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Der jüdische Handwerker · 1936-08-01 · 8 (8.1936) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Handwerker
Volume
28 (1936)
Issue
8 (8.1936)
Date
1936-08-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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In sehi mencn \\ ijfgc um In .iIiUi ingen lassen. Ks erfüllte im mit tiefem Seliinrr/, als wir erlebten, wie so viele begabt« Menschen, die unserer Bewegung zur F.brc gereicht hättet, ifiul unsere Ideen hjiticn mit vorwärts treiben können, WW diese Menseltcii aus ihren Berufen herausgerissen wurdei und nun zu uns knuten. W ir konnten aber leider nur in ge linken I in fange ihnen Mille gewähren, weil unser kreis /j klein war. Der (jiedanke, daß im Handwerk eher eine Vlüg liehkeil de«. W^iterkoiniuens' in der Welt bestem] h.it he wirkt, ilall die jjüdisehc 'Jugend mit größer Vorliebe siel dem Handwerk äuwa'iWlte, und somit rs| das Handwerk zun IIn(ipttrillernder' beruflichen Ausbildung und Umsehich tuii£ der Juden iii Deutschland geworden, und der \ e r w o r I e u e l> .1 ii s t e i n im z ii in V. e k s I e i n g c w n r d e n" Weil! diese Jugend, was (Ins Handwerk von iIi ■ fordert, um was der Name ..Handwerk" bedeutet? Fin Sprichwort tuutel /war: .Name i~i Scholl und Rauch." Bei uns Juden ist dci Name immer un etwas gebunden, «ir alle trugen neben unseren bürgerlichen Namen einen1 jüdischen, der in irgendeiner Beziehung /ii unserer Geschichte und \ ergupigenh'e sieht. l.'nH diese Vergangenheit liillt uns; nicht, und wir wollen auch nicht von' ihr lassen, denn wir können nicht ohne sie leben. Gerade hier spricht die Vergangenheit am deutlichsten /■ii uns. hier in diesen Räumen in die unser«- Mütter und \ iiier flüchtetet», wenn sie draußen l nbill bedrohte. Diese unsere Mütter und Väter sind'in" dieser.Stunde bei uns und rufen uns mahnend zul was Judeiitinu von uns fordert.. Wii wir Handwerker am Judentum hängen, so hängen wir uucii .in Handwerk. Denn im .Namen ,.l(ändwerk"'Iiegt tiefe rcjl giösC Bedeutung» sie tritt uns am deutlichsten in dem _\ \ ers de- Psalms l-!s entgegen: ..So du deiner Hände Arbeit gl nießest. heil dir. es wird dir Wohlergehen!" I nseru Weisen lügen mich hin/u; ..Heil dir in dieser Welt und wohl dir in der zukünftigen Welt.' Dieses ..Neil dir in dieser W eil" •er Ausstellung, die wir "gleich ist das Zustandekommen nicser .Ausstellung, die wir'gietcn eröffnen werden. Dies« WsKtclblllg soll den (<eiiult au unserer Hände Arbeit verkörpern, wir verstehen unter dem „Genießen unserer Mandl Arbeit" die Vollendung des Werkes, in das wir unsere gunzi l iebe, imser ganzes können und unsere Hingabe hineingelegt hüben. Wennl.Sie, meine verehrten Damen und Herren unter diesem Gesichtspunkt die ausgestellten Siüjckc he trachten, dann we rden Sie Verstehen lernen. wie jeder l'.in /eine unter uns. sei es I chrling. Geselle oder Meister, na« I \ öllcndung strebt und bemüht ist. sich weiter zu bilden. Der zum KcHstcln gewordene Baustein hui un/ähligt unserer Brüder vor dem Zusammenbruch bewahrt, hat sm wieder'aufgerichtet und ihnen Kruft und Mut gegeben, sich inner schwersten] wirtschaftlichen Verhältnissen ein neue. I i ben zu zimmern. Allerwegen sind junge jüdische Men schon draußen in der Welt in friedlichem Wettbewerb an Aufbau der Wirtschaft beteiligt. 