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Allgemeine illustrirte Judenzeitung · 1860-08-24 · 4 (24.8.1860) · p. Seite 28

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Journal
Allgemeine illustrirte Judenzeitung
Volume
1 (1860)
Issue
4 (24.8.1860)
Date
1860-08-24
Page
Seite 28 (sequence 4)
Language
German
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- ׳»» 28 ««-— Beiträgt jnr Erschichtr der Jsrotlittn in Spanien. Jinrfj fl r m S p n 11 i f cfj r 11 Öe-s •1 0 f £ dmaDor d e f 0 5׳ •K i 0 s. iOfit^otbeilt von •r. &. Bthniaukr in Wien. *) I. Tie Siege Ierdinands res Große», des Helden von Birar, mit Al-! pbonS' ^'l. batten die Saracenen der reichsten und weitesten spanischen; Provinzen beraubt. Toledo batte sich im Iabre 1085 rem Gaste Almamun- > billab's ergeben nnr alle übrigen Städte kebrten unter die Oberhoheit ter! Christen zurück. Unter der Bevölkerung derselben gab es viele Israeliten. Tie vom König Älpbons Unterzeichneten unk beschworenen Kapitulationen gestanren reu Mauren das Recht zu, in idren Woknungen zu bleiben, durch ibre eigenen Gesetze sick regieren zu tasten und die (Gebräuche ikrer Religion srei und ungehindert öffentlich auszuiiben. Tie Israeliten erdielte» dieselben Privilegien unk man sab in einer christlichen Stadt zu gleicher Zeit drei verschiedene. Nationalitäten ibre Lebensweise fortselzen. T och sinket sich in dem den Mozaraben eingebürgerten ^Mauren in Spanien) im Iakre 101*1 gegebenen Privilegium des Königs Älpbons, durch das ibnen ibre allen Herkömmlichkeiten spanisch Fin-rr») und ibre Äbgaben ׳ r<^>ürti1»ienk>>> I bestätigt worden, eine merkwürdige Berfügung, welche zeigt, was sür Stellung den Israeliten im Staate׳ eingeräunit wurde. ״Welckvs Berbrecken sie fric Einwohner begeben mögen und mag cs noch so groß sei», so zablen sie nnr den sünsten Tkeil, gemäsi dem Inkalle rer Castillanischen Carte, nicht ater sür den Tiebstadl oder Todichlag eines Juden oder eines Mauren." Tie Mozaraber und Eastillancr zablen an den Slaarsichalals Sübncgeld eine geiei-iich bestiinmtc Summe sür bestimnike Berbrechcn, mit Äusnabine der stalle, wo, wie in den beiden letztgenannte», es sich nm den Totschlag oder Tiekstabl bandelte, der gegen die Mnsulmane» oder Israelileii verübt wor den war. Aus dem stucro vom S, plllveda, der vom König Älpbons trüber gegeben worden war, siibreu wir die Titel ׳.Kr. —I'I hiermit an. .'!7. Jeder Ebrist, rer einen Juden schlagen wirr, sobald die Tbatiache durch zwei Ebristen mir einen Juden erwiesen istT toll zwei Maravi-dis zablen, sonst entbindet ibn rer Cid davon. Ter Iure, welcher einen Ebristen schlagen wirr, wenn die Tbatsacken durch drei Ängcnzcngen bewiese» werden kann, von denen einer ein Jude ist, wirk In Marav>chis zahlen: wenn er - ibn tödtek, io soll er an seiner Stelle sterben, er soll verlieren was er besitzt _t1!1c ras Trittet den Älealde» zusallen. Jeder Ebrist, der einen Juden tödten wirr, soll, wenn die ft'eschworenen nur "?llealeen einftiiiiiiiig ebne Cid die Tbariache wabr anerkennen, I«"> Marav! dis zablen." Somit ward das 4.'eben eines-Inden ans 1יאי Marav>'dis tarin. während der Jude, der Vuien Ebristen tödlete, nicht blos znin Tode verdammt