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Allgemeine illustrirte Judenzeitung · 1860-08-17 · 3 (17.8.1860) · p. Seite 20

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Journal
Allgemeine illustrirte Judenzeitung
Volume
1 (1860)
Issue
3 (17.8.1860)
Date
1860-08-17
Page
Seite 20 (sequence 4)
Language
German
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—-»« 20 m tap, sagen wir, durck alle diese Umstände in dem Busen des poesiereicken,! sreistnnigen Tom Ioi'4 wirklick eine mebr als oberfläcklicke Sympathie für > das verfolgte, gehetzte Iudentbum, sür ressen Lehren und Uetungen rege gej worden sei. Aber wäre dieß, nnker gleicken Berbältniffen, nickt bei jedem! Andern anck der Fall gewesen? — 2tauten die sogenannten ״Neuckristen" nickt sckon wegen der ausnahmsweise»! Stellung, die siein der Gesellschaft > einnabmen, durck die lästige Umspäbung »nd Ueberwackung, die sie mit den eigentlicken Juden rl,eilten, diesen um Vieles näker, als dem ihnen mift trauenden, mit allen Schrecknissen und Dualen der Tortur drohenden Christentbume, in denen Sckoft ihre Eltern gewaltsamer Weise eingetreie» waren'? Mnftte nickt ickon ras'peinigende <''es!il>l des erlittenen Zwanges jede edlere Natur ׳,um Wirentanke rei׳,en?! Und so!neckte immerhin der arme Jose diese so natürlicke Herzcnsre regnng mit rem graue!,basten Flammenkeke büsteu, und das Märtnrertkum ' für einen ('׳'lauten bestehen, de» er, dem Wesen nack, ׳,u wenig kannte, um ibi» völlig anzngekkren. Ter Instinkt res portugiesischen Volkes bat inresi die Werke Iose's mit rem Namen: ״Spern res Juten" bezeicknek. Mag's so sein! — Möge» immerhin die edlen 'Geistesprodukte dieses ' Tickters eine solcke Be;eicknu»g führen. Sie mahnt an ras kragiscke Sckick sat res Mannes, nur rnst;ngleick die sckmackvolle Verblendung jener sana tifcken Zeiten ins ("eräckrnift, rie, ׳,um Heil rer Mensckbeit, nie wieder kehre» möge»! ־ Dtr ijanbtlsjubt.״ »vrifd» erwackk;» regem Voten, ,ג» der Hanprstark bunte Menge, Emsig Volk oniilli rie O'asten, Sckon in rauschendem (''erränge. Während nock der träge 1יל eid'0 — Sick auf Seidenkissen rebner, In den Hosen, ans reu Straften Früke fckon rer Nus ertönet: ׳ Nickrs \u hanreln?! Eilig st«tl;», seiner Werkstatt, Sckon rer fleiftige ("eselle, Taft die golr'ne Merzeiistnnde Finde emsig ihn zur Stelle, Nafcken Fnftes eilet hin er, Tnrck rie volkbeleblen <''asten, Und kein Sbr verniinmi den Miftlon, In den Häusern, ans re» Straften: Nichts ׳,» tanreln? Heilige Arbeit, segensreicke Trösterin rem Memckenherzen, Sanfte Vekbe, stift' Vergesten, 'Balsam aller Erdeuickinerzeil, ~ Xie du stählest alle Arme, Tie du kräftigst'alle •''elfter, Tie du tilrest ans rem >i!!1r.׳ Ten gewali'gen groften Meister, Sei gepriesen! - . Weil ras (''nie mir ras Erle T u enckastest nur erhaltest, . Weil rn in rem Erdenleben "roft und segenbringenr waltest Weil Zufriedenheit rn spendest, Tem Valaste mir rer Hütte, Weil durck rick mir lebt, gereibet, •''eist mir Her; und reine Sine, ■ — Sei gepriesen! ~ ‘ Ter talentvolle Bersaner gegenwärtigen Gerichtes Hai wohl unter tem Ein drucke rer Erinnerung an eine Jen qeswriede», welche, Tank rem Himmel nur den : «,leuchteten Regierungen und Gesepgedungen, dalr gänzlich;ur Neige gebt. Nicht mehr verichlosien, scnrern wen geöisnel find nu» auch rem Israeliten io viele Lahnen;u ehrenvoller Arbeit unr Tbäligkeit uirr;n lrknendem Streben. T, Red. Müde von dem heißen Tagwerk, Braun gesengt vom Sonnenstrahle Kehrt ermattet heim der Landmann, Nack dem kargen Abendniahle Für den. Segen seiner Müde, Für der Saaten reick' Gedeihen, Für taS stille Glück der Seinen Fromm ein Tankgebet zu weihen Seinem Scköpser. Seinem Scköpser danke gläubig Jeder, dem die Kraft gegeben, Unermüket, rastlos, thätig Turch;u;ieh'n das Erdenleben, Nedlick, fleißig sick;״ innken, Um des HimnielS reicke Krone Zu er-ringen, die verliehen Einstens wirr, vor Gottes Throne, T ei» Verdienste. Jede Arbeit trägt dem Fleifte Tie Zufriedenheit;um Lohne, Wahres, stilles Glück gewähret Sie allein rem Errensobne. T b in diesem oder jenem Feld er seine Kraft entwickelt. Ist sein Streben ein bewußtes, Ungeth.ilt und unzerstnckelt, Lohnt sie dankbar. Nickt so dir, tu armer' Jude, Tir rem wahrhaft doppelt Armen Ter׳ d» grausam wirst,getreten, Shne Mitleid und Erbarmen, Testen schüchtern Fleh'» «111 Milde, Uugehöret stekS »erfüllet, Tein von klaggewohnten Lippen, Heiser mir der Nnf erschallet: Nichts;« handeln? Anner Inte! An der Wiege Ward dir sckon der Stab gebrochen, lieber dick ward des ("esckickes Fluch sckon damals ansgcsprockcn, Als tu in dem armen Siübcken, Erst das Lickt der Welt erblicktest. Als du mit rem en'ten Lackel» Teiner Mutter Her; entzücktest, Fromin nnd kindlick. In rem rüstern rinnpsen ("betto, Tas rer Sonne golr'ne Strahlen, Eingeengt in sinst're Niauern, 9fie mit Hellem Glanze malen, Lebtest du der stinrheit Iabre, Hönest kaum in deinen Träume» Lercken sckniettern in den Lüfte», Vöglein;witsckern in den Bäunlen, Armer stnabe! Armer Riiabe, der die Tage, In des Ghetto schwarzen Mauern, Statt der freien grüne» Flure», Bleick link kränkelnd »!:iftt vertraueni, 'Nimmer wirk des Wistens Leuckte Tir im trüben Geiste glänzen, Nimmer werden Lieb' und Fronde T einen Lebenspsad umkränzen. Wonnespenrend.

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