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Allgemeine illustrirte Judenzeitung · 1860-12-28 · 22 (28.12.1860) · p. Seite 173

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Journal
Allgemeine illustrirte Judenzeitung
Volume
1 (1860)
Issue
22 (28.12.1860)
Date
1860-12-28
Page
Seite 173 (sequence 5)
Language
German
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Brand — die Funken stoben mächtig, er loderte mit Macht ,— ein riest» ger Holzstoß nährte — das Feuer, das Tag und Nacht nicht aufhört^ — da sprach der Mann zu mir: dieser Brand, brennend wie ein Strom von Schwefel — ist bestimmt für Seelen voll tiefem Frevel — und willst du wiffen die Namen dieser Bösen — und von welcher Art sie gewesen — so brauchst du nur die Namen zu lesen — die sie eingegraben — auf den Stirnen haben. — Ich blickte hin und sah in deS Brandes Mitten — die Sodomiren und Gomorrhiten — und Grfau, der der Erstgeburt Hohn — sprach und Simei, Gera's Sohn — Athalia, die den ganzen Königsstamm schlachtete — Absolon, der nach deS Vaters Thron trachtete — und der in Micha'S Haus weilte, der Lewiter — imd Achasjah, welcher fiel durch das Gitter — Sisra hüllte in seinen Lacken sick enger — Haman den Jude^ibedränger — da war, Amalek, der mit den ISraeliten — in Rafidim gestritten — Jaasanja Sohn Schafan'S und Joab — Jojakim und die Kusibiten, die gebuhlt mit Moab -— da war Bileam der Sohn des Beor — wegen der Sache von Kosbi nnd Peor — Jockanan Sohn Äoreach'S und Hosia'S Sohn Jaasanjah —׳׳■ und Jsmael Sohn des Natanjah — Necho uud Chophra das Pharaonenpaar — und Geckasi der aussätzig war — da war Abimelech Sohn des Jerubaal — und die Propheten deS Baal — Achitophel der Gileoniter — Seba Sohn Bichri's der Benjaminiter — Simri Sohn Salu's, Stammfürst der Simeoniter — Sauballat der Choroniker — der Sklave Tobia der Amoniter — der Araber Geschein und Nabal der Karmeliter — da waren Eli's Söhne, Chophni und PinchaS, versenkt in kothige Tiefen — weil sie die opfernden Frauen beschliefcn —- Achab Sohn Kolajah's uud Zidkia Massia's Sohn — die zum Fluche geworden bei ihrer Nation — der Edomiter Doeg, besten Name von der Erde schwand — weil er tödtete 80 Priester, tragend das leinene Gewand — Kain der Mörder des Abel — Achab und Jesabel — Zidkija Sohn des Ke nana — Recheb und Baana — weil sie testeten den Jsboseth — Sanl's Knecht, Ziba der Berläumder des Mephiboseth. — Da war Eham — welcher sah deS Vaters Scham — und hinaus eilte — nnd es den Brüdern mittheilte — Loth's Töchter vom Vater beschlafen — Paschchur Sohn Jmer'S de- Pfaffen — Sichon König der Emoriten — die Söhne Seirs deS Choriten — Og, König von Baffan, besten — Rauch aufstieg, wie der Rauch der Esten — Sanherib und Nebusarada» der oberste Trabant — Nebucadnezar, der den Tempel verbrannt — da war Bela König von Sodom und Birscha — Kusckan Rischataim und Mescha — da war Titns der Sünder — Achman Talmai und Scheschai die Riesenkinder — Antiochus, gesäugt mit Drackengift — Rachum bal Tem und Schamschai, der Mann der Schrift — Sulamith Tochter DibriS, die verfluchte Dirne — Juda's König Usiah mit dem Aussatz an der Stirne — Chieb aus dem Hause Eli, der Jerichoaufrichtete — Jer öbeam, weil er die goldenen Kälber errichtete — und wegen der Steuerungen die er selber erdichtete — da waren Myriaden von Ho», henpricstern — von Weibern die nach Unzucht lüstern — Potiphar« Weib an der Spitze dieser Rotte — da war Abia, der abfiel von seinem Gotte — seine Worte machte.zum Spotte — seinen Bund zerstörte — Jojakim der sündenbethörte — Amnon und Jonadab sein Gefährte — Penina die Channa's Frieden störte — und Chamor der Dinah entehrte — hier wälzte sich Joas im Blute Zacharia's — dort war Achas, Sohn Jotkams Sohn Usia's — und Baasa Sohn Achija's — Asarja Sohn Amazjah's der irregcführte — und Simri, welcher in Tirzah regierte — Iojakim weil er erpreßte und bedrückte — und Ewil Merodach der verrückte — da war Belschazar das Haupt mit Kohlen bedeckt, — der die Tenipelgeräthe zu holen sich erkeckt — und sich daraus bezechte — an der Seite seiner Dirne» und Knechte; — den verruchten CSanaan sah ich hü- Heu — seine Sünde ist wohl eingeschrieben — seine Schuld wohlverwahrt geblieben —־ hier wurde er in der Mühle zerrieben — in der Stampfe zertriebeh — und in Kessel geschmort. — Auch sah ich an diesem Ort — Juda's und Benjamin's glattzüngige Feinde — die Ränke schmiedeten gegen die tempclbauende