ward, sondern auch alle seine «Mler verlor, und eine solche Sirase war von rer greüren Beden knng sür leine ganze stamilie. Tas i^esev von Najera. gegeben durch denselben König im Iabre 1 >7«י bestrafte jedoch reu Totschlag rer Inden in derselben Weise wie reu rer Erelleuie und Mönche, ״stur den Mord eines Edelmaiines, eines Mönches oder eines Inden, zablen die Beixobner von Rajera nnr 2.Vי Sols. Sons. Bei Berwnndnngen beißt es: ,.Wenn Jemand einen Inden geschlagen bat, so soll er׳ allen Schaden tragen, den er verursacht bat, als wenn es sich um einen Edelmann oder einen Mönch bandelt." Trotz vieler O-nälereien, welche die Inden zu leiden batten, unterstützten sie die Könige nnr Kirche durch bedeutende Äbgaben. Tie Tnrannei rer Ebristen stieg daki», das; sic die Inden zwangen, eine persönliche Äbgabc zu geben, die ausgenommen, welche sic schon sür ibre Lebensweise in reit kastillanischen Städten abtrn gen. Tieft Äbgabc ward am käusigsten als Entgelt sür gcwiste Brioilegicn und Pensionen den «4stoßen eingeräunit, welche sie außer den Kroneinkünften gcnoßen. In späiern Zeiten kanien mebrere ställe dieser An vor. Ter Ko- ׳ nig Älpbons der Weise, gestand im Iabre 12.'4י am 12. Juni, dem Job. Ponce u. Pouce Perez |1 h h 1 M'arav>'r1s von der Intenschäft von Toledo zu. ' Es wird den veiern die'es Blaues gewiß von Imereffe ׳ein, ans dem Munde eines io in das Innere des Slaalste'-eii» einaeweiblen Mannes, wie es der E-ebeini rakb Io׳.! Ämador de tos Ries in Madrid in, eine Schilderung der poillücken, iccia len und lilerariichen Berbällniiie rer Inden in Sranien zu erbalteit. Tas Wert, wer ans Herr Toeenr!»>-. W. Bebrnauer bier ein Bruchstück miubeitl, in unter dem Tuet: _E«tudio-> Listoricos. ).olitico* y literarios »obre 104 ludios du K4|>a1ia, Madrid 1 ־*!■>. eftchieneii. Änm. r Rer. als Entgelt für ein anderes Reckt. Die Urkunde dieses Rechtes ist von der Stadt Murcia datirt. Diese Art Rente ward auck als Priviligium militäriscken Orden zu Tbeil. י Seit den! Iabre 148י hatte eine Menge Rabbiner die persischen Städte verlaffen »nd sick an den berühmten Hof der Abdarrahman begeben. Diese Rabbiner besaßen ein tiefes Wiffcn, welches die gereckte Bewunderung der gebildeten Äraber erregte. Eordova sab in seinem Sckooß die berühmten Akademien wieder entsleken und Toledo batte die Ehre, einigen dieser derühmten Reisenden seine gastfreundlichen Räume zu öffnen. Somit wett eiferten auf diese Weise in gewiffer Beziehung die Juten mit den Musalinanen um die Besriekigung des Ruhmes, und in der Liebe zur Wissenschaff, welche sie belebten, und trugen somit ihrerseits bei, diese Gefühle den christlichen Bevölkerungen einzuimpfcn, ungeachtet sick diese letzteren wenig um solcke Beschäsligungen bekümmerten, da sie ausschließlich dem Kriegshandwerke rienlen. Tas kastillanische Königreich gewann mit ter Zeit immer größere Macht und ÄuStehnung, Im Iabre 1212 schlug AlphonS VIII., unterstützt von den Königen von Navarra und Äragon, den muselmännischen Anführer im Engpaffe von Mnratal. Als die Armeen dieser Könige sich vereinigten, ereignete sich zu Toledo folgender Borfall. Es erhob sick in dieser Statt ein Äufstand gegen die Juden; aber T ank den