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Allgemeine illustrirte Judenzeitung · 1860-10-05 · 10 (5.10.1860) · p. Seite 76

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Journal
Allgemeine illustrirte Judenzeitung
Volume
1 (1860)
Issue
10 (5.10.1860)
Date
1860-10-05
Page
Seite 76 (sequence 4)
Language
German
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—n 76 tute, waren über rie bevorstehenden Festlichkeiten beinahe freudetrunken gewerten. Auch tas liebe, gute Gevatterkinr mußte eine Ahnung een der Sache haben, ra cs sich se behaglich in ter Wiege streckte und so;»frieren in rie Trübe hinein lugte. Allein was kümmerte man sich um dieses >tinr '? — Cfnrcb( — wenn man's genau hätte untersuchen wellen, rieses arme, kleine, in rem Wickelkiffen gebundene (Geschöpf — ten ganzen segeusreichen Zuflanr in rer Xbtllc berbcifül׳rte erer minrestens eeranlaßte: vcn rer Aussöhuung Abrabam Mobn's mit rer Welt angefangen, bis hinab zu rer bevorstehenren Heiratb;wischen Leopolr nnr Esther! —■ Be» tiefer sckrcienren Unbilligkeit abgesehen, muß inreß zur Ehre rer draeen Bewohner T .. .'s bemerkt werten, rast, wie verschieden auch der t^rar rer freurigen Erregung bei rem Emen erer rem Andern derselben gewe'en fein mag, rech Niemanr eine hämische Bemerkung an die Nackricht knüpfte, nur raß cs Jedermann se reckt degreiflick fand, raß der reiche Tobii Abraham Siern's rie reicke Tockter Abraham >tobn's heiratben werte. An ren Berfreber nnr ren Emigranten tackle tabei Niemank.— 2emit war die Tacke in rer -Mbille vellkemmen abgetban nnr erlerigk; man sah nur noch mir Sebitfuckl rem nächst statlsinrenren ״Bersprechen" entgegen, nnr beieckncie nnr beilänng, raß rie Hochzeit in höchstens 2— 3 Jahren i» Ansfickt stehe, nacktem Leopolr Stern׳ als Erstgeborener nur als Sohn reo Vorstehers binnen rieser kurzen Zeit rie Aussicht barte, feine Familienstelle;>! erhalten: wenn aurers rie nack rem (besetze rer Wahrscheinlichkeit entworfenen nnr für rie Af׳.׳c»ra:icnsgefeUschaflen niaßgebe-iren Tierblickkeiistabellen nickt völlig trügen folllen. lieber alles ras sprach man mit einer solchen Gewißheit und Umsräutlickkeir — als ob man es rirect aus dem Mnnre eines der beireu abrabamitisg.-rn Baker gehört l'ätke. Nun, was Abrabam Stern belangt, wollen wir cs;war nickt ganz in Abrere stellen, raß er geneigt gewesen wäre, in die vom Publikum getragene nnr gleickfam atoptirte Angelegenheit eiuzngehen: dafür aber können wir mit voller Bestmlmtheil sagen, raß rieß bei Baker Mohn durckaus nickt rer',call gewesen war. — Tcuderbar genug, staut Abraham stöhn >'c nabe;um Sckauplatz res Ereignisses nnr rock fo weit vom Schallfokus res vcn ta nck allenthalben verbreikenren (berücktes; so laß er vielleickk rer Lenie war, rer etwas von der Sache hörte, aber gewiß auck rer Erste, der dagegen rie entfckierenste Benvabrnng einlegte. Forrietzmig folgt.» Lin kleines Leitbild. __ An ne geehrte Reraclirn rer ,,Illustrineii Iuteilzeitung" in Pest. .srnnksurt n. ZIk., ren 27. Lerrenider I ' Ick glaube, mir Neckt voraurseben;11 dürsen. daß der