Der jüdische Handwerker
- Journal
- Der jüdische Handwerker
- Volume
- 28 (1936)
- Issue
- 11 (11.1936)
- Date
- 1936-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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tischen Kautschuks werden zweifellos noch günstigere Verarbeitungsverfahren für diesen jungen Werkstoff gefunden werden. Es ist aber z. B. bereits gelungen, Autoreifen aus synthetischem Kautschuk herzustellen, die den sehr hohen Ansprüchen, wie sie gerade hier, gestellt werden, durchaus genügen. Die Entwicklung dieses neuen Werkstoffs steht natürlich noch in ihren Anfängen. Aber Buna ist nach dem Urteil hervorragender Fachleute kein Surrogat, sondern ein Material von höchster Qualität, ja sogar von besseren Eigenschaften, als sie der Naturkautschuk besitzt. I Kunstharzpreßstoffe. Als ein außerordentlich brauchbarer Werkstoff haben sich in der Elektrotechnik die Kunstharzpreßstoffe erwiesen: Sie sind ebenfalls synthetische Rohstoffe, die wegen ihrer Härte vielfach anstelle ausländischer Materialien verwendet werden. Sie haben insbesondere Metalle und Holz auf wichtigen Verwendungsgebieten entbehrlich gemacht. Außer in der Elektrotechnik werden sie auch im Maschinen- und Apparatebau häufig bevorzugt. Bemerkenswert ist, daß die Erzeugung von Kunstharzpreßstoff bisher in den Vereinigten Staaten noch größer war als in Deutschland, was sicherlich ebenfalls als ein Beweis ihrer vorteilhaften Verwendbarkeit angesehen werden kann, da gerade die Vereinigten Staaten fast alle Rohmaterialien im Ueberfluß besitzen. In Deutschland werden die Kunstharzpreßstoffe künftig zweifellos noch in erweitertem Umfange nützliche Dienste als Werkstoff leisten. Deckung des Treibstoffbedarfs. Mit der wachsenden Motorisierung von Wirtschaft und Verkehr schwillt der Bedarf ah Treibstoffen mehr und mehr an. Die deutsche Erdölgewinnung konnte zwar erheblich gesteigert werden, reicht aber auch dann zur Deckung des Bedarfs bei weitem nicht aus. Dagegen ist die Gewinnung flüssiger Treibstoffe aus Kohle — einem Rohstoff, an dem Deutschland bekanntlich sehr reich ist — in den letzten Jahren mit so großem Erfolge entwickelt w orden, daß d i e deutsche Treibstoff Versorgung binnen kurzem von der Einfuhr ausländischer Treibstoffe unabhängig sein wird. Dabei ist zu erwähnen, daß außer den flüssigen Treibstoffen auch andere Energieträger, so insbesondere Gas und Elektrizität, zur Entlastung des Bedarfs an ausländischen Treibstoffen eingesetzt werden können. Gegenwärtig sind z. B. 22 000 Elektrofahrzeuge, die nicht auf Schienen oder auf dem Wasser verkehren, im Betrieb. Das devisenpolitische Treibstoffproblem, das vor einiger Zeit noch außerordentlich schwierig erschien, darf heute als gelöst angesehen werden. Verwertung der Altstoffe. In engstem Zusammenhange mit den Rohstoff- und Einfuhrfragen steht die Pflicht sparsamster und -rationellster Bewirtschaftung aller Roh- und Werkstoffe überhaupt. Neben den Methoden, Werkstoffe zu sparen und zu erhalten, kommt hier vor allem die Wiederverwertung von Altstoffen in Betracht. Die Erfassung der Metallabfälle sowie anderer Rohstoffabfälle bei den Erzeugern (auch den handwerklichen) kann noch wesentlich ausgestaltet werden. Der Bedarf an Schwermetallen insbesondere, also an Blei, Zink, Zinn, Kupfer, Nickel usw., der zu einem sehr beträchtlichen Teile durch Importe aus dem Ausland befriedigt werden muß, kann durch Verhüttung von wiedergewonnenen Altmetallen wesentlich vermindert werden. Ein Beispiel geben auch hierfür die Vereinigten Staaten, die im Hinblick auf den Mangel an eigenen Zinnerzen die Sammlung und Wiederverwertung des Altzinns so erfolgreich organisiert haben, daß sie dadurch den internationalen Zinnmarkt erheblich zu ihren Gunsten beeinflussen konnten. Aber auch Textil- und Papierabfalle können bei systematischer und gut organisierter Sammlung, — eine Aufgabe, die in den Händen des