Allgemeine illustrirte Judenzeitung
- Journal
- Allgemeine illustrirte Judenzeitung
- Volume
- 1 (1860)
- Issue
- 2 (10.8.1860)
- Date
- 1860-08-10
- Page
- Seite 10 (sequence 11)
- Language
- German
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->M 10 später, besonders in letzteren! Trte, bereits in besseren Verhältnissen. — Zwar waren ttr Nikolsburg die deutschen Bücher nickt viel besser als in Pressburg gelitten, aber es gab der einladenden Beispiele schon mehrere und bessere; war's dock selbst von dem Sohne des Landes-Rabbiners, von Napthali Benedict '), mit welckem und irf dessen Hanse Sckwab häufig verkebrte, bekannt, rast er mir ״Nebensacken" ssck befasse. In Trebitsch, wo unter R..Zosua Hurwiv ׳) eine gleick zahlreicke Iesckiwa blühte und wo der in vielen jüriscken »kreisen neck keme wohlbekannte Privatgelebrte I. Pope ihm Aufmerksamkeit und Tkeilnabme;»wandte, fab Sckwab s!l»öuere Gesittung und mannigfackes Baissen sckon zicmlick verbreitet. — _an dieser Zeit reifte er;11 einem der eminentesten!aalniurjünger lieran unk war gleickzeikig angestrengt dem übt, vom Baume anderweitiger Erkenntnisse;» pflücken. — »trank, vom sfiebenrosk geschüttelt, stutine er in seiner engen »tainmcr;u Nikolsburg den Euklid, den ein unwissender Bückertrötlcr starr der gesuckten ״Elemente der Geographie" ilnn verkauft batte: liegen׳ stand nur Metbode!nackten einen unverwüstlicken Eindruck an! ihn. Hebräiscke kiteratnr und Realien, Scköngeiskiges, Gesckickte unk Spracken, — auf Allee, wie's -ohne Plan und Auswahl ihm der Zufall in die Hand gab, warf er ssck mit hastiger Gier nnr eiserne»! jf leiste. Wir wüssten Niemand;11 nennen, von dem er anhaltende und iinininelbare Ilntenveisnng nnr Anleitnng erkalten: rer unenättlicke Wissensdurst führte ihn an jede Quelle, die in den beickräntten »i.reisen ssck il׳m rarbot: und seinem angeborenen Genius, namentlick rem in Allem nack Xlarkei! und Srrnnng ringenden kreiste gelang es, aus riefe»! planmir sssrenilosen Hin- und Henckwanken nicl't nur' nack und nack rickrigc und ssckere »ienntnisse ans;ulesen, sondern anck sse;11 einem aUereigcnsken f^edankenbessizkl'niii;11 gestalten, Tie jüriicken mittelalts! licken religionsphilosophiicken Sckristen, wie ״Niere," ״Ikarim" n. a., welckc io Bielen als Brücke;11 wissenickaftlickein Denken mir streben gedient, waren ein bei'ondcrer l^egenstanr!eines eifrigen Studiums gewesen, und weckten frühzeitig in ikur den D.nell agadiickcr Prodnetio», in welckcr er später als unvergleicklickcr Meister da stank. Sckon in seinem seck;ehnten > lab re, l>0!