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Allgemeine illustrirte Judenzeitung · 1860-11-02 · 14 (2.11.1860) · p. Seite 110

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Journal
Allgemeine illustrirte Judenzeitung
Volume
1 (1860)
Issue
14 (2.11.1860)
Date
1860-11-02
Page
Seite 110 (sequence 6)
Language
German
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—»» 110 «•— einer größeren durch ihn hiemit begründeten ״Präparandeu-Biblio- 1Hek" auSdrückt. Indem wir nun diesen hochherzigen Act mit dem Ausdrucke deS wärmsten Danke» zur öffentlichen Keuntniß bringen, können wir nicht umhin au alle Schul- und Jugendfreunde die ergebene Bitte zu richten, daß dieselben zur Berwirklichung der in der oben erwähnten Zuschrift ausgesprochenen uneigennützigen Hoffnung, nämlich zur Bermchrung der soeben begründete» Präparanden-Bibkiothek ihr Schärflein beitragen mögen. Fast in jedem Hause finden sich Schul- und Lehrbücher, Brochüren und wissenschaftliche Werke älterer Auflage, ohne von Jemanden benützt oder gelesen zu werden. Einer Präparanden-Bibliothek sind aber solche Bücher eben sehr willkommen und zwar um so mehr, wenn ein und dasselbe Buch in mehreren Exemplaren vorräthig ist, damit dasselbe von mehreren Präparanden zugleich ftudirt und sodann gemeinschaftlich unter Anleitung des PräparandenlehrerS besprochen werden könne. Wir geben uns kaber der angenehmen Hoffnung hin, daß die vom Herrn״ W. Schknseld ausgestreute Saat die herrlichsten Früchte bringen und daß die israel. Lehrerbildungs - Anstalt zu Pest durch die Theilnahme edler Sckulftcunde recht bald eine zahlreiche Präparanden - Bibliothek besitzen werde. — Gottes Segen den Unternebniern und dem Unternehmen! _ el. Lederer. >. Einem uns zufällig zu Gesichte gekommenen ״das prov. Vereins- (somit.-" unterfertigten Ausrufe entnehnien ivir, daß in einem Kreise hiesiger junger Leute die Idee zur Reife gebracht wurde, einen Verein zur Unterstützung armer israel. Sturirenden in Pest ins Leben zu rufen. ״Mil der Zahl von 2()*) Mitgliedern wirk der Verein als consritnirt er- ״klärt. Jedes Mitglied subscribirl aus die Tauer von vier Jahren einen ״jährlichen Beitrag von wenigstens vier Gulden, anßerdcm einen beliebigen ״Beitrag «in für allemal zur Bildung eines Vereinsfonkes. Gleich nack ״hoher Genehmigung rer Vereins - Statuten, welche -das von den ersten ״Gründern gewählte provisorische Ccmilst rer h. LanreSstelle unterbreitet, ״wird die erste Generalversammlung aller subscribinen Mitglieder zusam- ״nientreten, um eine Wahl res leitenden Vereinsausschuffes vorzunehmen." Gewiß ein zeitgemäßes, rer Theilnahme jedes warmfühlenden Glau׳ bensgenossen würdiges Unternehmen, ras darum auch keiner wortreichen Empfehlung bedarf. — Wir bedauern übrigens, weder über die Mitglieder des ״prcviferifchcn Vereins - Comilü" noch über den oder die Abfasser rer Vereins - Statuten etwas Rähcres angeben zu können. — Vermutklich ist das in Rede stehende Projeck identisch mit dem bereits vor einem Jahre durch den wackeren Verfasser des Belh-El, Herrn Ignatz Reich angeregten, welches seiner Zeit Tr. Ehrwürren rem Herrn T ber-Rabbiner und rem löbl. Gemeinde-Vorstände