Altmaterial- und Rohproduktenhandels liegt ~r zur Verminderung des Bedarf an neuen Werkstoffen wirkungsvoll herangezogen werden. Der Weckruf „Kampf dem Verderb" wendet sich daher aus guten Gründen nicht nur an die Verbraucher, sondern auch an' die Erzeuger und an den Handel. Es gibt im Handel und im Handwerk viele Möglichkeiten, sich durch Materialersparnis, Materialerhaltung und Verhinderung von Materialverderb in den Dienst rationeller Werkstoffbewirtschaftung zu stellen. Der Einzelne nützt durch Erfüllung dieser Pflicht der Gesamtwirtschaft und damit auch sich selbst, denn jedes Glied der Wirtschaft ist mit der Gesamtheit auf Gedeih und Verderb verbunden. Die Teilprobleme bilden eine Einheit. Einstellung auf die neuen Werkstoffe, Vermeidung aller Sachwertverluste, Sparsamkeit im Materialverbrauch, Kampf dem Verderb — das alles sind letzten Endes nur Teile eines großen Wirtschaftsgedankens, der zur Erhaltung des Wirtschaftskörpers mit allen Mitteln gefördert werden muß. Seine Auswirkungen erstrecken sich notwendigerweise auf alle Glieder der Gesamtwirtschaft. Unerläßlich ist daher die auf Verständnis cjer gestellten Aufgaben aufgebaute Mitarbeit aller, die in den Güterkreislauf eingeschaltet sind. Dr. Hugo Nathansohn. Monatsfchau der Wirtfchaft Der Abschnilt der Vollbeschäftigung der deutschen Wirtschaft hat eingesetzt. Mit geringen Ausnahmen stehen alle Arbeiter und Angestellten in Arbeit. In dieser» beiden Sätzen hat das Institut für Konjunkturforschung die gegenwärtige Wirtschaftslage kurz und anschaulich gekennzeichnet. Die von der gewerblichen Wirtschaft erzeugten Gütermengen haben sich seit Jahresbeginn weiter um rund IQ Prozent erhöht. Der hohe Stand der Wirtschaftstätigkeit kommt gegenwärtig am deutlichsten in den Umsätzen der industriellen Produktion zum Ausdruck, die im Jahre 1936 nach den vorliegenden amtlichen .Schätzungen die 60 - M i 11 i a r d e n grenze weit überschreiten werden. Aber auch in allen anderen Wirtschaftszweigen sind die Umsätze beträchtlich gestiegen. Die Umsätze des Handwerks, die für das Jahr 1935 bereits auf 14,5 Milliarden Mark berechnet wurden (gegenüber nur 9 Milliarden Mark im Jahre 1932), werden im Jahre 1936 zweifellos eine weitere beträchtliche Zunahme aufweisen. Zahlenmäßige Sc hiitzungcir—* liegen auf diesem Gebiete zurzeit noch nicht vor. Die Umsätze des Einzelhandels, über die laufend berichtet wird, waren in den ersten 7 Monaten des Jahres 1936 um/ 10 bis 11 Prozent höher als in den entsprecherden Vorjahrsmonaten. Wenn dann im Monat , August die Einzelhandelsumsätze diejenigen des gleichen I Vorjahrsmonats nur um 4 Prozent überstiegen haben, so wird das darauf zur rückgeführt, daß in diesem Monat infolge der G 1 y m p i sehen Spiele eine vorübergehende Verlagerung des Verbrauchs stattgefunden habe. Aus vielen Städten Wirde nämlich berichtet, daß sich die Umsätze des Einzelhandels um einen Teil desjenigen Betrages vermindert haben, der für R e i s e z w e e k e in diesem Monat mehr als .sonst ausgegeben wurde. Diese besondere Situation wird nicht so bald wiederkehren. Der Einzelhandel kann also damit rechnen, daß seine Umsätze in den Herbst- und Wintermonaten über all wieder eine bedeutend stärkere Erhöhung aufweisen werden. Das Institut für Konjunkturforschung stellte in seinem letzten Bericht zusammenfassend fest, daß der Mengenumsatz des gesamten Einzelhandels nur nech wenig Hinter dem in 1929, dem Jahre der letzten Hochkonjunktur, zurückbleibe. T: Wenn vor einigen Monatengesagt wurde, da? \Jicklung der Verbrauchsgüter industrien Aufstieg der Investitionswirtschaft nicht Schritt ann heute ein weitgehender Ausgleich beider achtet werden. Die Verbrauchsgüterindustrien und für den Verbrauch tätigen Handwerkszwei in Bezug auf die Umsatzgestaltung kräftig a dings ist die Entwicklung nicht in allen Branchin die Entnut dein halte, so ile beobauch die e haben ufgehjölt. Allergleichir< 3