Allgemeine illustrirte Judenzeitung
- Journal
- Allgemeine illustrirte Judenzeitung
- Volume
- 1 (1860)
- Issue
- 3 (17.8.1860)
- Date
- 1860-08-17
- Page
- Seite 22 (sequence 6)
- Language
- German
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- Nossen 1× ep/1045325
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als in ten Leistungen trc 1'er1׳t.:ctcn:n Mfaiien iit tm einzelnen ,väd>er״, Voraus ras einheitliche, auf gediegenen unr bewähnen Grundsätzen beru-! henke, sustematiscke Zusammenwirken rer sämmtlicken Lehrkräfte zu erkennen war. — Pen ten anwefenken Gästen sprachen Herr k. k. Stattbalterei-Rath! Kotafevics unr Herr k. k. Sckulrath Barken zum Schlüsse ihre Znfriedenbeit in warnien Werten aus. — [lieber die au ker iSrael. Rermal- Hauvkfcbule am I-\ unr 14. r. M. statkgefunrenen Prüfungen verweisen wir auf rie Privatmitthetlnng. — T. •Ret.] ■?lud' rie an rer israel. Mädchenschule am 14. r. M. Rackmittags abgebaltene Prü'nng lieferte sewehl in Rücksicht auf Wissen als auf Ar beitsgefcktcklickkeit erfreuliche Beweise eines eifrigen unr gedeihlichen Strebens. Privatnititheiluug.! Pkst, 1'». August. Tiefe Tage faiiren rie esfenrlichen Prüfuuzen an rer hiesigen israel. Rermalschule in Gegenwart rer heckwürrigen Herren: Jcjef Barren, k. k. 2chutraih, 1)1. Meifel, Sber- Rabbiner, l)r. ocfef Bach, Breiiger, rer Sckulinfpectien nur rer Gemeiitce Repräsentanz statt, »nr wir kennen nicht umhin, ren neuen Äuffchwung dieser ״äNesken jüdisch nngarifcken Bilrnngsalistatt, aus reren Räuineu bereits Männer ve»1 Rufe hervrrgegangeu" — wie benannter 2bei - Rabbuier befcnrers bereute — unr reren Zögling sich »nt Stolz auch Schreiber tiefes nennt, in vcller Freudigkett zu begriisren. — Sinter reit ׳s bis 11׳?>a!!ren reeitirei! geläufig ynr geiuüiliveU rie .'iraftstellen, gleickfant rie Essen; res Mefesbnckes, in rer Ursprache׳ ras Lied rem re- J^eit Meere, ren Segen Jacobs, rie heil,;elin Werke, ,,Ein Reck'i für Alle,";,Vicbc reinen 'Bächsten w׳.e rick> ielbft," ren Segen Btle-ruis unr ten Schwanengefang unfers gettgesanrten Lehrers — auswendig. Ebenso ftauneiierregenr ist rre grainm. .fieniitnist, rie nck in rer Erörterung eines vcn 1>1׳. Bach zur Analisirnng gewählten Bibelverfes, kunr gab: rer Religiensunterrtckt ist liier praktisch, kindlich frifch, unsren Bezugsftellen aus ren heil. Schrift.■n reidilict* begleitet, einte viele Einteitnitg unr Ein lbeilung. Werfen wir nun einen prüfenren Blick auf rie fogenannteu bür׳ gerlichen Bilrungst'ächer, fe können wir als ausgezeichnet anführen: rie fach׳ licken Erklärungen ans reu vergesckriebeiien Sprackn unr Lesebücke״׳:, rie grantni. Festigkeit, ren Wonreickthum unr rie reine Aussprache ees Ungar. Priems: die pracktveUen Zeichnungen, Brebeverlagen unr fchriftlick'en cerrjkten Ausarbeitungen in deutscher, ungarischer unr hebräischer Sprache; rie Musik unr Gesaiigkemitiiist, rie fnr'S vraktifckie Leben nelhweiirigen Merkantil Wissenickaften unr rie wahrhaft arithmetische Meisterschaft. Sckliestlick wurden Sonntag ren IS. r. M. rie ersten'T