zur Förderung und Umerstützimg unterbreitet worden. — ן.: Aus dem Jahresberichte res Pester Armeukinrerspitals für mitgetbeilr vom Herrn dirigirenden Primararzt 1)1\ B׳>kal in Rr. 44 te>- ״Crrcft H-tilap" ist ersichtlich, daß von den 41-4 in reu Tpllaisberren verpflegten .'lindern 1*1י rei niosai'cken Eonfefnou ׳augehörlen. Lorrclpondrnz. :Kcdlllll), - Hclobei. (Geehrter Herr Redakteur! Ta Tie es nc>׳ bei rer Herausgabe Ihres vielge>ll׳ätzten Blaues Zur Ausgabe gestellt zu kabe» scheineu, dem Zustande rör israel. Tchulen in inisereul Vaterlande die größte Aufinerksaiilkeit zu schenken, so dürste Ibncu benolgeure Tchilrerung einer Feierlichkeit, ti'ild.e unsere Gemeinkc am r. M. beging, nicht un willkommen sein. Möge ras Bcisviel res Ebrenniannes, ressen Verrienste uni die Tchule am Tcklune feiner Wirksamkeit die dankbarste Anerkennung sinken, viele Männer in Israel zur Rachabmung anspornen. Herr Aron Pick, rer sich durch feinen Verstand, feinen biederen Ebaracter und feinen Woktlhätigkeitssinn einen ׳Rainen von gutem .'l lange in den weilen lssauen unseres Vaterlandes erwarb, stand seit 14 Jahren der auf seine Anregung ins Leben gerufenen llklamgen Volksschule als Trts schularsseber vor, und erwarb sich während dieser Zeit dnrch feinen organisalcrischen Geist, durch die streng religiöse Richtung, welche er der Erzie hung der Schuljugend gab, so wie nickt minrer durch die bedeulenren Tum men, die er jährlich der Schnlkaffe zufließen ließ, unvergängliche Verdienste um diese Anstalt. Als er daher am 4. d. M. in Folge seines vorgerücktem Alters und seiner geschwächten Gesundheit resignirte, hielt eS der Vorstand für seine heiligsten Pflicht, solchen Verdiensten und Opfern gegenüber, dem allgemein gegeachteten Veteranen durch Ueberreichung einer Adrcffe seine Dankbarkeit an den Tag zu legen. Zu diesem Zwecke begab sich am 20. d. M. 9 Uhr Vormittags, unter Borantritt der von den Lehrern geführten Schuljugend, der gesammte Vorstand, an dessen Spitze sich unser ehrwürdiger Herr Rabbiner Dr. M. Zipser, so wie der Cantor Herr W. Stern mit seinem Chorpersonale befanden, in die Wohnung des Herrn Aron Pick. Als derselbe, geführt von seinem Sohne, dem würdigen Vorsteher unserer Gemeinde, Herr Sigmund Pick, und dem Präses des Schullomits's Herrn Or. Leopold Jellinek, in das für die Feierlichkeit bestimmte Zimmer ttat, war seine Rührung über die ihn erwartende Ueberraschung so groß, daß er die Thränen kaum zurückhalten konnte, welche noch reichlicher flößen, als das Chorpersonale das Lied: ״Willkommen Festesmorgen" anstimmte und prächtig durchführte. Hierauf hielt Herr Rabbiner Or. M. Zipser eine meisterhafte Anspräche an ihn, in welcher er dessen Verdienste um die Schule und die Gesammtgemeinde mit solcher Wärme, den allgemeinen Schmerz über dessen Rücktritt mit so lebhaften Farben schilderte, daß kein Auge ttocken blieb, und der Gefeierte sich lange sammeln mußte, bis er seine Freude und seine Dankbarkeit für die ihin bereitete Ueberraschung ausdrücken konnte, wobei er, in gewohnter Bescheidenheit seine Verdienste um die Schule nur gering anschlagend, das feierliche Versprechen gab, unter allen