Allgemeine illustrirte Judenzeitung
- Journal
- Allgemeine illustrirte Judenzeitung
- Volume
- 1 (1860)
- Issue
- 7 (14.9.1860)
- Date
- 1860-09-14
- Page
- Seite 54 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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h 54 t»• «lc8 richesses. kaum war cer Eoneurs zum Rabbinate ausgesckrieben, so riere zu verschließen, selbstredend hinweg. Auf den Einwand des Assessor meldeten sick so viele Eandidalen für die Brünner Stelle, daß das Gomite Block, daß diese Frage konfessioneller und nicht juristischer Natur sei, replies für gut gefunden, unter riesen die Berücksicktigungswerthen auszusucken, deren Zakl sick aus die ominöse ״vierzehn" belaufen soll, und unter kiesen zirte Preisrichter Meibauer mit Recht, daß man über die Theorie, daß der Gott der Juden ein anderer sei als der der Christen, längst hinaus soll dann eine engere Wabl vorgenommen werken. Tie Zahl dieser Ausj sei; der Antrag des Obergerichtsprokurators Keller, es für wünschcswertb erwählten der Auserwählten soll sich auf secks erstrecken, und an diese sechs ' zu erklären, daß eine allgemeine Eidesformel eingeführt werde, über soll die Einladung zu Probepredigten ergehen; irren wir nickt, wirr der Ente! die Wahl der Eidesformel indeß sich noch nickt auszusprechen, wurde hierunter diesen Herr l)r. Sckwabacker sein. Wird er wirklick der Ente sein? Wir glauben es Licht, da Herr Rabbiner Hamburger aus Emden bereits zu diesem Zwecke eine Predigt gehalten und ein Gleiches auch wahrsckeinlick von Seile res Herrn Eankidaten Platsckek statt gefunden. Auck Herr Rabbiner Tufckak, Herr Rabbiner Hirsckseld u. s. w. sollen Einladungen erhalten. Wie die Verhältnisse kier stehen, fürchten wir, daß die Probepredigten des halben Dutzends unter ren Aueerwäblten nickt zum Ziele führen werden, nun einerseits ist die (^emernre mit sich selbst noch nickt iin klaren, ob sic taten Rabbiner oder einen Prediger aufnehmen soll; man läckle nickt über ne Präcisirung dieser Worte, sie sollen bereuten, daß man nicht im klaren, o man einen Mann wähle» soll, rer bei seinem Rernenalent auck unter den Talmuristen rer Jetztzeit einen beacktenswertken Rang einnehmen, oder ob .er Mann unbetümmert um alles talmukische Wisien blos im Stande sein «oll, seine Predigt mit allem Pathos vorzutragen und mit Gesten zu beglei׳ kn, die mehr der Bühne als rer Kanzel anzehören. Wenn aber auck dieser Stanrpunkt überwunden sein wirr, werken anterseits bei rer Ausnahme Rücksickten in die Wagsckale gelegt werken, welcke an kleinlickketten gränzen, und wirr gegen Paneilickkcit rer Kampf zu führen sein. Sckon bilren sick Paneien lür riesen unr jenen Eanriraten, nur sonderbar genug, man unterläßt es nicht, selbst zu Enteignen zu greisen, um unter ren Canriraten ren jüngsten curckzubringen, und unbekümmert, ob er allen Anforderungen entspricht, wird -ick mancher fröhlich ne Hand reiben, wenn er durckkömmt. Wir, rte wir! eigene israel. Religionssckule besitzt, sondern in welcker nur die Wolssheiauf von der. Versammlung angenommen. Hoffen wir, daß die Regierung dieses Votum, abgegeben von den tüchtigsten und gediegensten Zuristen aller deutschen Gaue sich zur Richtschnur in unserer einer Verbesserung dringend bedürftigen Gesetzgebung über den Eid dienen lassen werde, und daß dann nach Wegräumung des letzten Hindernisies unserer strebsamen Zugend ein neues Feld für ihre Thätigkeit geöffnet werde, ohne daß sie es nötbig habe, mit ihrer ganzen Vergangenheit zu brecken. Von Herrn Dr. Äahserling, dem bekannten gediegenen Kenner spanij scker unk portugiesischer GeschicktSqucllen, ist als Frucht langjähriger Stu! dien ein Werk: ״Die Zuden in Navarra, den Baskenländern und auf den' | Balearen" erschienen, welches wieder Zeugniß von dem kritischen Scharf-! sinne unr dem unermüdlichen Eifer des geehrten Verfassers, der bisher ganz unbekannte Quellen sick zu öffnen verstand, ablegt. Heinrich Simon's Tor erregt in allen jüdischen Kreisen schmerzliches Bebauest». Er war einer der Ersten, die für jüdisches Recht furchtlos in i die Schranken traten,' und daS zu einer Zeit, in der viel Mutb dazu ge׳ , hörte, vom Rechterer Zuden zu sprechen. Aus Bayern. Zm Nachgang meines Berichtes in Nr. 3. dieses Blattes melde ich Zhnen einige Details aus unserm öffentlichen Leben. * Zn unserer Hauptstadt München, welche entgegen dem Gesetz keine allen riesen unr ähnlichen Umtrieben fern stehen, erlauben uns schließlich der jungen Eultusgemeinkc ren Rath zu geben, einen Mann zu wählen, der un Stanre nt, ras wahre Zurentbum nach innen und nach außen würng zu vertreten, möge er unter ten Eompetenten auck rer fünfzehnte sein. -׳. Wien, 7. September. Der