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Der jüdische Handwerker · 1936-11-01 · 11 (11.1936) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Handwerker
Volume
28 (1936)
Issue
11 (11.1936)
Date
1936-11-01
Page
[Seite] (sequence 11)
Language
German
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Unser langjähriges* Mitglied, Tapezierer Ludwig Scheibe, hat sich am Sonntag, den 8. November, vermählt. Wir möchten dem jungen Paare auch an dieser Stelle herzlich gratulieren und ihm alles erdenkliche Gute für ihren gemeinsamen Lebensweg wünschen. Mit diesem Wunsche verbinden wir den Dank an den Kollegen Scheibe für seine langjährige treue Zugehörigkeit zu unserer -Organisation und für das große Interesse, das er. ihren Bestrebungen jederzeit entgegengebracht hat. * Eines unserer ältesten Mitglieder, Buchdruckereibesitzer Ignaz Ansbach, beging am 22. Oktober seinen sechzigsten Geburtstag. Wenn wir dieses Tages auch an dieser Stelle besonders gedenken, so soll damit zugleich unser Dank abgestattet werden für seine besonders in früherer Zeit sehr rege Mitarbeit. Kollege Ansbach gehörte jederzeit zu den Mitgliedern, die es sich nicht nehmen ließen, an den Veranstaltungen unseres Vereins regelmäßig teilzunehmen und seine Bestrebungen bei jeder sich bietenden Gelegenheit zu fördern. Dem jugendlichen Jubilar gratulieren wir zu seinem Ehrentage nochmals herzlichst und bringen den Wunsch zum Ausdruck, daß er eine noch ungezählte Reihe von Jahren in Zufriedenheit bei guter Gesundheit im Kreise seiner Angehörigen verleben möge. Hamburg Mitgliederversammlung vom 14. Oktober 1936. Vor Eintritt in die Tagesordnung ehrte die Versammlung das Andenken der im Berichtsmonat Verstorbenen. Besonders eindrucksvolle Worte, die weit über den Mitgliederkreis des Vereins hinaus Beherzigung finden sollten, richtete der Vorsitzende, Kollege Bernhard Heinemann, an die Anwesenden. Er führte aus: Die Hohen Feiertagt.1 liegen jetzt hinter uns. Sie gaben uns Gelegenheit zur Besinnung und Einkehr, aber auch Kraft und Zuversicht. Diese Kraft und dieses Selbstvertrauen brauchen wir in doppeltem Maße für den kommenden Winter angesichts unserer seelischen und materiellen Nöte. Deshalb müssen wir daran denken, die Voraussetzungen hierzu mehr und mehr zu festigen und zu vertiefen. Um der heranwachsenden Generation willen sind wir verpflichtet, unsere Organisation zu einer würdigen und Achtung gebietenden Vertretung aller Angehörigen des Handwerker- und Gewerbestandes weiter zu steigern. Wenn wir getreu unserem Ziel für die Heranbildung eines geeigneten Nachwuchses sorgen wollen, so müssen wir vor allem darauf bedacht sein, der jüdischen Jugend Lehrstellen und Ausbildungsmöglichkeiten in größtmöglichem Umfange bereitzustellen. Es ist deshalb notwendig, daß sich die selbständigen Handwerker durch Nachholung der Meisterprüfung das Recht erwerben, junge Menschen in geregeltem Lehrgang zu tüchtigen Handwerkern heranzubilden. Ebenso ist es selbstverständliche Pflicht, Gehilfen aus dem eigenen Kreise, soweit möglich, zu berücksichtigen. Kollege Heinemann machte weiter bemerkenswerte Ausführungen zur Frage der Werbung und wies auf das Mitglieder-Verzeichnis, sowie die Sammelinserate besonders hin. Die Gemeinschaftsarbeit kann aber nur erfolgreich sein, wenn sich die Mitglieder ihrer Pflicht bewußt sind, durch verstärktet Solidaritätsgefühl und durch treueste Vereinsmitarbeit die Vereinsleitung zu unterstützen. Wir wollen uns, so führte Kollege Heinemann aus, in unserer im Interesse der jüdischen Allgemeinheit zu leistenden Arbeit nicht durch die Bequemlichkeit der einen, noch durch die unsachliche Beurteilung der anderen stören lassen, sondern ich erwarte vielmehr, daß jetzt eine tatkräftigere und erfolgreichere Mitarbeit aller Mitglieder einsetzen wird. Nach diesen Ausführungen wurde das Protokoll 'der letzten Sitzung verlesen und angenommen.' Der Verein hat seine Geschäftsstelle jetzt nach Beneckestr. 