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Allgemeine illustrirte Judenzeitung · 1860-08-17 · 3 (17.8.1860) · p. Seite 21

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Journal
Allgemeine illustrirte Judenzeitung
Volume
1 (1860)
Issue
3 (17.8.1860)
Date
1860-08-17
Page
Seite 21 (sequence 5)
Language
German
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—M 21 י I Kaum, dem Kinde noch entwachsen. Mußt d» kümmern dich und plagen, Hükußt den armen Eltern helfen, Noth und Sorge mitzutragen, Mußt in, Handel und im Schacher, Tödten jedebefs're Streben, Mußt verlacht, verhöhnt, verspottet, Fristen dir ein Jannnerleben Tiefen Elends. Und der Jüngling reift $«11! Manne, Unter Elend, unter Sorgen, (Gleichen Mangel, gleiches Darben, Bringt das Hent ibm und das Morgen, Höhnend klingt des PöbelS Zuruf In sein Ohr bei jedem Schritte, FedermanneS Spott, Berachtung folgen seinem müden Tritte, Durch die Straßen. Durch die Straßen ziehet bin er Ueberdenkend seine beiden» Wie er gar so bar des Glückes Nie gekannt des VebenS Freuden, Kanin nur wagt er's aiifznblicken Senkt das schwere Haupt hernieder, Unk von seinen bleichen Rippen Tönt cs heiser iinmer wieder/ Nichts zn handeln? Mann des Kummers, Mann teS Elends! Unter all' den tanscnd Herzen, Die sie in dem Busen tragen, .Keines süblet deine Schmerzen, Keines wird mit dir empfinden. Keines wird dir Balsani spenden, Keines wird dir Trost.gewähren, Keines wird rein Veit zu enden Sich bemühen. Armer Jude! Tragen, Dnlden, Ist rein traurig VooS bienieden Ferc Bahn ist dir verschtost'en, Keine Freude dir beschicken, Einen Trost nur darfst du suchen, Ties im innersten Geiiiütke, Hier nur keimet nnd gedeihet, Deines Gebens einz'ge Blüthe — Frommer Glaube! Frommer tRanbe mag dich , stählen Hier ras schwere Fock zu tragen. Ohne sieben, ohne Hoffen, Jedem (Glücke zn entsagen, Viel׳' nnd Hoffnung soll auf's ׳Nene Aus dem (Glauben dir entsprießen. Mit dem Schritte in das FenseitS Wird ein neuer Tag dich grüßen, _ Rosig, lichtvoll! Rosig, lichtvoll, nenes Datei» Wird zum?ohne dann dir werden, Wenn den Glauben nur die Viebe Du bewahrtest hier auf Erden, Darum liebe, die dich Haffen, Viebe, segne und verzeihe. Und du wirst zu beff'rem?eben, Eingeh'n mit der wahren Weihe Reinen Herzens. .)11. Hatschet!. Veß. (Privatmittheilung.) Die jüngste Maßnahme unseres KultnSvorstandeS, eine Subscription zu Gunsten der ungarischen Akademie einzuleiten, ist allgemein mit unverkennbarer Befriedigung ausgenommen worden. Es fällt uns nickt ein, den hie nnd da laut gewordenen ׳Borwurf, warum die Sammlung so spät zum Beschluß erhoben wilrdc, zu den! unferigen zu machen. Möglicherweise erachtete es der Borstand, als Bertreter einer bloßen K nltnSgemeinde, deren Wirkungskreis enge innerhalb der Shnagogalnnd Schnlangelegenheiten begränzt ist — für außerhalb seiner Aufgabe liegend, als Gesammtheit in dieser Angelegenheit anfzutretdn. Auch mochte der erfreuliche Fortgang in der Betheilignng von jüdischen Privaten, bei den zu diesem Zwecke anderweitig veranstalteten Sammlungen, sie in dieser Annahme nur mehr ihn bestärkt haben. Wenn nur der Zweck erreicht ist, so liegt doch wahrlich wenig rar an, ob das Gute im Namen von x oder v gekommen ist; ja es wäre so gar ein Beweis, daß eS dabei nicht nm bloße Ostentation. die man dock sonst dem Juden so gerne zum Borwnrs macht, zu thun gewesen, sondern einzig nnd allein um dem inner» Drange deS HcrzenS Folge zu