>, sprack er, während eines kurzen Besnckes bei den Seinen, an der Babre eines eben damals verstorbenen Ver wandten, Akron möbtick: zur grössten Bcrwnnderiing der;alilreicken Anwesenden, die aus der ,ferne heibeigekommen waren, dem als ,freniincn, Gelehrten »nt Biedermann allgemein gcackleten Verblichenen die ler-te Ekre;1! erweisen. Zu Ende des vierjährigen Zeitraumes war V. Sckwab kkrpcrlick;»»! blühenden Jüngling von einnehnieiirer (Gestalt und gewinnenden Manieren heran,;ewacksen, in! Besitze niannigfacker »ieniiliiisse, namentlick eines eorreelen nnd gewandten hebräücken Stiles, nnr batte ansserrem bei R. Iol'ua HorowitZ und R. Tobias Vewil in Meferirfch,;11 dem ihn auf einige Monate dessen Ruf als Malkematiker gcfükn batte, als einer rer enien nur besten Backurim gezählt. — Um dieselbe Zeit war R. Ioackim T entsckniann ans .Horzic nack t^ewitsck in Mälrren berufen worden. Ein Scküler Ezeckiel Vanrau's und Samuel i'öw's >Be!s. der Mack;itbka!ckckel) gel'örlc T.;u den rabbin. »torvphäen seiner Zeit, übenagte die meisten seiner Slandesgeiicssen im sogenannten Drmck, und ausser den persönlickcn Borzügen, wie ,Hcrzensgütc und Gemüthlickkeit wurde auck seine hellere Tenkweise nackgerühint, die cs nickt nur stillsckweigend gestattete, sondern gerne sah, dass reine Scküler nack -wsssenickanlicker Bildung strebten. — Angezogen von rem Risse dieses Mannes, lenkte Sckwab feine Schritte nack jenem STrle, rer ihm eine zweite -Heiinath und die Wiege seines Ruhnies werden sollte, - nack Gewissch. . ,fornevimg folgt. ' Bers. eines rabdin Werkes ״Brüh Mclact!" und eines ״denlicken ReligionS binbeS." narb vor i Satiren als Rabtüncr in Sckaria in Bkähr-n Sob» res kaiwesrabd, Sckmelka Hurwiv und Nene des derükmreii R.hiii las H. io ssrank'un a. :VI. Benaner eines malliem. Toinmeniars;n Hilck. T'ckumin, ״B rnre Hami dock." Prag I-»7, ,j Al» Rabbiner in »tollin in Balinien im Ial-re I»S7 genorben. (in ) , Dtr verrio zur Beförderung der Handwerke «ad des Ackerbaues »ater de» Asraelite» i» Pek. -c׳Ir- Zu den segensreicksten Instituten, welcke in der hiesigen israelitiscken (Gemeinde bestehen, gehört unstreitig der genannte im Jahre 1842 gegründete Bereu!. — Das Verdienst der Anregung dazu wird von mehreren weiten in Ansprnck genommen: was wir sehr begreiflick finden. ES 1 ist eben das Eigenthümliche wahrhaft zeitgemäßer und allgemein nützlicher j Ideen, dass sse gleickzeitig in den »töpfcn vieler Besseren unk nach Edleren! j Strebenden anftaucken. Das Verdienst der thatkräftigeu Begründung und! Inslebenführung desselben wird grossentheils dem gegenwärtigen Direktor -Herrn Jacob »lern zugcsckrieben. Der Verein bat bisher seinen Namen nir zur Hälfte gerccktfenigt unk ren einen Tkeil seiner Aufgabe, Beförderung des Ackerbaues, bis jetzt nock uliberücksickligt gelassen. Einer Veitheirigung hierüber bcda!s cs nickt. Die Sckwierigkeiten, welckc die bis vor .»iurzeni bcstandcuc Gesctzgebung einer riesfälligen Tkätigkeit cntgegenstellte, sind;1! bekannt: eben so r bekannt ist's, dass selbst seine einseitige, mit besckränkten .strästcn begonnene Wirksamkeit an den vielen in ren Weg gelegten Hinrerniffcn oft zu sckcitcrn in (Gefahr gewesen. — Dass er aber seinen Doppelnamen doch sortgeführt,; kann uns nnr frenen. d'iegt ja darin die stete Mahnung an eine Ehrenscknlr, die er übernommen, an deren ».'