'Wir denken dabei beson ilers unserer Bruder in ..l.rc/ Israel", an Palästina, das Land, das heule im Brennpunkt alles jüdischen .Geschehen! steht, und wir fühlen uns mit unseren Brüdern auf das engste verbunden. Lud es ist trotz aller Schwere der Zeit die auf uns und unseren Brüdern lastet, ein erhebendes. Ge. fühl für uns. zu sehen, daß, ungeachtet aller Provolrationei und lleruiisfordertiligen in Palästina, unsere Brüder dort du Buhe bewahren." Und es dürfte Siei meine Verehrten, inter essieten zu hören, was ein junge.F Jude über die Lage n Pulästina au seine Litern schreibt; ..komme, was da wölk der Jisthuw stellt da wie ein Mann, bereit, sein Werk, sein Leben und seine Khre zu verteidigen. Alles ist von eint Atmosphäre des Vertrauens getragen, alles ist beseielt von dem Gedanken, das begonnene Werk wird und muß fort geführt werden, unsere Arbeit darf und wird nicht aufhören. Seid stark, dann werden auch wir stark sein!" Seid stark, dann werden auch wir stark sein, hat auch uns beseelt, als wir daran gingen, diese Ausstellung aufzuziehen. Wir wissen, daß es ein großes Wagnis ist. denn ge lade in den Bedien unserer Brüder besteht ein Drang ZU kritisieren, daran sollen Nie ober erkennen, daß wir fliese .Kritik nicht scheuen, denn;eine gesunde Kritik wirkt für dernd und aufbauend, und darauf vertrauen wir. Alles was Sie sehen, ist aus Liebe zum Beruf und Freude an der Arbeit verfertigt. Wenn auch von unseren Gegnern behauptet wird, das Judentum betrachte die Arbeit als einen Much, so kann man diese Ansieht am besten dadurch widerlegen, indem mun auf die 10 Gebote hinweist, wo (>"tt selbst unserem großen Meister Mose die Worte in den Mund legt: ..Sechs Tage sollst du arbeiten, der siebente Tag ist ein Buhetag deinem Herrn, deinem iV'ttc.'" Hierin liegt schon die göttliche Fürsorge, daß die Arbeit auch vom jüdischen Standpunkt aus ein Segen für die gesamte Menschheit ist. Wir j ii «I i s c Ii e n II a n d w e r k c r m ö c h t e n g e r n dieses S e g e n s teil Ii a I t i g w e r d e n. Und wenn ich nun meine Ausführungen schließe, so möchte ich in dieser Stunde eines Mannes gedenken, der für das Handwerk unter den Juden bahnbrechend wirkte. Draußen vor den Toren Unserer Stadt hat sieh M mit/ Simon ein bleibendes Denkmal ^gesetzl, er ist ein \ orkümpfer für liiü Idee de. I uisthichtling innerhalb der Juden 'in Deutschland gewesen, und er hat n.ci prophetischer Sehergabe vorausgesehen. 'I'1" die Beruf st erteilung bei uns /um Zusammenbruch führen mußte. Die Gartetibnäs c h tll e \ Ii I e m i-l \ ielen unserer Brüder zum W egweisei geworden- und draußen in der Welt legen llltzulllige junge und geteilte Menschen Zeugnis davon ab, daß Konsul Simon den richtigen Weg gefunden und unbeirrt weitergegangen ist. I ml wenn irgend jemand das Weil.. Sjmotis /h würdigen weiß, dann sind wir* jüdischen Handwerker es. Wir gedenken heute mit Stolz dieses Mannes in dieser ."stunde. An ihm hat sich das Wort erfüllt, das an unseren Stammvater Vpriahuni ergangen ist: ..Durch dich stillen gesegnet' sein \iele Volker tler Lide", denn durch Simons Werk sind ungezählte Menschen gesegnet, und es. werden mit (. ttes Hille noch viele dieses Segens teilhaftig wer len.'V ' Nu eil Ansprüchen dei Herren Lande* ruhhinei Dr. Freund, KpminerzienrAl Berliner, sowie tler Vertreten'. Hier jüdischen Vereine, teilte Kollege < > o, 1 <l in .1 11 h das Motto mit. unter dem diese Ausstellung Steht; er liilnti weiter aus: , ..l iisere alten Weisen sagten: ..Auf drei Dingen beruht die Welt, auf Thuiiroli — :■ der Lehre, auf Vwaudu