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Der jüdische Handwerker · 1936-08-01 · 8 (8.1936) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Handwerker
Volume
28 (1936)
Issue
8 (8.1936)
Date
1936-08-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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:U l>iilinc iniiut'w iindrll werden kann, sowie Schlaf räume entstunden. Mir I j — und /.imim i Ixt hu. dir llol/lafeliing .in Wänden und (Jacken in jrem lim.n k\<»ll< ih I* nrheniüiieii pehalirn sind von den I riliiehmern drr I i-rldrr- «verkstall ansrefrrliiit. Vorlchrc In eine*" großen Mcillt* sind etwa "><) Jungen mit klemm I isehlerarlieilen heschäft ipt. liier wirM nicht arebasielt. sondern kleine (iejrensiände ii.k Ii selnslsrefertijrier Zeielinnnjr hergestellt. Ks si ein Ve^piiüfren uiiiunzusehen. mit welchem Kifqr. und tteleher l.trst die 14- Iiis Ibjährijren am ReiHliretl imict dem Werkzeug in (Irr Hand bei der Vilich siiial' /usamiqenfaasend muH fresajil werden. daH hier ein W rrk «reschaffeii wurde. das vielen jun- -( ii j iidi-rlirn Menschen dir Möglichkeil gibt, sich liandwrrklieh iiiny.uschichlen oder ausbilden /u I isscn. drm hier Krlernien werden'' ihnen Vholo: Max Heer, leget I eilonsidit der I isdilerei- Werkstatt neue Imlr .l.vi-ien/ii iissichlen für d; i|* ilere I rhrn;:(.'- Jiaaduyeckec - AussteUunq in (Kamwuec Du SvliJacnt i»f geschlagen! I n-erc Vu-siellung. der wir mit Ii.1111:111 I 1 w .11 innert, ciiigegen-.dien. i-i rtu Lrfolg .ml 1I1 1 ganzen Linie gewesen, niiil \wjfreuen imdic-c- Lri"Li-.. Dir ('«niicindcv erw;iIiiiIii:, hrilttim« in iichcii-W 111 - <J1 — ->- Weise die alte Sv nagogc /in Verfügung gestellt, imeh dir VusMcflung ein ir-i -blossenes Hihi bot. Obwohl \iii-lflliing ihr knien und Stände n-i Sonnabend 1I111I1I- ''.4"> I In erfolgen koillile. haben die Leiter iler Au»- •:< 1 lu 11g die ki dien eil (■ r .1 w i. 11 e u sehr e c k. Diu r ui Ii .1 I und t'htl ijp |> in ii |d i rw i I I i r und in c i « l c i - (•! Iii W ei»e dl i e Aufgabe /in Zufriedenheit der Besmllcr und Kollegen erlöst. Kollege Hcnschreck bat durch den \> uudei m henei| Aufbau der Blumen und Pflanzen der gan- Atii Au —tcllung einen würdigen und vornehmen Stempel rirfgpdrückt. die ganze Ostwand der Sxnagoge glich ei nein blühenden Hliinn ni.irieh. Meister Low eilt ha I und Meister t*f»rtiy»l> haben u.u |i 'bewahrt» m Muster und (»eschmnck in u ueruiudiieheui Neil! die Nu (hl durch gearbeitet, und ihre . nfgew .itidle Mühe gereichte nicht um ihnen. sondern dem j.iii/en Verein /ur I hn-. AIdei Schriftführer llcnrv Grawi um H'..'(? I Iir die akademische pcier eröffneie. war der Raiini l>iuiif ih n letzten IM.it/ gefüllt". I ' \ .1 Ii dem V"1 Schauspieler Rudull k.rakauer vorgerrngcneil (.cduln ..Die I räm .ml dem Lr-cn" um Morris Uii-enfeld nahm der Vorsitzende, ( daseruieister I* a u I (« o.L'd m iri h,j das Wort zu -einer nachfolgend wiederge- I.eiien l e-irt-de: ..\\ir alle -teilen noch unter dem Lindl .ck d< - ehen vernommenen Gedichtes .Die I räne auf dem I -en'. Die-e Trane, die auf daglühende Eisen herabfällt, i e nicht verlaschen will, es i-i die Traue dejüdischen Handwerkers. [Die Träne, die /u Ihnen spricht aus der seeii-i heii Not. die Träne, die /u Ihnen spricht auder nwtei- Ih n Not. W ir Juden müßten -cluui lange erlTuukeil sein in diese tu StroB der Tränen, der unsere Geschichte begleitet. I ml der (iegen-.it/ /u diesen Tränen ist das Gesprach in ~Mi in- .\\c:r ohne Lnde". welches der Bürgermeister des kleinen Mädtchens Wallhaiiseu mit dem Juden Itzig führt. Der Bürgermei-ter fragt den Juden: ..Ihr hasset uns wohl?