leisten. Alles taS mochte de» KnltnSvorstank bisher bewogen haben, i» scheinbarer Passivität zu beharre». Mittlerweile jedoch wurde von Seiten der ungarischen Preffc wieder׳ kolcntlich die Rüge ausgesprochen, daß die Betheilignng von Seiten der hiesigcn jüdischen Bevölkerung keine so reiche imd ergiebige gewesen, als man es von ihr erwartet hätte. Wäre diese Rüge gerechtfertigt -— und wir möchten zur Stunde nick't entscheiden, ob sie es ist oder nicht — dann ist cs sehr begreiflick׳, daß es der kiesige KnktuSvorstand ausnahmsweise unter »ilnnit, neben der Sammlung für die snrisck׳cn Ebristeu auch eine solcke zu Gunsten der ungarischen Akademie zu veranlassen nnd fick» dabei als Eorporation an die Spitze zn stellen. , Somit wäre es auch leickr begreiflich, warum die hiesige Gemeinde- Vertretung e» erst jetzt atS zeitgemäß nnd nort,wendig,erkannte, für die Aka׳ dcinie zu saiiimcl», ohne daß man, wie ein ,,Fehnda" Unterzeichneter im ״LVsti N.ijilo" vom 1 1, August erklärt, berechtigt wäre anzunehmen, daß die Betheilignng an der ״Sacke der Nation" jetzt erst nack langem. Sä»׳ ^men und Bedenken ihre» Anfang nehinc. Allerdings räuiien wir ein, ״daß der Fnde bei nnS noch immer. alS das letzte Glied i» de.r Staats Maschine betrachtet wird," und sollten nach nnserni Dafürhalten des halb auch die Borwürse an ihn zuletzt gerichtet werden. Keineswegs aber möchten wir dieses moralische Armnkhszcngniß zn »nserer Rechtfertigung geltend machen. Bei einem zn übenden geineinnützigen Werke handelt ^S^sickl wenig darum, .ob man gesellschaftlich als Erster oder letzter angesehen wird. DaS habe» »nsere Borfahrcn unter den drückendste» Berhältnisscn hier nnd i» allen kanden bewiesen. — Was der genanntS Einsender sonst von dem conservativen ('Vif»• der Fnde» spricht, das acccptiren wir recht gerne: west» wir auch nicht begreifen, welcher Zusammeuhang zwischen einem brüderlichen Aiffchlnß an vaterländische Bestrebnngen u»d dem conservativen oder nicktconservativen (leiste der Fntcn bestehe. Aber wir sind von dem eigentlichen Zwecke abgekommeii um dessentwillen wir die Erörterung dieses Gegenstandes unternommen haben. Es wäre sehr zn bedauern, wen» die gegenwärtige, vom Borstande angeordncte Sammlung, die doch nur eine Ergänzung — gleichsam eine Nachlese zu der bereits voranSgegaiigenen bilden soll, als die erste und einzig stattgehabte betrachtet werke!!׳ möckle; u»d wenn man eS bei der Wür׳ digniig der nnnmehr elnfließcndeP Betträge außer Acht ließe, daß ein großer. Thcil unserer vermögenden und intelligenten Gemeindemitglieder »ickt erst auf diesen Anfruf gewartet hatte, um seine volle Gabe aus den Altar des Baterlankcs »iederznlegcn. Ohne diese billige Rücksichtsnahnic könnte es bei allen, sichtlichen Eifer der die Gemeinde beseelt, gar leicht geschehen, daß neuerdings über linzureickenre Theiliiahnic geklagt werden möchte. ־K•־ W. Am lK. d. M. fanden die diesjährigen Hauptprüsun^en an der ׳ hiesigen k. k. iSrael. Musteischnle statt. Die Geltung und das Ansehen, als wirkliche und würdige Musteranstalt, welche diese Schule seit 3 Fahren ihres Bestehens sich erworben, dürften wohl einer ausführlichen Bcrichterstat׳ / tuiig überheben.— Die pädagogische Tüchtigkeit der Herren Vehrer mailifcstirte sich auch diesmal, sowohl in dem befriedigenden Totaleindruck, welchen die Schule durch Haltung, DiSciplin und O-rdnnng stets auf den Besucher macht.

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