ukaten aus rem neulich gezrünreken ,,hebräischen Bräunenfeure," unr am 14. nack ren vellenreten reukfcken unr nngarifcken Prüfungeu^ 13 Gulden in Silber aus rer Welfgang Helikfcker'fcken Stiftung 2 Thaler von ׳Seite reö Herrn Dr. Hauser, Eremxlare ״Betli׳El", gespendet vom ' Berfasset Herr» ,»;11 ן ab Reichs Zeicknenvcrlageu Seitens reS Herrn Zeicknenlehrers Alb. Tokter unr eine namhafte Anzahl nierlicker Schreibtbeken von Hrrrii E. L. Befner an r.e verrienten Zöglinge verabreicht. ) T er Gottesdienst zur »reier res Allerhöchsten (Geburtstages Sr. Majestät res Raffers wirr Sennabenr ren 1-«. r. M. im Tempel vor reu! Bfu>7aph׳<^ebete stattstnren. , •nti•• ■ Correspolldkirz. Alls Baykrn. Gestatten Sie mir, Verehrtester Herr Rekaeteur! rast ick'mein erstes Auftreten in ciefem, rer Belehrung, rer Erbauung unr rer Erheiterung gewikmeten Blatte mit einer überstcktlichen, gerrängken Tar׳ ’ Bräunen au» f beiten Fonds, ferne Schreibbene u:!r religiöse Sckri'teu, erslere von Herrn E. L. Posner, lebtere von rer M. E. tzöwvifcken Huckbandlung gei'venrel, nur auch an rie besseren Schüler in ber Muster Hauviichule »ertdeilt wor ren — Wir können nicht umbtn bier;u erwädnen, rast obgenannrer ״betzr. Brämien eiib" auf .Anregung re« wackeren ',׳ehrerS, Herrn F Reich, in 'einem geistreichen Ainiair: ,.lieber ren Unterricht res Hebräischen 11׳ rer Schule" : f. II Btogranmi 11יר.א] zu Stande gckeinmen ist, unr ras! er selber nicht btos rie Sut״'cnpiio11 mit ln st. j erössiiet, fonrern erst kürst,ch ein 1!!m von! lnengen Euliusvoniaiir angewiesene» Hono rar von t>> st. für ein Exemplar seine» Betli El, ebenfall» diefem Fenre gewikmet bat. Anm. r. Red. slellunz unserer, rer politisch gesetzlichen und religiösen Berhältnisse von über 30,<XX- GlaubenSgeneffen unseres Vaterlandes beginne unr mir speciellere Mittkeilungen über Personen und Sachen für später Vorbehalte. . In geseplicker Hinsickt stehen wir noch auf dem Beden des Erikts vom 10. Juni 1813, über die Verhältnisse der jüriscken Glaubensgenossen, ras, mit allen seinen Härten, rem leidigen Matrtkelwesen, mit dem pharaeitiscken K. 13, welcker rie Verminderung der Juden aussprickt, und rem Auöfcklust von vielen Gewerben rc. deck auck viel Gutes in fick barg. Als .ErzieknngSzefetz, wie man's nannte, hat es bezüglick der Ergreifung von Hanrwerken, res Sckul׳ unr Shnagegenwesens rc. rie Balm gebröckelt, karrt aber längst seiner Verbesserung, resp. seiner gänzlicken Aufhebung. Wehl stnr in ,folge einer Verheistung in rer Preklainatien vom (>. März 1 *48, -rer ersten Fruckt res sturmbewegten Jahres, rie sckreieiirsten Hebel stände, wie die gebetene gericktlicke Verpretekellirung der Sckulren ker Inren bei Gefahr reS Verlustes, die Exceptio» der Inden als Zeugen in Sacken ■ot,reit contra Ebristen rc. kurck das Gesetz vom 20. Juni 1*31 entfernt worren: weist stnr Juden als Gcfckwerene zuläfstg unr fiingircn auck als felcke: wel'l können Juten zu Lankräthen und Abgcerrnetcn ge wählt werten, unr unser Dr. Arnheim, von Christen als felcker wieder׳ holt gewählt, ist ein