östiug — wie wir hören —- er eben . jetzt mit Ernst und Eifer zu geben cntscklosicn ist. ' Weisen wir nun aber einen Blick auf die Veistiingen, womit er der Aufgabe ״Beförderung der -Handwerke";11 enksprecken ssck bemübt hat. In solcken Dingen wären gesckuiückte Phrasen nock n!ekr als sonst am unreckten Srte: Tliatsacken und Ziffern spreckcn am deutlichsten. Seit den! Iakrc 1>4.°; bis Eure 1850 bat der Verein 8ä4!Ehrtinge unkerbrackt, wovon 1 ‘.•x 111 derselben Zeit srcige'procke» worden. Der Verein bestritt nickt blos den bedungenen Velirlokn, sondern anck Wäscke, »tleidung unk Werkzeug für die Zöglinge, die Taren bei Ircispreck!!»- j gen und verabfolgte ausserdem nock Unterstützungen an an wandernde! Geselle». — ״Die Bemühungen des Vereins — heisst es!111 iresbcrickte der Pen Dsner,»?andelskammer vom Jahre 1*52 - sind um ,0 anerkennenswertbcr, ats er terigtick wegen der Versckiedenbeit der R>... n mit so nianckcn -Hindernissen;11 kämpfen hat, welcke die ckristlicken,Innungen der Ausnahme der Israeliten, sei es als i'ehrtinge und Gesellen, sei es als i Nteisker, mit!»!bengiaiiier Eonsegnen; entgegensetzen." > Rückssckklick der Gewerbsartcn, welcken die Zöglinge sich widineten, finden wir unter ihnen: Bäcker, Buckbinder, Drecksler, Färber, l»»elbgiesscr, , Glaier. l^old, Silber- und Inwelenarbeiter, t^ürtlcr, -Hulmacker, »tappen-; macker, »tirsckner, i'ithograpkeu, Maler, Maschinisten, Müllner, Plattircr, Posamenkirer, Riemer, Sattler, Seifensieder, Sckmierc, Sckneider, Schriftgiesser und Sckriflietzer, Spengler, Tapezierer, Til'ckler, Ubrmacker und Weber. — Die Mehrzahl darunter bilden Drecksler, Scklosscr (deren einer jevt Voconiotivfübrer in Pcsts und Tisckler. Der Verein kielt seine Aufgabe nickt damit erledigt, dass er die Zoglinge zu Meistern hcraiibilken lasse. Er wollte seine Unteistützung!vcitcr ' ansrebnen und zur Abhilfe der Sckwierigkeiten, welcke der angehende un- ' beminellc Meister beim Beginne des ielbsmänrigen Gewerbsbetricbcs zu über- . winken bat, rnrck kleine rateuwesse rückzahlbare Darlehen sein Sckcrflein beitragen. — Dg die regelmässigen Einnahmen lnczki nickt ausreickten, so; musste jeit S pferwilligkeit der Vercinsglieder in! Wege einer ausserordcntlicken Sanimliing in Ansprnck genommen werten. An Beiträgen über 20 fl. . ergab die Sammlung im Jahre 1*5* die Summe von :120!׳. fl. — Ausserj ren! kalte» der vielbctranerie Gcineinderath Wolf gang -Holitschcr s. A. bei Lebzeiten lf< kxj fl, E. M. unk restamentarisck 1 י H * fl. E. M., der! t^emeinderath ,Herr W. A. Weiß, gegenwärtig Von'leker der israelit. Cultnsgenieinde und Vicerirecror des Vereins, eine Stiftung von l<!0t> st. -!< ' diesem Zwecke gewidmet. — Vom Jahre 1*00 bis Ende 1800 wurden an 1 10 Meister zn'aninici! 120<» st. 50 kr. dargelieken. ,Dass bei aller nianuellen (»»esckicklickkcit dem heutigen -Handwerker sonstiger, Unterrickt nickt entbebrlick sei, und dass dem Mcnsckcn überhaupt, selbst! bei ausgedehnter Verstaudesbildung, gar viel nock. fehle, so das religiöse! Gefühl nickt gepflegt und demselben kein Ausdruck gegeben wird, — die