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Allgemeine illustrirte Judenzeitung · 1861-02-08 · 6 (8.2.1861) · p. Seite 43

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Journal
Allgemeine illustrirte Judenzeitung
Volume
2 (1861)
Issue
6 (8.2.1861)
Date
1861-02-08
Page
Seite 43 (sequence 3)
Language
German
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sprechend sich förtbildendsn Pflege und Verbesserung unserer, jedem Gemrinvegliede am Herzen liegenden Anstalten, anderseits die beste Garantie gegen den Nachtheil, welcher der Gesammthrlt aus einer etwa irre geleitete» ditrekte« Wahl erwachsen könnte. Die Gewähr einer g»ten Berwaktung stitden wir darin, baß die 48 AuSschoßmitglieder aldie eigemlichen Kapazitäten von der Generalversammlung, aber nicht etwabloS a!uS ihrerMitte, sondernaus sämmtlichen, min bestens 30 Jahre zählenden Mitgliedern der Gemeinde ohne irgend einen CensuS oder sonstige Einschränkung!gewählt werden. ES wäre in der That schwer, wo nicht »«möglich, auf eine andere Art ׳die Vrrathung und Besorgung der öfftnslichen Angelegenheiten in die besten Hände zu legen. Die Garantie der bestmöglichen Wahl bezüglich der 6 Ehrenstellen von Seite sämmtlicher Gemeindemitglieder liegt aber auch zunächst darin, daß mit Ausnahme deS Präses jeder der.zu Wählenden schon vermöge seines Titels eine gewisse Rücksichtnahme auf spezielle Befähigung zu der Stelle, von Seite der Wähler voraussetzen läßt. Man darf demnach mit vieler Zuversicht erwarten, daß wenigstens ein Theil dieser Funktionen auf Männer übertragen wird, die solchen halbwegs gewachsen find. Da aber der Präses und die 5 Funktionäre keine Korporatkon bilden, nichtbeschließen können, und nur die Erekulive ver Körperschaften üben, denen sie präfidirett, so kann von materic l l e m Schaden kaum und etwa nur von dem moralischen einer vielleicht nicht 1 passenden Repräsentation nach Außen, die Rede sein. Diesem möglicher Weise, aber nicht wahrscheinlich eintretenden Nebelstände zu begegnen, gibt eS der׳ Ueberzeugung Ihrer Commission zufolge kein geeigneteres Mittel, als die Bedingung der absoluten Majorität für die Wahlgiltigkekt zu einer der genannten Ehrenstellen. Auf diese Art ist dem häufig nur durch einen glücklichen oder vielmehr unglücklichen Zufall hrrbeigeführten Ueberwiegen einer Minorität die kräftigste, ja eine nicht zu überschreitende Schranke gesetzt. Wir sprechen eS aber entschieden aus: Ihre Commission, ja Sie sclbst haben nicht daS .Recht, Ehrenstellen einem Manne zu versperren, zu welchen ihn die absolute Majorität der ganzen Gemeinde erkoren hat. Dies ist in allgemeinen Umrissen der Entwurf, den die Com- Mission Ihrer reiflichen Beurtheilung unterbreitet. Sie werken auö dem Elaborate weiterS entnehmen, daß der jährliche Austritt eines Drittels der Äusschußmitgliedet, im Interesse eines freien Ausdruckes der herrschendest Meinung, beantragt wirk, daß die Honoratioren ohne Weiteres Wähler und wählbar sind; — daß die einzelnen Sektionen res Ausschusses Beisitzer von Fach mit votum informativuni zur Seite haben, und daß wir insbesondere den Lehrern der Gemeindeschulen durch kbre Berufung in den Ausschuß jene ehrenhafte Anerkennung zu Theil werden lassen, die sie in den Augen ihrer Schüler wie der Gemeinvegkieder erhebt und die ihnen bisher eben in unseren isr. Gemeinden auffallend genug vorenthakten worden ist. Geehrte Versammlung! Soll Ihre Commission eS unternehmen, Einiges zur Kennzeichnung ihrer eigenen Arbeit als Schlußwort . dieses Berichtes anzufügen, so weist sie nochmals auf die Abschaffung des CensuS, auf Herstellung der direkten Wahl, auf praktisch gtqliederte Organisation der Gemeindeverwaltung, als auf ebenso viele Grundsäulen hin, die ihr danach angelegt scheinen, daS Gebäude un» seres Gemeindeverbandes nicht blos einige Jahre sondern auf lange Zeit hinaus unerschüttrrt zu trage». Vergleichen wir diesen Enstburf mit der in diesem Augenblicke ablaufcuden bisherigen Ordnung: so haben wir anstatt eines unter allen Neltgionsbekentniffen dieser Stadt uns ckeineSwegS zum Vortheile auSzeichnenden CensuS — daS all* gemeine SfimmrechtÄller, die nach ihren Kräften zu den Lasten der Gemeinden beitragen; — anstatt einer in Nichtals dem Reichthume begrünteten Bevormundung der großen Majorität durch dir Minorität — die diesen Mißbrauch aufhebenve direkte Wahl; endlich anstatt einer Glerernng nach Kreisen der Eontribu» ritten — eine^Gltederuiig nach Kreisen der Capazitaten. Aber-d^urch