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Allgemeine illustrirte Judenzeitung · 1860-01-01 · Programm und Probenummer · p. Seite 5

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Journal
Allgemeine illustrirte Judenzeitung
Volume
1 (1860)
Issue
Programm und Probenummer
Date
1860-01-01
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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/ Die Plünderung de mä»» geirirn. TerMuth und. die Furchtlosigkeit, mit der Herr Kuranda seinem (Gegner entgegentrat, verdient.die höchste Achtung; seine genaue und gediegene Kenntnis: der rersciiiedensten Schriftsteller, die über Juden geschrieben, machte eS ihm möglick. dem GerublShof in den Motiven der Freisprechung zu dem Ausspruche zu veranlassen, ras; daS,.waS heute von den Artikeln der Kirchenzeitung vor» gelesen wurde, aus «ine Art zusammengestellt sei, daß «S geradezu als einer 5l irck«n,eitung „nlwllrdig erklärt werden muß und daß die Berufung aus den Heiden Manetho und den Schriftsteller Daumer, welches Letzteren Werke geratet, mit dem Christenthume in Widerspruch stehen. — Herr Kuranda wies »a<iy, daß deS Letztern Buch: „daS Feuer und der Molochdienst der alten Hebräer". Christum als Hersteller der alten jüdischen Religion, als Wiedereinsetzer der Menschenopfer bezeichnete — von einem katholischen Priester kaum erwartet werden sollte. Was den unvermeidlichen Eisenmenger an« langt, der auch diesmal wieder von Herrn Brunner um die Gerechtigkeit seiner maßlosen Jnveetiven gegen Juden zu erweisen, angeführt wurde, so wurde demselben daS verdammend« Urtheil vvn Michaelis, dem berühmten Verfasser deS mosaischen Rechts, üb>er Eisenmenger entgegengehalten und da« von Molitor, dem berühmten Verfasser einer „Philosophie der Geschichte, oder über die Tradition im allen und im neuen Bunde." Letzterer, den die Kirchenzeitüng eine der vollgültigsten Autoritäten über Judenthum und Christenthum nennt, bezeichnet Eisenmenger als einen tendenziösen Schriftsteller, der nur die Cckattcnscilen deS Talmud zusammenstellt und Lehren daraus hervorgehoben, welche von der Majorität der Rabbiner zu allen Zeiten für unverbindlich und verwerflich erklärt worden sind. «) Mr! iier wa? Mitleiter der unter dem Namen „Philanthropien" in Frankfurt a. M. bearündet-n, seildein dat-ch Auerbach, Treizenach, Jost, Stern in Deutschland rühmlichst bekannten jüdische«, Lehranstalt, und wirkte an derselben al« Lehrer bi« zum Jahre I8S4. — Die Bekanntschaft mit einem gewissen Metz in Ofsrnbach veranlaß»» ihn zum eifrigen Studium der Satbalah au« den Urquellen. — Auf die zur Ehrenrettung de« Judembmne» gegen Eisen«rZ,grr gerichteten Stell« au« Michaeli« und Molitor ist bereit« in der o»m Oberrabbiner L. Schwab verfaszteo, von Moritz Bloch in« Ungarische übertragenen und mit «i»«m Borworte versehenen, P«st erschienenen Brochur« ,,4' 2«66k" hingrwiesc». >! » «nm. d. Neda ct. r?nden in Tetnan. Es war ein schöner Sieg, den Herr Kuranda für sich und daS Judcnthum errang. Wir halten dafür, daß eS Pflicht der Glaubensgenossen desselben sei, ihrem wackeren und furchtlosen Vorkämpfer für Wahrheit und Recht ein Zeichen ihrer Hochachtung und Dankbarkeit zu geben, daS geeignet sei, denselben stets an den Sieg, den er der Humanität erkämpft, zu erinnern. Wir sind überzeugt, daß diese unsere Anregung Bielen aus dem Herzen spricht, «S werden sich wohl auch die Männer finden, die dieselbe zu verwirklichen im Stande sind. Hier heißt eS, „frisch angefangen und daS Ende wird daS Werk krönen." Ich constatire noch zwei Aeußerungen deS Herrn Brunner im Laufe deS Prozesse«. Er hat erklärt, daß er daS Hebräische nicht mehr — wenn er überhaupt eS je verstanden — verstehe und daß er die Redaction der Kirchenzeitung längst aufgeben wollte und sie nur in Folge eines höheren Auftrages fortsetze. Lapienti sat. Zu erwähnen ist noch die ausgezeichnete Art und Weise, in welcher Herr vr. Berger als Advokat deS Herrn Kuranda dessen Vrrtheidigung führte. Die Rede, die derselbe hielt, verrieth den vollendeten Redner und auSgezeichnctcn Advokaten. Mit Reckt hob derselbe gleich im Beginn seiner Rede hervor, daß eine Million österreichischer Unterthanen heute von dem hohen Gerichtshofe den Ausspruch erwarte, ob eS einem Mitgliede deS katholischen KleruS gestattet sein darf, sie in jener maßlosen Weise, welche dem hohen Gerichtshofe heute dargelegt wurde, anzugreifen, zu verhöhnen und vor der ganzen Bevölkerung Oesterreichs, Europas, ja der ganzen Welt im gehässigsten Lichte erscheinen zu lassen, Herr Brunn er, sprach Herr Berg er am Schluß seiner daS ganze Auditorium hinreißenden Rede, ist zu einem literarischen Begriff geworden, welcher in sich LllcS vereinigt, was von Verfinsterung, von überflüssigem Eiser gesagt werden kann. Er repräsentirt die österreichische Literatur nach Außen in einer Weise, welche die Achtung deS Auslandes vor der österreichischen Journalistik wankend gemacht hat, weil man seine Anschauungsweise entschieden verwerfen und mißbilligen muß.^--ES war überhaupt eine gar klägliche Rolle, die Herr Brunner im Verlaufe d«S ganzen Prozesse« spielte; so erhoben wir uns durch den edlen und. humanen Ausspruch des Gerichtshofes fühlten, so dcgustirt waren wir von der ganzen Haltung, den Manieren und der Art und Weise, in welcher der Herr Allkläger die nöthigen Repliken gab. Hochkomisch war eS, al»

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