herverrägenres Mitglied unserer stainmer, wie es auck rer Dr. Morgenstern, der cs riesmal nur zn»1 Ersatzmann bringen konnte, feiner Zeit war, aber das im Jahre 18.30 vergelegte Gesetz zu unfrer völligen GeickstcUnng, von der II. Raiumer angenommen, scheiterte an rem Wirerftanre der I. Rammer, aufgestackelt von rer iiltramentaiien Panei, deren S rgan rer uns so feindselige ״Volksbete" mit seinem die־ daclenr, Dr. Zander, von jüdischer Abkunft, - war. In Felge dessen besiu ren wir uns in einem erceptieitellen Zustande wie keine unsrer Glanbensge nossen tu irgend einem rensscken Lande. Tankenswerthe Anerkennung verricnt jereck unsre dermalige Staatsregieranz, die, während das Abel'sckc, ja fo׳ gar ras v. Pferrten'scke 'Ministeriunt alle Ausnahmsgesetze vorkom »teuren Falls iiniuer in erschwerendem Sinne interpretirteu, was sick bis ans den, eines Tausscheins berürsenden Lninpenhandels erstreckte, linnmehr im mildern sie auslegk. Zeuge ressen sind unter andern die Freigebuug res lnkrativen Prernkten- und nunmehr auck des Vichhandels. Ilm fe nnerktärlicker bleibt die llitthätigkeit unsrer Glanbenszencssen in Bauern, jetzt, ra die Zeitverhältnisse unsern gereckten Anferrerungen günstig, andre reutscke Regierungen, namentlick das greste und mäcktige Sesterreick, hierin vorangeht, jetzt, da überhaupt ״Sckaast-bakofcker" ist, unr unfre jetzige Staatsrezierung Allen gereckt zu werken stickt, das? sie, die sonst sc regsam, rie Hände in den Sckeest legen und nickt»׳durck Petitionen bei rerselbeu eine erneuerte Berlage eines Emanzipatiensgesetzes beantragen, welchem sick unfre I. >iammer, die staintner rer Reicksrätlie, vielleicht nicht mehr wirerfeven dürfte. Mögen sick auck viele unfrer Landgeineinren in rem freigegebenen Handel mit rer Anssickt auf Gewerbefreihcit mit einer erwarteten Verlage über Aufhebung des Matrikelwesens begnügen, Gemein׳ ren wie Müncken, Fürth rc. sollten ries nickt, zumal der Atztest von dort gegeben, sicherlich Anklang unr Felge int ganzen Lande sinren würde. Leider aber must man an ein altes Wert erinnern: Es gibt viele, die ra glauben! Es bringe bessere Zeiten die nächste Stunde. Sie stehen unr harren mit ausgesperrtem Munde Ans des Sankt Zeitgeist's gebratne Taube. Man ist, besonders im Auslände gewohnt, Banern als den Here der ׳Reueriingssuckt und des Refermvereins im Snnagegenunk Schulwesen anzusehen.Tein ist aber nickt sc und war niemals sc. Was als Referinsucht unr religiösen llinsturz bezeichnet ward, war nichts anders, als waS jetzt überall als zeitgemäst und im Interesse der Conservation res Judeu thums, selbst von rer Hnperertheterie angestrebt und ins Leben gerufen ward. Radikales, auf wesentliche llmgestaltung res Jurenthums abzesebene« Gebahren batte in Bauern niemals Beden genommen, Hai sich in keinerlei Einrichtung in keiner Gemeinde manifestirt, cker war auck nur versucht worden. Tie Männer aber, welche seiner Zeit die Bahn nach der so allgemein jetzt erkannten Reform unsres Gettestienstes :c. gebrecken, rüden jetzt tbeils ' Wir feit lange nickt. T. Red.