nichts hofft Ihre Commission mehr dem Wünscht dieser Versammlung entsprochen zu haben, in k^eine-m Punkte glaubt sie mehr auf allge» meine Bei st tmmung z ächten zu dürfen, aldwrch den stets vor Augen gehalterten Gru nvsatz7 unter keinem wie immerlau'tenven Bürwandt andrm Ehrwürdigen Glauben der Väter zu rnttel.» pder dem Gewissen auch deS Lngstlichst frommen Gli-de -dieser Gemeinde nahezutreten. ״Pesti Kirnök" Md die Hvdrnsrrche. ״Pestt Hirnük" tritt in einer galligen Anwandlung gegen fetnln ehemaligen Parteigenossen, den ״Fdrtschritt" mit seiner wahre« ungeschminkten Gesinnung vor di« Otffentlichkeit hi». ״So lange" sagt er, ״die Jude« nicht unsere Sitte» nad Gebräuche, unser» Kleid»ng und Sprache annehmen, können sie nicht an unserer Gesetzgebung Theil nehmen. Wir möchten unter ihnen Feldbauer, Holjhackrr, V6resek, Knechte, Lastträger u. s. w. erblicken. Gesten denn nur fit das Vorrecht haben, den Rahm des sozialen Lebe»S zu genießen? " — Jetzt ist eS Hera«- l Jetzt endltth wissen wir es, wadie MeinungSgenoffen deS ״Pesti Hirnäk" von den Juden verlangen, damit selbe der Emanckpation würdig werden. Die Juden müßten zuerst vollkommen Ungarn sein nach allen Beziehungen hin, die sich äußerlick kundgeben lassen. Auf Gesinnung wird dabei wenig oder gar Ain Gewicht gelegt: dafür aber auf Kleidung, allenfalls auf einen bequemen Mantel, der sich nach allen Windrichtungen drehen läßt, wie ihn mancher nicht-jüdische Ungar zu tragen pflegt. Waer unter Sitten und Gewohnheiten der Ungarn versteht, wissen wir nicht recht; aber das können wir versichern, die Inden werten ihre eigenen »ltehrwürdigen Sitten und Gebräuche, in so ferne sie sich durch Religion und Geschichte begründet rrwriftn und für daS Gemeinwohl des Landes unschädlich sind, ebenso wenig aufgebrn, als diedir Juden irgend eines freien Staate-, wie England und Frankreich?e, jemals gelban oder jemals thun werden. Wenn wir unaller Eigevthümlichkeiten entkleiden sollten, um uns zu befähigen, an den Berathun gen des Landes Theil zu nehmen, so wäre dienicht eine Gleichberechtigung, sondern geradezu eine Knechtung. Auch würde diewenig von der Toleranz, geschweige gar von dem Gerechtigkeitssinn der nngarischen Nation zeugen, wenn sie bei allen an der Gesetzgrbung theilnebmenvrn Stämmen diese Bedingungen stellen würde. — In Kleidüng und Sprache können wir uns fügen, und thun eS auch gerne; zum Aufgeben aber aller unserer Sitten wollen wir uns nicht um; risiren lassen, nicht einmal von einem ״Pesti Hinwk! WaS die Qnalificackkon als Wasserschbpfer, Sackelträger rc. betrifft, so können wir Gott sei Dank eine beträchtliche Schaar jüdischer Candikaten aufweisen. Möge die löbl. Redaktion deS ״Pesti Hirnük" bei gelegener Zeit einmal an der Donau bei den FruchtauSkadepiätzen ihre Betrachtung anstellen, oder möge sie ihren Correspondenten in Gran, Naab rc. den Auftrag geben, ähnliche Erhebungen daselbst zu machen und sie wird zu ihrem freudigen Erstaunen bekennen, daß die Söhne Jacobs nicht bloS dtn süßen Rahm zu kosten bekommen. Möge ״Pesti Hirnük" ferner sich bedeuten lassen, daß die Juden zahlreiche schwere Handwerks betreiben «nv darunter schwerere, als das Leitartikel zu schmieren und ehrenrührigen Notizrnkram z« fabrtzirrn, daß wir auch Frlrbauern besitzen, dir im Schweiße ihre- Angesicht» ihr Brod der Mutter Erde abringen. Das Einzige, in welchem wir dem ״Pesti Hirnok" Recht tinräumen müssen, ist, daß wir keine Bvresek besitzen, wahrscheinlich aber deshalb, weil die jüdischen Arbeiter nicht zu diesem Ehrenposten verwendet werden. Wir wundern uns nur, daß man von dieser Seitt aus nicht dir Bedingung stellt, wir würden eher nicht emanzipirt werden , bis wir einen Stuhlrichter , Geschwornrn, Comitatsbrisitzer rc. aufweisen könnrn, oder, um eS kurz zu sagen, bis wir nicht beweisen könnnk, daß wir nicht schön ftührr emancipirt worden find. Rach den vom ״Pesti HtrnSk" angeführte» Nrtheilen wäre ras so ungereimt nicht, oder doch^nicht ineonftstueNt י — UebrigrnS können wir auch das Nachweisen. Wir find kn der That schon längst in allen civilisirteN Ländern EstropaS vsllkommen glekchberechtigt. ohne daß eS dem Wohld dieser Länder zum Nachtheile gereicht hätte, daß wir die Sitten, Gewohnheiten der übrigen Mitbürger nicht sämmtlich adoptttttn. -'-׳׳'׳ «0r AbMiMß.; .h . . «tzraham y»rb<rd»»st«Nm«e von atnee jemr Kmnilbm in Portugal, die da- Geheimnist 4hr«S Glaubens sorgfättig vrrwähr-

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