Verhältnissen für die Schule und die arme Schuljugend sorge» zu wollen. ן Torann überreichte Herr l)r. Jellinek die Dankadresse, — welche hier mirselgl. — Zum Schlüße der Feierlichkeit sang das Chorpersonale: ״Es blüht ein kleines Blü1nche,r" und sprachen 2 Schulkinder, ein Knabe und ein! Mädchen, ersterer in deutscher, letzteres in ungarischer Sprache tiefgefühlte Worte des Tankes für ihren scheidenden Schulauffeher, welche ihren Eindruck nicht verfehlten und den Herrn Lehrern B. Teemüller und W. 'tranier zum größten Lobe gereichten. — Adresse. ׳ Geehrter Herr! Als Tie vor 14 Jahren die schöpferische Idee zur! Gründung einer Tcküle faßten, thaten sie es nickt nur in der Ueberzengung; von der Rützlickkeit und Rothwentigkeit des Unterrichtes im Allgeineinen, so» rern Tie faben auch in Ihre»! divjnatorischen Geiste die Zeit voraus, wo 1 reales Wissen von unseren Glaubensgenossen als Bedingung zur Eilangung . ihrer Menschenrechte gefordert werden würde. 'Tie übernahincn in dein aus Ihre Anregung ins Leben gerufenen . Institute die Oberaufsicht und richteten Ihre Alifmerksanikeit nicht bloß aus i rat gründlichen Unterricht, sondern auck vorzüglich auf die religiöse Erzieh- ׳ uiig rer Schuljugend. i Mil welcher strengen Gewissciihaftigkeit — und in Anbetracht Ihres 1 vorgeschrittenen Alters müssen wir sagen, mit welcher Selbstverleugnung Sie - Ihren Pflichten als.Tchnlausseher nachkainen, dafür spricht das herrliche Gereiben uiiserer Tckule »nd die nickt kleine Zahl junger Leute, die in der selben zu nützlichen Mitgliedern rer (Gesellschaft herangebiltet, in verschiede- . »en tzebensfphären wirken und dadurch dein tranrigen Loose des armen In den eulrlssen wurden: dafür sprechen die reichen Zuflüsse aus Ihren eigenen Mitteln für die Tckulkasse, so oft durch vcruiindertes Einkoiuinen die Forteristcnz der Tckule in Frage gestellt wnrkc. Mit Wchmilth sehen wir Sie sonach von einem Institute scheiden, ras Tic kerangezogcn, ras Sie wie ein zärtlicher Vater geliebt, wie ein künstverstänriger Gärtner gepflegt und veredelt haben! Sie scheiden von einein Institute ressen Zierde Sie waren, ans ressen Resultate Sie niik Stolz 1 und Selbstbefriedigung znrückblicken dürfen. Unr indem wir Ihnen dieses sagen, beschleicht uns ein Gefühl der Angst und rer Besorgniß für den Fortbestand und die FoNentwicklung rcS ן schönsten .'tleinodcs -unserer (Gemeinde, unserer Sckule nämlich.; Wer versteht es so wie Sie den Geist rer Zwietracht, und der Parlhcicn zit bannen, und die wirerstrebcndsten Elcincnle zu vereinen, wo es sich »in ras Interesse der Gemeinte bandelt! (Gewähren Sie uns kcninach den Trost; daß Sie auch hinfort, wie wir zuversichtlich hoffen, mit Ihrem weisen Ratlie, mit Ihrer reichen Erfahrung, und mit Ihrer gewohnten Zärtlichkeit Ihrem j Lieblingskinde, der Tckule, uud dem jeweiligen Leiter derselben beistehen wer- ן den, unr Sie werden durch riese Versicherung Ihren für die gesammte Gemeinde schmerzlichen, durch Ihr Hohes Alter und Ihre geschwächte Gesundheir herbeigefnhrten Rücktritt von der C beraufsickl der Schule um ei» bereutendes erträglicher macken.

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