieger, und manche von höherem Range, schon 1808 sich befanden. — Dennoch erließ Napoleon das berüchtigte Decret vom 17. Mai 1808, wodurch er. wegen der in den östlichen Provinzen noch obschwebenden Mlßhelligkeilen zwischen der jüdischen und christlichen Bevölkerung, ausschließlich für diese Provinzen auf einen Zeitraum von 10 Jahren, einige AuSnahmsbkstimmungen rücksichtlich der Schuldprozesse zwischen Juden und Christen festsetzte. — Diese reaktionäre Maßregel, welche unter der Restauration aufgehoben worden, halte die Herzen vieler Israeliten und auch Fürtado, trotzdem er Aussicht batte, Senator zu werden, entkremtet. — Kurtado ward nach der Landung des Herzogs von Angou- IC-me in Bordeavr Mitglied dir provisorischen AdmiaistrattonS-Eom- Mission, und schlug eine ihm angrbotene Stelle während der 100 Tage auS, die ihm aber nach der zweiten Rückkehr Ludwigs XVIII. zu Theil ward. Doch schon am 29. Jänner 1817 machte ein Schlagfluß seinem dem Wöhle seiner Glaubensgenossen und seines Vaterlandes gewidmeten Leben rin Ende. Er hinterließ mehrere Werke, wovon jedoch einige unvollendet: Ueber die Harmonie der Staat-- g e w a l t e n, 4 Bdr.; Versuch über die politischen Spallungen und Revolutionen, 3 Bde.; poetische Uebersetzung des Buches Hiob, nelst einigen Bänden moralischer und politischer Betrachtungen, Materialien zu einer Geschichte der Israeliten und dem Llömoire ä'un Patriot« proscrit, über seine LeidenSzeit während der Herrschaft deS Terrorismus — ' (Rach Btdarrtde und Spazier). Ein Mchlkin. Dunkel sinkt der Abend nieder, Sonne löscht die Fackel aus, Tansend Lichter strahlen nieder In die wette Nacht hinaus, ׳׳_ Nur rin Licht mit mattem Schimmer Brennt im engen Stubenraum, Tag ward'S längst, doch glänzt'S noch immer .Wie rin lichter Morgentraum. — Vor dem Licht ein junge- Wesen Lautlos steht, und sinnt und sinnt. Schaut in'S Licht, als wollt'» drinn lesen, Und vom Aug' die Thräne rinnt. — Sagt! was will dajunge Wesen? Schaut'- wohl dort im Lichtlein was? Gibt'- im Lichtlein was zu lesen Unld wem gilt de» AugeS Naß? Lichtlein ist die stille Feier . Dir den theuren Todten gilt, Wpnn eia JahreStag, eia neuer, ÜnS vor Augen ruft ihr Bild. Ja an jenen SchmerzenStagen Wo erlosch ihr Lebenslicht, Brennt ein Licht, als wollt es sagen, ״Geht, die Geister sterben nicht.^ — Bei des Lichtleins mattem Steine Steigt herauf der Ahnen Bild, AuS de- Herzenheil'gem Schreine. D'rum dem Aug' dir Thrän' entquillt. — Lichtlein mahnt an Elterntreue Die so leuchtend und so warm. Und unist, allegt, auf's Neue Sich um unS ihr weicher Arm, Thränen fallen uugescheuet Auf da- Flämmlrtn. daß eS zischt. Doch eist, als wär'S gefeiet, Denn das Lichtlein nicht erlischt. — KindeSthräne gleicht dem Oele Dadie hril'ge Flamme nährt, Jahrzeit licht ist Licht der Seele. LiebeSlicht, daS ewig währt. H o r t c, tm Jänner 1861. Dr. Adolf «hrentheil. Rabbiner. V"1. (-g-) Ich erlaube mir dem wackern L.?..Einsender im Sprrchsaale des ״Pester Lloyd' vom 5. d. M, der den Zusammentritt eine» jüdischen LandeS-Comitö'S in Pest aus dem Grunde wiverräth, weil man um eine Sache nicht zu bitten brauche, die allgemein alge, recht anerkannt ist, folgendes zu bemerken. Aus dem Umstande, daß eine Sache gerecht sei, folgt noch gar nicht, daß man der bittlichen Vorstellung darüber nicht bedürfe; vielmehr ist eS die erste unerläßliche Bedingung, daß man nur um solche Dinge petitionire, die voll» kommen und unbestritten algerecht anzuerkennen find. Nichtbitten hieße eine Haltung gegenüber der Landesvertretung einnehmen, die uns schon aus dem Grunde nicht zusteht, weil wir auS Liebe zum Vaterlande eben so sehr, wie aus Liebe zum Judenthume die Anerkennung unserer bürgerlichen Rechte herbrizuführen bestrebt fein müssen. Abgesehen davon, daß eine solche Passivität vielen Mißdeutungen ausgesetzt wäre, könnte sie auch leicht Veranlassung geben, daß unsere Sache anderer nicht minder dringender Angelegenheiten halber, die ihrer beredten Vertreter nicht ermangeln, für diesmal gänzlich beseitigt würde. Ueberhaupt hält e- Schreiber dieses für keine Selbstverleugnung um etwazu bitten, wozu man da» Gefühl der vollen Berechtigung in sich trägt. — Möge sich daS edle Selbstbewußtsein und die politische Reife d»S ungarischen JudeuthumS gerade dadurch erweisen, daß eS offen und männlich für sein Recht rtnstehe, und und alle- Mögliche auf biete, um einet ehrenhaften, gesicherten und berechtigten Stellnng im Lande thrilhaft zu werden. WaS wir verlangen, ist nicht derart, um eine philosophisch - geladene, zuwartende Haltung zu rechtfertigen. Wo esich um eine Lebensfrage handelt, da darf man sich auf die Thätigkeit Anderer nicht ganz verlassen; da können die nächst Betheiligten nicht mit verschränkten Armen zusehen.... Die Bitte selbst belangend, braucht sie weder doktrinär noch kriechend zu sein; vielmehr sei sie männlich und entschieden gehalten, so weit diedie schuldige Ehrerbietung gegenüber einem gesetzgebenden Körner de» Landegestattet. — Schreiber diese» brwahn rin festeunerschütterliche» Vertrauen in den Gerechtigkeitssinn der Nation und hält den Fall, daß an» blo» Etnzelrechtr gewährt werden, für höchst unwahrscheinlich. Sollte diese» aber dennoch der Fall sein, so würden wir dirwohl in unserm und «ehr noch im Interesse der ungarischen Nation, die sich dadmch da- Zeugniß der Unreife geben würde, aufhöchste bedauern; dessenungeachtet aber würden wir in den Bestimmungen deS Landtags da- Gesetz resperttren, vor dr« wir in Ergebung unser Haupt beugen. DaS Gesagte dürfte jede nähere Erörterung überflüßig machen. — (P r t v a t m i t t h.) Sonntag de» 3. d. M. hielt die ÜOger Ko«- Mission wieder ,ine Sitzung, in welcher damit der Anfertigung eiueS Wahlstatutes für die .Sr. EultuSgemrinde n<edergesrtzte Subromit^ seinen Entwurf sa«mt de« »otivirendrn Berichte vorlegte. In Sb- Wesenheit de» Herrn N. GotteSmanu präsivirte Herr De. I. Hirsch ler, welcher mit nicht genug zu lobendem Takte, «tt Umsicht und Gewandtheit die Debatte leitete. Rach Berlesuug de» Wahlsiatut- Entwurfes und de- Berichte» erklärte sich die Versammlung »er Allem