6 verlegt. Für die Bereitstellung dieser besseren und größeren Räume sprach der Vorsitzende dem Vorstand der Deutsch-Israelitischen Gemeinde seinen und des Vereins herzlichsten Dank aus. Für die Folge wird die Jugendgruppe ihre Heimabende in diesen neuen Räumen abhalten. Am 17. Oktober veranstaltete die Jugendgruppe eine Simchas tauro-Feier, zu der sich Herr Rabbiner Dr. H o 1 z e r für die Festrede liebenswürdiger- Aveise zur Verfügung stellte, desgleichen der Chor der Neuen Dammtor-Synagoge unter Leitung des Herrn Finkel für dtn. musikalischen Rahmen der Feier. Beidieser Gelegenheit dankte der Vorsitzende allen denen, die ihre Glückwünsche zum Jahreswechsel durch eine! Spende zugunsten; des Fonds für Lehrlingsbetreuung abgelcst haben und damit den Verein in den Stand setzten, seine segensreiche 'Tätigkeit fortzusetzen. Gerade für den Zweck der Lehrlingsbetreuung wird der Verein weit über den Rahn cn der ihm hierfür zur Verfügung stehenden Mittel in Anspruch genommen und nur durch pijivate Hilfe ist ei möglich, den vielen Anforderungen gerecht zu werden: Zurzeit iwerden Winterkleidung, warme Unterwäsche, Winten-; n äntel und brauchbares Fußzeug dringend benötigt. Etwaige Sachspenden werden auf fernmündlichen Anruf (44 53 37) sofort abgeholt werden. Die Frauengruppe des Vereins hat zu den Hohen Feiertagen Gutscheine in. großer Anzahl an Hilfsbedürftige verteilt Die Geschäftsstelle wurde im Berichtsmonat wieder sehr r rge in Anspruch genommen. Es handelte sich in der Haupts ich« um Betreuungen betr. Niederlassungsmöglichkeiten, Uebersicdlungen, Darl'ehnsanträge, Fälle von Lehrlingsbctreuüng sowie Schlichtung von Si reitigkeiten. Alsdann berichtete Kollege L einemann über die inzwischen stattgefundenen Vorstandssi zungen, Jn denen sich die Leitung des Vereins darüber ein g wurde, von einer , zum Februar kommenden Jahres in Frage stehenden Wahl' zum Repräsentantenkollegium der Gcdeinde abzusehen. Lediglich aus Gründen des Takts sei von einem Wahlkampf abzuraten. Für die Fachgruppe Einzelhandel berichtete, Kollege Waldemar Graetz, daß das Int;resse der Mitglieder dank der intensiven Arbeit reger geworden sei. Für die Maler- Fachgruppe erstattete Kollege Her nann K o r n g o 1 d Bericht. Der bisherige Leiter der Jugerdgruppe Armin Behrens erteilte zunächst einen Tätigkeitsbericht und bat alsdann die Vercinsleitung um Enthebung von seinem Posten, weil er wegen Ueberlastung den an ihn gestellten Anforderungen nicht mehr entsprechen kann. Kollege Heinemann dankte i im für seine Tätigkeit und würdigte seine Verdienste, denen < ie gute Entwicklung der Gruppe zuzuschreiben ist. Als teuer Leiter wurde Herr Alfred 'Elias bestellt, der jeden JJlontag Nachmittag von 6—7.3Ü Uhr in der Geschäftsstelle, rechstunden für Jugendliche abhalten w»ird. Kollege Waldemar G r a e t z gab der Versammlung bekannt, daß der Verein am Sonnabend, den 7. November .das Stiftungsfest seines 30jährigen Bestehens begehe. Mit einer eindringlichen Mahnung, das jüdische Winterhjilfswerk nach Kräften zu fördern, schloß der Vorsitzende e Versammlung. Hannover In der am 31. Oktober startgefundenen gut besuchten Miteder-Versammlung begrüßte der Vorsitzende, Kollege Paul oldmann, die Anwesenden und gedachte mit herzlichen orten der freudigen Familienanlässe der letzten Zeit. Nach Verlesung und- Annahme des Protokolls erstattet der Vorsitzende den Vorstandsbericht und begrüßte besonders die erstmalig erschienenen Kollegen! Kissner, Zygler, dber, Fisch el und Lazarus, die er zur tätigen Mitarbeit" an der Verbandsarbeit aufforderte. In seinem Be- :ht erwähnte Kollege Goldmann die Fragen der Urlaubskqrte im Handwerksbetrieb, die Handwerkerkarte, die Lehrrkstätte in Ahlem und die Unterbringung jüdischer Lehrijge im allgemeinen. Besonders die letzte Frage gab Anlaß einer lebhaften Aussprache. Anschließend nahm der Lehrlingsvater, Kollege Henry -awi, mit einer kurzen Ansprache an die Lehrlinge < Verteilung der Preise vor. Er ermahnte die jungen Mensel en; weiter zu strebep und dem Verein und ihren Meistern Fraude zu bereiten. Sieben Lehrlinge konnten mit Preisen Anerkennung ihrer besonderen Leistungen bedacht werden. Diese Gelegenheit veranlaßte dpn Vorsitzenden, Kollege Idmann, eine beachtliche und aus dem Herzen kommende Ansprache an die Lehrlinge zu richten. Wir behalten vor, diese Ansprache in der nächsten. Ausgabe unserer ung auszugsweise zu bringen.. Kollege Heuschreck dankte , dem Vorsitzenden für die Wörte, die er wie ein liebender Vater zu den jungen Menschen gesprochen hat. Nach Entlassung der Lehrlinge sprach der Vorsitzende zu den Meistern über die stattgefundene Au! Stellung und brachte der Ausstellungskommission, aber auet dem Kollegen Heuschreck für die Ausschmückung den Dai k des Vereins zum Ausdruck. Der Vorsitzende ermahnte w Ii Zli Oo uns Zeit 9

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