Betbauevorstanr res kiesigen netten; ,׳raelitisMen Tempels, stets bestrebt, begründeten Wünschen res Publikums gereckt zu werken, bat im Tempel eine Aencerinss vornehmen lassen, turck r.e er untere Damenwelt sehr erfreut hat. Tank einer auf Änorknung unseres aUgemem verehrten ältesten Bethausvorstanres, rem rie Kiesige Gemer'scke Privatsckule von rer Gemeinde subventionirt wird, haben Männer der hetrogensten Richtung — ein Dr. Gotthels neben einem Billmann — vor einiger Zeit einen Aufruf zur Bilduttg eines israel. Schulvereines erlassen, dessen Zweck sein soll, ״die Anfbessernng (?) der bereits dahier bestehenden israel. (Privat-) Schule und Erweiterung derselben zu einer in sich abschließenden Anstalt, für Knaben Realschule, für Mädchen höhere Töchter schule genannt, zu erstreben unr das Znteresse dieser Anstalt sowohl in geistiger, als materieller Beziehung zu fördern." Welchen Erfolg dieser Aufruf, rer weder vom Rabbiner, noch von einem Lehrer mitunterzeichnet ist, hatte, konnten wir nicht in Erfahrung »bringen und bezweifeln wir überhaupt, ob n.einre schon viel res schönen unr tauten verkantt, des Herrn Ermt Wenl Münchner israel. Zugend tas geeignete Element zu einer, wie es scheint reim, getroffenen äußerst sinnreichen Vorrichtung, sind die htnteren Live der! Franengallerieu in. rer Weise erhöbt worcen, taß der Prekiger selbst von! ren auf rer letzten Reihe Sitzenren gut gesehen werken kann, ein Vortbell, rer, wie ick allgemein höre, in ihrem neuen Tempel von vielen ungern ver- | :uißt wirr. 1 Ta auel׳ eine Reparatur rer Kanzel res neuen Tempels notbwen ng geworren war, hatteit wir l^elezendett Herrn Dr. Zellinek im alten Tempel sprechen zu hören. Wir konnten uns wieter überzeugen von der Mokulationssäbigkeit seines T rzans, ras hier zur vollen Geltung kommen!onnte, unr berauern es sowohl in seinem Znteresse als auck in rem res Publikums, caß rer in akustischer Beziehung so manches zu wünschen übrig | lUtTence neue Tempel rie in rerueriscker Beziehung so wichtigen Sckattirungen res Vertrages nur Mit großer Mülid zum rollen Durchbruch kommen :affen kann. Der große Saal cer htestgen .israelitischen Kinrerbewahranstalt ist ur kre Festtage zur Abhaltung res "׳cttesr1e,1stes erngeräumt worcen. ß. Berlin, 5. September. Auf rem hiesigen Zuristentage wurre eine ,crage verbanrvlt, rie für jüdische Kreise von großem Znteresse ist. .Herr :!ffessor Sutro stellte ren Antrag aus Einführung einer allgemeinen Eires- ׳erntet. Es!st bekannt, raß bei uns ren Zuren ras ihnen von rer Ver׳ ז lffnng aarautute Rectn richterliche Aentter bekleiren zu rürsen, verkümmert :.irr, weil, wie argumentirt wirk, ein jüriscker Rickter nickt ckristlicke Eide abnehinen lönne. Würre rein Sutro'sckeu Antrag entsprechend für alle Bürger res Staates ein mir riefelbe Eidesformel eingesübrt, so fiele iewobl hier als auck anderswo jerer Grunr den Zuren rie richterliche Earnack Würzburger Muster zu gestaltenden Sckule abgeben dürfte. ׳ Ter Vorfall — rer kürzlich hier so viel von sich reden gemacht — zwischen Cent von seiner lankstänkischen Thätigkeit als Zudensresser bekannten Dr. Sepp und dem jüdischen Advokaten Heule, wobei dieser des Ersteren Ausfälle auf.sein Zudenthum als eckter Altbaher mittelst einer derben Lkrfeige znrückwies, ist Zhren Lesern wohl schon anderweitig bekannt worden. — Auf welcher Seite die Lacker, sagen Münchener Blätter, läßt sich leickt denken. Zn Hainsfarth, einer großen Gemeinde Schwabens, hat man am 24. Angust, also auffallender Weise an einem Freitag Vormittag, eine mit großen Kosten hergestellte neue Snnagoge mit Sang und Klang, mit Einla׳ 1 düngen an die Behörden und all' dem üblichen Saus eingeweiht. Alles war! gar schön; nur zwei Kleinigkeiten ließen viel zu wünschen übrig. Tie Ein weihungsrere des Rabbiners war kaum anzuhören, und als Vorsänger fungirte ein Gemeindeglied. Man kann sick denken, was ein nickt musikalischer Vorsänger bei Musikbegleitung rer Gesänge zu leisten vermag, unr wie es einem solchen auf etliche Töne tiefer oder höher gar nickt ankommt,-aber auck, was ein einigermaßen »insikalisch gebildetes Skr dabei auszustehen hat. — Derselbe Rabbiner. D. Weißkops aus Wallerstein, ein braver Mann zwar, aber weder ein großer Talmudgelebrter, noch überhaupt wissenschaftlich gebildet, ist es auck, welcher den Lärm vornehmlich bäuerischer Rabbiner gegen das Pbilippson'scke Bibelwerk und seine nock gar nickt gewolte Verbreitung als Volksbibel zum Tbeil bervorgerufen hat. Es sei uns vergönnt, hier unsere Ansickt über diese Frage nieder;»- legen. Wir batten bisher in unfern Schulen und in unfern Familien eine Mendelssohn'scke, Zunz'schc, Salcmon'sche und Herxheimer'scke