hochherzigen Bemübungcn der Erlen, gelang cS das gemeine Bolk wieder zu Paaren zu treiben. Gegen ein sanatisirtcs Bolk gab es keine durchführbare Gesetzgebung, zwar chätte die Neigung des Königs sür eine Jüdin dieser Stadt, Namens Rackcl, einen genug großen Einslnß auSüben sollen, wenn nickt diese Liebe bei den Etcllcuten eine Abneigung gegen de» König bervorgcrusen hätte und demselben seine stavörilin durch den Mort geraubt worden wäre. Znr Zeit des Königs Älpbons X., der sich von den Bornrtbcilen seiner Aknen entsernt batte, und eine nnninschränklc Liebe sür Kiinst und Wiffcnschaff besaß, besandcn sich noch die Wiffenschaskcn in den Händen der Araber und Juten. Ter König Älpbons der Weise, reffen natürlickes Wohlwollen, weise Mäßigung und menschliche Gefühle allen Haß und Groll aus seinem Herzen verbannt batten, reichte seine strennkcsband reu Inden nnr Arabern, welche sein Reick bewohnte». Er suchte die Lage der beiden Nationen z:: verbeffern und setzte alle Mittel in Bewegung, welcke ihm zu der Erreichung dieses. Zweckes ersprießlich schienen. Ter Heilige sterdinand war nock nickt gestorben, und schon gab sein Sohn bei der Repartition von Sevilla dcnklichc Beweise seines Wohlwollens für die Inden. Er schenkte ibnen das ganze Terrain, welches beute 8a« Rartolome. Sta. Maria la Rlanca und .Santa Cruz cinnehmen und das sich bis zum Marienkloster erstreckt. Er gab den Juden sür ihre religiösen Eercmonien drei Sunagogen, welcke er aus den früheren Moscheen in dieser Stakt dazu ein richten ließ. Tiese jüdische Äbtkcilung der Statt war von rer übrigen Be völkernng dnrck eine Mauer getrennt, die sich vom Sckloffe bis zum Tbor von Earmona erstreckte, wie uns Bcra 1\ Roßrlcs in seinem geschichtlichen Werke über das Bild von X>>trs Haine sie la luie^ta. Back 2, Kapitel 2 berichtet, und von rer man noch jetzt bei rem oberen .Kloster einige Spnreu sinket, und die nickt weit vom Bogen To<|ueros sich befand. Dock beschränkte sick die Freigebigkeit des Königs nickt ans diese Gnadengeschenke: er wollte auch ein Erbe vielen Inden geben, sowohl reuen, welche die Stakt Sevilla nnker der maurischen Herrschaft bewohnt batten, als denen, welche verlock! durch den Rüdes Reichthuius, welchen riese groß: Stadt genoß, herbeigeströmt waren. Tie Inden zeigten sich sür riese hoben Beweise wohl-!bänger und menschlicher Gesinnungen sebr dankbar. Sie statteten dem König dadurch ibren Taut ab, daß sie ihm einen Scklüffel von ausgezeichneter Arbeit zum Geschenk überreichten, der noch jetzt in der Eatkedrale von Sevilla ausbcwahrl wird, mit der folgenden spanischen Inschrift: IN >4 altrirt. rev ontrara ’1. Man sieht um den Ring eine hebräische Legende, welcke denselben Sinn bat: 1 דרך ־ד־:ים *£־־.־ דדך נ“ רא־ץ יביא,). Ton Älpbons konnte sich wohl'den König der Könige nennen, weil mebrere der kleinen arabischen Könige unk einige nnabkängige christliche Erellentc seine Oberhoheit anerkannten. AllerrinzS läßt sick die Phrase ״der 41 So iiack Alpdons re Mergado in 11i»u>ria de .Sevilla: ״Eon wird öffnen, der König wird einzieben.'' '! ״Ter König der -Könige wird öffne», der König der ganzen Wett wird einzieben."

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