Gemeinde. — Tort war Aristoteles beschämt und voll Schand —^ weil er sich zur Uranfänglichkeit der Welt bekannt — da war der Meister der Aerzte Galen — der sich konnte untersteben — MoseS den Vater der Propheten zu schmähen, — da war Abunezar, sein Tag ist verblichen — weil er die Identität des absoluten Geistes mit dem der Sterblichen — eine Chimäre der Alten nannte — und sich zur Lehre von der Seelenwandrung bekannte. — Da war Plato, die Krone der Philosophie — weil er dem Berhältniß und der Kategorie — eine vom Denken unabhängige Wesenheit lieh — und seine Worte ausgab für Prophetie — Pa war Hippocrates, weil er mit seinem Wiffen karg —seine medizinischen Schriften der Welt verbarg — da war Avicenna, verspottet und verachtet — weil er es für möglich erachttt — daß ein Mensch entstünde, ohne daß ein Mensch ihn zeugte — weil ihm die Schöpfung der Berge natürlich däuchte — womit er sich zum Glauben an die Unerschaffenheit der Welt hinneigte — da waren außerdem unzählige Schaaren — die vor mehr oder weniger Jahr.ru — gestorben waren — alte und junge Seelen — vor Menge nicht zu zählen. — Pr st. Wie bereits in Nr. 21 d. Bl. erwähnt worden, erklärte ffch Graf Joh. B-irk/iczy in der Graner Coifferenz für Modifikation deS die ISraeliten vom Wahlrecht ausschließenden Gesetzes v. I. 1847/8. Wir geben hiemit die betreffenden Wotte deS edlen Grafen, nach dem ״Pesti Hirnök" in wortgetteuer Uebersetznng: ״Seitdem die Gesetzgebung im Jahre 1848 das Wahlrecht auf die Bekenner der gesetzlich rccipirten Religionen beschränke, hat sich gar vieleverändert. Unseren heutigen Verhältnissen zufolge werden, wie ich glaube, die Worte des Gesetzes ״gesetzlich aufgenommene Religionen" am künftigen Landtage eine andere Definition erhalten. Ich meinestheils erkläre es gradezu, daß ich diese Gesetzesversügung für eine unbillige ansehe. Seit 1848 haben sich die Israeliten bei uns bedeutend vermehrt; gegenwärtig beläuft sich die Zahl derselben auf 340,000 — 350,000; und wir wiffen, daß sie im Besitze großer Kapitalien find, und׳ zwar nicht blos in materieller, sonder» auch in geistiger Beziehung; so sehen wir z. B. in den übrigen Theilen der. Monarchie die periodische Presse größtenthcils in ihren Händen. Doch jede weitere Motivirung bei Seite lastend, will ich nur meine starke Ueberzeugung auSdrücken, •’ daß die Zukunft Ungarneerfordert, jene 340 — 350,000 Seelen zählende Glaubensgenoffenschaft nicht außerhalb deS VerfaffüngswalleS ferner zu laffen, sondern ihr innerhalb desselben Platz zu gestatten. Befferes kann, so glaube ich, der künftige Landtag nicht thun, und selbst bis dahin halte ich die Anregung und Erörterung dieser Frage für zweckmäßig." — * Pest. In der Generalversammlung der städt. Repräsentanten am. 24. d. M. wurde der Antrag, für den verstorbenen Mich. Muzsik einen iSr. Ersatzmann zu wählen, als der Bestimmung deS Gesetzes v. I. 1847/8 widersprechend nicht angenommen. A Zur Widerlegung der verschiedenen umlaufenden Gerüchte erkärt Herr S. W. Schoßberger im P. Lloyd v. 22. d. M: daß er sich defteundlichsten Empfanges bei Sr. Eniinenz dem Kardinal-PrimaS zu erfreuen gehabt, und daß einzig u£$, allein ein inzwischen eingetretenes Unwohlsein seine Abwesenheit vöi^ckrr Eonferenz in Gran veranlaßt hat. — * Am 22. d. M. fand die Generalversammlung des Allgem. iSr. Kranken- und Leichenvereines statt. Die ihre Abdankung einreichenden Functionäre wurden durch Acclamation wieder gewählt. * DaS Programm für die bereits mehrfach von unS erwähnte, mit Neujahr zu erscheinende ungarisch-jüdische Zeitschrift: ״A’ Magyar izrnelita" von I)r. Leopold Rokonstein ist uns zugekommen. Die darin sich kundgebende Tendenz läßt für daneue Unternehmen den besten Erfolg ermatten, den wie ihm auS vollem Herzen wünschen. Lorrespoildrnz. Fiillskirchcu, im Decembcr. (Ein Bedürfniß der Zeit.) Den! aufmerksamen Beobarliter der jetzigen Zustände unseres hcimathlichen Herdekann die Wahrnehmung nicht entgangen sein, welch' eilte außergewöhnliche Regsamkeit auf jedem Gebiete staltsindet. Jeder ermattet von der politiscben Umgestaltung des Vaterlandes eine radikale Heilung seiner eigenen noch immer nickt verharschten Wunden, eine zeitgemäße durckgreifende Regenerirung seiner mehr oder minder kritischen Lerhältniffe. Der ungarische Jude, wohl eingedenk der großmüthigen und edlen Gesinnungen der ungarischen

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