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Allgemeine illustrirte Judenzeitung · 1860-08-24 · 4 (24.8.1860) · p. Seite 27

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Journal
Allgemeine illustrirte Judenzeitung
Volume
1 (1860)
Issue
4 (24.8.1860)
Date
1860-08-24
Page
Seite 27 (sequence 3)
Language
German
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(50 wollte daS damals nicht wenig sagen und gekörte da;» bei dem keiften Kampfe, der in der (Gemeinte wüthete, ungewöhnlich kluges, taktvolles und würdiges Verhalten. — Der geehrte Vescr möge aber nicht glau den. daft von einem Mampfe zwischen Orthodoxen und Reformer», zwischen Pint Verfechtern und Ehorsrennden hier die Rede ist, oder daft vielleicht ras einst in Proftnitz hcimisch gewesene Sabbatbäerthnm dabei eine Rolle spielte. — Bon festerem war keine Spur mehr vorhanden; und in dem öffentlichen religiösen Vebcn behaupteten »?erkomme» und Sitte nnangesochten ihre Hemckmst. ("an; andere Elemente waren es, welche zum Beginn des Streites Anlaß und seiner׳ Fortdauer Nahrung gegeben: die wir tarn»! ei ner kurze» Erwähnung wert!» erachten, weil sie ein eigcnthiimliches Vicht auf die gepriesene Zeit werfe», in welcher ״rer Friede und die Eintracht der ("emeniden noch nicht durch refonnatorische Anmaßungen gestört wurde»." Mehrere Jahre vorher hatten sich der Rabbiner, '!thron Spib, und der E Hasan nicht vertragen könne», und an ihrem Eonflicl bethciligten sich natürlich die ("cmeindeglicdcr. Der Ehasan, eine Notabilität seines Faches, war der Viebling der׳ fronimen Reichen, der ("emcindc Dligarcken und der von diesen abhängigen rohen Masse; der Rabbiner׳ zählte unter kein eben so srommen Mittelstände und unter׳ der Jugend viele Schüler und Anhänger. Dieser erste Streit konnte nur durch den Vergleich, rer mittelst Handschlages der Partciliänpter besiegelt wurde, ansgekrageii werden, daft Beide — Rab l'incr rillt Ehasan — ihre Posten zu verlassen haben nnk keiner von ihnen rvicter znrückbernfen werden sollte. -— Ans Drängen der Ehasan Partei ward auch bald das Rabbinat frisch beseht, durch den von »ns schon erwähnten Rabbiner Josna Hnrwih, znnr gröftte» Berdrusse des Vandes Rabbiners, noch ehe Spitz eine anderweitige Anstellung erhalten hatte. Nachdem so der Wiederkehr, des Rabbiners, A. Spitz, vorgebeugt war, betrieb und setzte dieselbe Partei es durch, daft trotz Vergleich nnk Handschlag, aber nicht ohne Zustimmung einiger »ichtniähriscken rabbinischen Autoritären, der Ehasan wieder ausgcnonnnen wurde. — Damit war aber ras Signal rn hell anfloderntem Zwist »nt Streit gegeben, wovon die traurigen Folgen noch lauge' hernach im (''mieindc und Privatleben sichtbar waren. Rabbiner Josna Hurwiv sank, ein Spser rer Zerwürfnisse nur der zahlreichen Kränkungen, in's ("rab: der Ehasan überlebte seine Sliinmc und seinen Ruhm: aber die Wnth der Parteiung dancrie fort, ja steigerte sich jetzt zn den Dimensioncii einer Art von ("emcinrerevolntion. Die Ver waltnng nild ("ebarnng von Jahrzehnten wurde zum (Gegenstand langwieri ger nnk kostspieliger Prozesse und linlersnchnngcn: wie begreiflich fraft sich ras ("ist der Zivietracht tief ein, auch in re» Privatverkehr nnk die gesellschastliche» Verl>ältnisse; und Haus stanr gegen Hans »nt Familie gegen Familie. ׳ Doch kehre» wir zu Schwab zurück. Ihm war's, wie envähnt, — trotzte»! die ״Fabrik" mit ihrer Depenten; als Brennpunkt der Ehasan Hnr wiv'scken Partei gegolten und die Parteileitcnschaft dort ihren S il? anfge schlagen hatte, und trotz seiner persönliche» Anhänglichkeit an seine nächste Umgebung — durch kluges Sichfernehalten von den Streitpunkten und durch würdevollen Takt gelungen, auch im׳ gegnerischen Vager manche geselligfrennd licke und wisienschaftlich anregende Beziehung zu nähren, und - wie man zn sagen pflegt — ,»goltne Meinungen" von allen Seiten cinznernten. Und auch da waren cs insbesondere seine hagaciscken Productionen, welche die Bewunderung »nt das Entzücken Aller, reue» er sie mitthcilte, erweckte». -Fom'evnng 1 (Jciiy.?i Milium}.) Dir Synagoge und das Armen -Kirchrnhaus in ibiins. I-II. Anläftlick der in unserer vorigen Nnmmcr erwähnten, am ^>1. dieses Monats stattfindenren Einweihungsseier ') der S>>»Nls0gc zu ("üns, haben wir uns bemüht eine £*riginalzeicknuing derselben zn erhallen, um sie unseru Vcscrn nächstens als zeitgemäfte Illustration vorzulegen. Für beule bringen wir die naturgetreue Abbitdnng einer aut er» gleichzeitig taselbst begründeten Anstalt, mit zw.rr eines Nrilltll Sitchtlllmiises. das zum Wohle armer Hilssbetürstiger ol»1e Unterschied .ln inzwi'it rn ain.ie'ck'rte» werte». des Bekenntnisses bestimmt ist. Taft beide Anstalten von Herrn Philipp 3d)Cl), Edlen von Woromln, dem ersten jüdisch ungarischen Etelmanne, auf eigene »tosten ins Veben gerufen ׳wurden, ist bekannt, und können wir diejenigen Vcser, welche die VebenSgeschickte des groftherzigen Spenders und Woklthäters wissen möchten, aus die gelungene Beschreibung von I. Reick iBrlb El Heft IN.) verweisen. Unsere Aufgabe ist eS bloS einige auf die ("ebände bezügliche Details als Erläuterung der Bildnisse beizufngen. Die Synagoge, deren »tosten nebst Einrichtung und Nebenbauten auf circa אא),יי?