Name Ihrer Zeitschrift keineswegs allein aus rie Äbbiltüngen anziehenrer Gebäude, Jenlickkelten, Persönlichkeiten u. f. w., welcke ren fernlebenreu Lesern ansckaulicke Begriffe von ren Ergebnissen der vielver;weigteu Bewegungen unserer Zeit darbicten sollen, hindeutet, soiircrn alle die ckarakleristilchen Bilrer umsaßt, welche, ohne gerate ein Mcmeut für ren Griffel oder Pinsel;u gewähren, rurck einsacke Darstellung eines Vorgangs einen Bück in rie Berhältuinc ter Gegenwart eröffnen, nnr rem Geiste fruchtbare Beschäftigung geben..Tie bisher mir;uzegangenen Blätter, ׳Nr. l—•■?, bestärken mich in dieser Änuabme, daher benütze ich gerne eine Anregung;ur Einsenrung einer kleinen Ebarakler-Skizze, rie nck nur rurck Worte gut tarskellen läßt, in einer Neide von Zeichnungen aber für eine ganze Galerie Troff liefern würre. — Vielleicht erwirbt nck riese Tki;;e ein Annetlungsreckt ans Ihrem Gebiete, wenn ick ste als ein eingeborenes stinr res Unzarlances einführe, welckcS rurck ren Aram'fchen Vorwitz eines Inländers, etwas wissen zu wollen, was er süglick entbehren konnte, nnr niöglickeriveife ihm einen Ausweis aus seinem Parariese znziebt,׳ erzeugt worben. Ich senre sie Ihnen, vielleicht erkennt cer Urheber ihres Daseins seine Vaterschaft an, wo nickt, so mag sie andere Annebmer sticken. Unter ren taiifencerlei Anfragen, reuen übrigens deiner entgeht, welcher öffentlich zu arbeiten pflegt,, sinken nck bisweilen solcke, rie eine Verlegenheit verursachen, wie renn ras Sprichwort schon raraus hinweist, daß Frage» viel leichter ist, als beanrworieu. Sc ergel-t cs nun mir mit einem gan; naiven Fragesteller ans dem Lande, ras unser großer Strembespült, und rem rie vielen Aepfel nur Birnen, Aprikosen und Pfirsiche, selbst rer 1 Wein von Tokai und Oedenburg nickt genügen, — er muß auch kosten, ן : was hinter hohen Umzäunungen wächst. Daß ein listiger Lauscher il,n gehetzt i habe, glaube ich nicht, denn seit unsere Tagblättcr plaudern, kann kein Ehemann mit seiner andern Hälfte ein vertrautes Wörtchen wechseln, ohne daß eine doppelte Echo die Endsylben ausschwatzte, unbekümmert darum, ob die Vorüberzehenren Witz genug haben, das Fehlende zu ergänzen. Manche Tochter Echo ruft's weiter ihren Schwestern zu, und die st int er und stin-! reskinder sehen den Urahnen nickt mehr ähnlich. Genug ein Paradieses-Gej schöpf spitzte die Ohren, und schüttelte den stopf. j , Um Gewißheit zu erlangen, wandte sich der Zweifler — ohnstreitig i nm rem Vorwürfe, aus Tekunrär-, Triär- und sonstigen -är Quellen zu schöpfen, keinen Raum zu geben — an den ersten Born, und fragte bei mir an: j ob es wahr sei, daß ich in Bebeff des ersten TheileS ni.'iner Geschichte j des Iurenthilins, naiuentlick bezüglich der Endcapitel deS dritten Buche S Abschnitt III. zilm Rückzug genasen hätte'? j Er habe zwar keinen Ton vernommen, stehe aber nicht an, kiese Nachricht für gcgrüurel zu halten, ra eine schriftliche Urkunde darüber vorhanden sei, — wenn gleich kiese, aus erklärlichen Ursachen, nur! ren Auserwählten eröffnet worden, was mir nur zur Ehre