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Allgemeine illustrirte Judenzeitung · 1860-01-01 · Programm und Probenummer · p. Seite 4

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Journal
Allgemeine illustrirte Judenzeitung
Volume
1 (1860)
Issue
Programm und Probenummer
Date
1860-01-01
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Der alte galiziscljc Hude. ben, eine Dankadresse den vielen hervorragenden Mitgliedern der Wiener Gemeinde unterzeichnet, überreicht. Herr Prediger Mannheimer hielt an die genannten Herren eine schöne und erhebende Ansprackc, in welcher er die Verdienste derselben gebührend hervorhob. In Nr. SO der „Satholischen Literaturzeitung" finden wir eine sehr eingehende Besprechung de« von Herrn vr. Jellinek herausgegebenen „Bcth-Ha- Midrasch"; eS ist erfreulich, daß diese literarische Wochenschrift auch Erscheinungen der jüdischen Literatur in den Kreis ihrer Besprechungen zieht, übrigens enthält das genannte „Both-Ha-Midrasch" Vieles, was mit der ältesten christlichen Literatur in einem erläuternden Rapport steht. Die Sammlungen für die Gründung eines jüdischen WaisenfondS in unserer Gemeinde nehmen den besten Fortgang, die Herren KönigSwarter und TodeSco haben jeder 25<Xt Gulden gezeichnet. „. Wien, 15. Mai. Die Anzeige von dem bevorstehenden Erscheinen Ihrer speciell jüdischen Interessen gewidmeten Wochenschrift hat hier allgemein erfreut. Eompetente Persönlichkeiten hatten längst den Wunsch geäußert, ein derartige« Wochenblatt ins Leben treten zu sehen, daS fern von jeder Parteinahme für diese oder jene religiöse Richtung einzig und allein bestimmt sei für daS Judcnthum, wie eS wirklich ist und wie wir cS Dank den herrlichen Kanzelvorträgcn unsere» Predigers vr. Jellinek immer besser verstehen und würdigen lernen, einzustehen, daS, füge ich noch hinzu, bestimmt ist, speciell die Verhältnisse unserer GlaubenSbrüdcr in unserem Vatcrlandc in ihren mannigfachen Beziehungen untereinander und zu den andern Eonfessioncn vorurtheilSfrei zu besprechen und.zu beleuchten. Und in der That bedürfen wir gerade jetzt, Angesichts deS inhaltsleeren, vagen und jeder Begründung entbehrenden Beschuldigungen, die gegen unS in periodischen Zeitschriften und anonymen Brochuren geschleudert werden, einer solchen periodischen Wochenschrift, die geeignet ist den Kampf mit einem rücksichtslosen, kein Mittel der Verdächtigung verschmähenden Gegner auszunehmen, wie wir ihn einmal an Herrn Sebastian Brunner besitzen. Es ist Zeit, daß wir demselben endlich einmal entgegentreten. Ist erst ein Blatt vorhanden, welches tüchtigen und gediegenen Kräften Gelegenheit gibt, einen Gegner wie Herrn Brunner au« dem Felde zu schlagen, so werden sich auch diese schnell vorfinden. Zwar dürfte Letzterer für einige Zeit die Lust verloren haben mit den Juden anzubinden, Herr Knranda ') hat ihn und sein« ganze VerfahrungSweise gegen die Juden in dem am 10. d. M. stattgehabten Prrßprozessc doch gar zu lächerlich gemacht, al« daß er so bald wieder Lust zu einer Judenhetzc bekommen sollte. Hier hören Sie von nichts sprechen, als von diesem Preßprozeffr und in der That glaube ich, daß derselbe die Wichtigkeit verdient, die man ihm allenthalben beilegt. Die Art und Neise, in welcher derselbe geführt und entschieden wurde, wird dem Au«, lande wiederum die Unabhängigkeit unseres Richterstandes und den riefen Gerechtigkeitssinn desselben beweisen. Man lese doch^ie herrliche Motivirung der Freisprechung Kuranda'S. Mit tiefer sittlicher Entrüstung wird gesagt, daß der hohe Gerichtshof auS den Artikeln des Brunnrr die Ueberzeugung gewonnen, daß sie geradezu Haß und Verachtung predigen, und daß sie Bewohner d«S KaiserstaateS gegen einander, sei eS von Seite der Religion, sei e-S von Seite der Nationalität, aufzuhetzen geeignet sind und daß Grund zu glauben sei, daß eine Strafamtshandlung nur deshalb noch nicht eingeleitet Noordcn sein dürste, weil darauf Rücksicht genommen wurde, daß diese Artikel in einem Blatte erscheinen, welche« nicht allgemein ist, sondern ein besondere« Publikum hat, eine größere Gefährlichkeit daher nicht zu befürchten. Einen glänzenderen Sieg hat daS Prinzip der Humanität über da« der Verfinsterung, starrer Unduldsamkeit und da« de« fanatischesten RcligionShasseS seit lange ') Der »oranda.Brunnersche Prozeß ist wohl allbekannt; doch bei der Epoche, «reiche derselbe m der zeitgenössische Geschichte der Juden gemacht, können »ir nicht umhin obige gedrängt- Minheilung in dies« Blattern aufzunehmen, welche ohnehin eine fortlausende Che-»« der jüdischen Zustände von ,q«0 angefangen bleiben sollen. Die «ed-ct.

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