נ> st. C. W. sich belanseisi so wie das ArmcnsiechenhanS wurden 1 begründet und I rer Vollendung nahe gebracht. Elftere bildet in ihrem Haupttheilc eine ׳Art »tapelle, welche je hundert Männer und Frauensive in sich schließt. Die beiden hervortrelenden Flügel, deren Distanz ein niedlickes ("ittcrthor verbindet, sind besonderen Zwecken entsprechend, Rechter Seite nämlick befindet sich ein geräumiges Batehans nebst Wohnung für den ("emeintediener, während der linke Flügel das Schnltokal und die Wobnnng für den Vcbrcr enthält. Die durch einen Hofranm von kein ("itterthor geschiedene Synagoge' bekundet sick durch zwei stattliche eniporrageude, in niaurisckiem Swlc gehaltene Thürnic als das Hauptgebäude, und kennzeichnet sich besonders Hnrck die au der ("iebclsronk oberhalb des Einganges sich besinklichen steinernen (Gesetzes tafeln Mosis, als ein kein israelitischen »tultnS geweiheteS ("otteSbauS. Die innere Einrichtung entspricht allen Anforderungen, die man an ein ähnliches (Gebaute zn stellen berechtigt ist, und läftt in ästhetischer» ökonomischer, nnk akustischer Beziehung nicktS zu wünschen übrig. -- (''cbm wir znm zweiten ("ebände über, zn dem ArNlkll-Sitckltllhilllst für Bedürftige ohne Unterschied der »ionsesiion, so begegnen wir einer Anstall, die unter den hunianitären Instituten selbst großer, hervorragender jütischer t''e meinte» zur Zeit noch immer entbehrt wirk; mit deren ('Gründung also .Herr Philipp von Sckey im Bereiche jüdischer Wobllhätigteit —- so alt und anerkannt sie auch ist — neue Bahn gebrochen hat. Er hat mH der Errichtung dieser Asylstätte für ehrbare, arbeitsunfähige und der Pflege unk Versorgnng bedürftige Einzelne und Familie» einen großen Schritt über das ("ebiet der altehrwürdigen Ehewroth »iadischotl, 'hinaus gelhau. Vorläufig erhalten 12 Jntividnen beständige Unlertnust und gänzliche Versorgung taselbst. Vier Parteien von jüdischer, und je vier von katholischer und pro testautischer Religion sinken, einzeln oder auch mil Weib »nk' Xinkern, daselbst S brach nnd Stütze. — Für jede Partei ist -׳in geräumiges mit dein nö klügsten Hansrath versehenes, gesundes, lustiges Zimmer bestimmt, niit Miid>e »ne Speisetännner. Die Bewohner erhalten einen täglichen E'eltbctrag nebst »ilcidnng, serizer Holz, Belenchtnng nur nöthigc Medikamente nnd anfterdem die Pflege nnd ärztliche Behandlung gratis. Ein niedlich angelegter (''arten gewährt de» arme» Pfleglingen Er guicknng und Erholung. Außer der (''rundung dieses Hanfes hat Herr Philipp Edler von Schey noch ein Stistungskapital voir l0,01 י א fl. snnrirt und leistet über dies einen jährlichen Beitrag von יא>צ fl. aus Vcbensdaner, was nach einer WahrscheinlichkeitS'Berechnnng im ("anzeu einem »lapikalwerth von B >,< M K.1 fl. gleichkommt. Ursprünglich sollte diese Anstalk den schlichte» Titel führen: ״Versor gnngshaus für arme »tränke ohne Unterschied der Religion." Später erhielt sie ansAnsnchen des Stifters de» Ehreniialnen: (vrzlirrzoif XUlÜrcrf)! Pcrsor gnngs-Anstnlt ... 11. s. w. Solcherweise ist die verhällniftinäftig kleine israelitische ("emeinde von ("üns iu de» Besitz eines (Gotteshauses nur einer in ihrer Art neuen oder niindestens seltenen Wohlthätigkritsanstalt gelangt, um rie sie viele große (''emeinde» beneiden dürseu. Alles dies verdankt sie derHochherzi.zteil nnd den, Edelsinne eines Einzelnen ans ihrer Mitte, der sich nickt, wir Andere unter ähnlichen günstigen Verhältnisse», über seine (''laubensgenossen durch Prunk nur Dünkelhaftigkeit erbebt, sondern dadurch!'ich ansznzcichnen sucht, daß er von.den (''aben,' rie ihm ("oll verliehe»/ den rccknen und wahren ("elrainb macht, daß er hilfreiche Hand bietet Jedem nur im Sinne und znm Wollte der (''esanimlheit wirkt und strebt. Ei» solcher Mann verdient, rast i!m rie Hnlr Seiner Majestät den Edlen res Vaudes anreibl, deren Anspruch ans Auszeichnung in ihrem Wirten für Menschenwol't und'- »?eil . alleinige Begründung.erhält. I. ■■i.r

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