gcreicke.! Hall! dachte ich, ra hat mir die Plauderlust eines linsercr TazeS- 1 fchrislsteller, vielleicht in aller Unsckulr. einen Posten gespielt, der nicht nnbemerkt über die Bübne geben darf. Maßt sich irgend ein Bücherwurm an, weil es ihm gelungen, eine Unenrlickkeit bestaubter Makulaturblätter zu;er-; fressen, seine mindergefräßigen Brüder zu verhöhnen, weil sie ihren Geschmack an feineren Speisen befrietigcn, so ist ibm solcher Hochgenuß zu gönnen, er i hat seine Freude raran, nur rie Gaffer, welche sich um alle Schreier samj titeln, die ihrige; wenn eS aus ist, war es ein hübscher Skandal, ergiebig für 1' rie hinfälligen Blätter, rie sich täglich neu erzeugen. — Ttutzert ein ehr- - geiziger Wellverbesterer mit immer buntern, allen Geslügeln des Himmels ansgeruvsken Federn, um mit glänzendem Prunk feine ganze Unigcbnng zn! überstrahlen; wohl ibm! Es ist ei» Kobes Vergnügen, solch' Bewußtsein der j eigenen Größe. — Brummt ein straslgeist, im Gefühle seiner Allmacht durch! den baumreichen Walr, daß alle die Schwächlinge erbeben. Gut! er folgt der Regung seiner Natur! Geht ibm aus rem Wege, ihr zarteren Wesen, —- noch nie hat ein Löwe oder ein ungeschlachter Bär, nock nie eine zischende Schlange ein ganzes Gehölz verwüstet; ihr habt immer noch ebenbürtige Gefährten! — Mur;, mag jeder seinpn Instinkt walten lasten, eine bewegte! Zeit regt vielfache -steime in der schlainmigen Erde und was aus ihnen einporwäckst, mag sich im wechselnden Wetter entwickeln! Laßt euch nur nicht bange machen! Aber packt Dich Einer an die Gurgel, so wehre Dick! Was'? Ich eine Urkunde ausstellen, rie ich verheimliche? Wie lautet riese'? Wie kann man eine Urkunde der stunde entziehen? Woher dies Gerückt? Hier wäre Schweigen ein Verstoß, oder eine sogenannte Unterlas-! sungsfünre!! ־ Hört! Ick habe es gefunren! Es hat nickt so viel Mühe gekostet, wie - rem großen Sicilianer sein Problem! Und — glücklicherweise ist es ein an-! ziebenres Zcitbilr!! Hier, meine lieben Zuhörer, vernehmt die ungeschniinkte, beurkundete l Wahrheit!! Vor einiger Zeit feierte ein hcchstebenter, bejahrter, von mir gebüh- , renr geachteter Mann rer Wistenschafk und geistlicher Hirte ein Familienfest. - Unter ren vielen Verehrern, rie ihm Hiilrignngen rarbrackten, fand auch ich; mich!ein, ick glaubte mich dazu berufen oder roch berechtigt, sowohl durch! meiii^ freimütkige Gesinnung als durch frühere Beziehungen. Unterschiede in - Ansichten über Fragen, rie nickt in den streis der Geselligkeit gehören, schie- : neu mir kein Hinrerniß in der Ausübung einer geselligen Artigkeit und ich glaubte nickt, raß warmen Herzenswünschen ein eiskalter Ueberguß bevorstehen dürfte. 1 Fclgcnrendeö ist ter Wortlaut der Antwort. Zum Glück in reutscher Sprache, nnr klarem-Deutsch: Ew. Wohlzeb. Herrn 1)1־. M. Jost (tas bin ick, obgleich ein Theil res so oft gerrucktcn Vornamens fehlt!) in Frankfurt a. M. Ick schmeichle mir mit rer Hoffnung, daß Ew. Wohlgcb. noch 1 Manches von ten späiern Eapiieln res ersten Banres in Ihrem letzten

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