dem Dienst au edlem Menschentum und auf (Jeuiiluss chesed auf Wohltätigkeit! Diese Ausstellung sieht unter dein Dreiklnng: Melocho Arbeit. Zedokoh Qicrcc hfigkcit und Emunoh I rene. Melocho liegt vor Milieu, meine Damen und Hern 11. ausgebreitet, ich' habe vorhin schon (larafif-hingewiesen, dull jeder Finzetne von uns bemüht gewesen* ist. /11 /eigenwas et kann. Zedekoli (,ererbt igkeit soll ■ 1 f 1 — - gleichsaht verbinden. Wir stellen an Sie die Forderung, unterstützen Sicuns mit Arbeit, seien Sie gerecht in Ihrem Urteil, Das js( jjjc Gerechtigkeit, die wir verlangen. Knibnoh die Irene, die wir in unsere Arbeit hineinlegen, aber diese Treue darf nicht einseitig/ sein, sondern auch Sie lliusseil uns die Irene wahren. Wenn wir dieser Ausstellung den I )i ei k laug Arbeit. (Icrechtigkeit und I rene geben, so soll die Treue von unsere! Seite noch ein bcsondi rer Dank un unsere f innen sein. Der Kaufmann. Bankier oder Tnbrikant kann seinen Betrieb mit freim|e.ii Menschen, ohne Hilfe seiner I ran eher vorwärts Illingen als der Handwerker. Der I la mlwerkcr wird es aber nur zu etwas bringen, der eine I ran besitzt,-die das Wort Hand und Werk /u würdiget) versteht, und die dem Mann die Treue nicht nur im Hause, sondern auch im Geschäft hält. Allerwegen da. wo die I ran Gelegenheit .hat, ihftziisehaffeil bei dein Handwerker, da geht es auch vorwärts. Daß wir in dieser kurzen Zeil üiis dieser Ausstellung widmen konnten, daß ist das Verdiens unserer Frauen: Wir wissen, was wir unseren Krallen schulden, der Jude liebt es auch nicht, die I ran in die ()elfentlic hkeit /u stellen, der Wirkungskreis der Fruit ist das Haus, aber ich hielt es für meine Pflicht, unseren Frauen unseren besonderen Dank abzustatten, daß s|,. uns so brave, gute Kameraden sind Sie aber, meine Geehrten, möchte ich bitten, diesen Dreiklang nicht ungehör! verhallen zu hissen. Melocho, geben Sie uns Arbeit. Zedokoh. seien Sie gerecht, .und L'inu.- i'o h. wahren Sie uns die Treue!" Im Anschluß gub .kollere G r.u m i die Gründe für die Verunstaltung dieser Ausstellung. Vor allen Dingen kam es darauf an. der jüdischen Oeffentl ich keil /11 zeigen, in weichen Berufs/w eigen jüdische Handwerker in Hannover tälit; sind, keine Luxusarbeiten, sondern Stücke des täglichen Bedarfs sollen die Qualität der Arbeit erweisen. Aul (.rund dieser Leistungen dürfen die jüdischen' Handwerker beanspruchen], bei Arbeitsvergebung berücksichtigt zu werden. Kollege (.law i vermittelte ein anschauliches Bild der augenblicklichen Situation der jüdischen Handwerker. Lr ging sodann auf die Finzclhcitcu der Ausstellung ein. die neben den Arbeiten der Meister eine besondere Ausstellung von Lehrlingsarbetten brachte. Kongreß der jüdischen Handwerker Polens Am I. Juni fand in Warschau ein Kongrt sehen Handwerker Polens, statt, an dem irlier (>( (I Delegiert! aus allen Teilen Polens teilnahmen. Iii seinen dreitägigen Beratungen wurde i iilber jüdischen Handwerker interessierenden Wirtsthaftsfrac beraten und eine neue Verwaltung gewählt, der teilungen unterstellt haben. Zum Vcrsitzejulei Maikomitees wurde kolfege Moritz L i > t kau. /um Vorsitzenden der F^ekutive Jirsef W a j c m a 11. Lodz, gew ählt. 1 , Als stärkste Wirtschaftsorganisation übt Hand werkelter band einen bedeutenden Einfluß dische Leben in Polen .ins. ß der jüdiu Iii sich 500-Abdes Z e n - h e r. Kia- Hcchtsanw alt 1 jüdische auf das jii- 3

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