*' I nd darauf die Antwort des Juden, die zugleich das Spiegelbild unserer erhabenen Lehre und die Antwort des Juden- Mi ins i-t: ..Unser Gott verbietet uns den Haft, denn wenn wir hassen würden, dann konnten wir nicht leben, dann wurde andieser Hall auffressen". Diese beiden Tiedanken peilen unserer Ausstellung da- Aufbau wort, nämlich, dal! wir Juden trotz die-es unendlichen Tränen-tromden Hall nicht keniieji. I nd wenn ich Sie nun. meine verehrten Herrschaften, im Xainefl de- ../entralv erbandes jüdischer Handwerker Deutschlands, Ortsgruppe Hannover", begrüße, so danke ich Ihnen, daß sie unserem Rufe so zahlreich gefolgt sind und liainil die-ei I eiers'tunde ersi den richtigen'Rahmen geben. Ich begrül'e zunächst die Gemeindevertretung, vertreten dm eh ihren erstn \Or.-it/enden. Herrn konimerzienrat B e r I i n e r . ich' mochte wohl sagen, das älteste Mitglied unseres I fand werker Vereins, ich betone, unseres II ii ii d w e i k er Vereins, denn wir haben in früheren Jahren. iL die \ m i-l üh ru u g der (iemeinde noch nicht -ii sehweralil den Schultern unseres xeiehiten Herrn kmiimeivieiirat- Berliner lastete, -ehr oll die I reilde und (las Ncignügcu gehabt, ihn alden -chlichtcn. einfachen Handwerker unter uns zu -ehen. I - war ihm und uns eine grolle I rende, daß er -ich im ine i /u uns bekannt hat. und dal! er olfeiien und freien Muts ungesagt"hat: ..Ich habe mich in nie (iewerberolle bej meiner Niederlassung hier in llailllovei nicht al- . kaufmaiin. -onderii als Mechaniker Joset. Berliner eintragen lassen." Ich muß die' Person unseres I. \ oi-uzenden der (Gemeinde, unseres Lhrenniitglieds. mit. in den Mittelpiinkl meiner Betrachtungen stellen, denn x\enn Sie. meine Verehrten, nicht wislsen sollten, was wir ihm verdanken, -o will ich es ihnen -.igen. Niel ist in den letzten Jahren an uns herangetreten, sowohl in seelischer alauch in materieller Beziehung, und wenn wir die Aufgaben, die uns gestellt Wurden, einigermaßen lösen konnten, i-i ed.i- Verdienst unseres Herrn Berliner." (.Nach be-onderer Begrüßung der Vertreter fast aller jüdischen Vereine Hannovers, besonders aber der Herren Rabbiner Dr. f reu ii d und Dr. Sc horch, setzte Kollege Goldmann die Kestrede fort:) ..Wenn wir jüdischen Handwerker diesen Tag als einen Krcudentag begehen, so erfüllt" uns dieser Tag mit Demut und tiefem Dank gegen den Lenker aller Geschicke, und unseren Lippen entströmt der alte Segensspruch, mit dem wir unsere Kesttage begrüßen, oder wenn etwas .Neues iii unseren I ebenskreis tritt: „Gelobt seist Du Ewiger unser (<"\l. König der Welt, der Du uns am Leben erhalten hast und ungelangen ließest an die-e Zeit". Jahrzehntelang sind wir jüili-chcn Handwerker da- Aschenbrödel unserer Glaubensgemeinschaft gewesen. '"Ls hat uns oft mit tieler Bitternis erfüllt, wenn man für uns und unsere Wünsche -o wenig Verständnis zeigte. Wir sind aber aller Bitternis zum Trotz, im kämpf um unser Recht nicht erlahmt. Als ich vor!'■> Jahren auf dem Verbandstage der jüdischen Handwerker in köln zum ersten Male einer Tagung dieser Handwerker beiwohnte, da zog sich durch die Berichte der angeschlossenen Vereine wie ein roter Laden die klage über die Zurücksetzuhg der jüdischen Handwerker innerhalb unserer Genieinden, sei es in wirtschaftlicher oder gesellschaftlicher Beziehung. AU ich als Vertreter der hiesigen Ortsgruppe den Tätigkeitsbericht erstattete, da schloß ich meinen Bericht mit den Worten: ..Den Baustein, den die Bauleute verwarfen, er wird /um Eckstein werden!" In diesen l't Jahren haben wir jüdischen Handwerker den kämpf um unser Recht unentwegt weiter getragen, denn uns war ein Vers auden Sprüchen der Väter Richtschnur! geworden; er lautet: ..Jede Vereinigung, die eine reine Ansicht hat, wird bestehen!" Lnd wenn wir am heutigen rjagc sehen, wie dieser Ausspruch zur Wahrheit geworden ist, dann erfüllt es uns mit Stolz und Freude. Aber es ist keine Schadenfreude und kein überheblicher Stolz, sondern esiist die Bejahung dessen, daß unsere Ansicht über die unglückliche Berufsverteiluajg der Juden in Deutschland eines Tages zum Zusammenbruch führen mußte, dal! diese unsere Ansicht zur traurigen Wahrheit geworden ist. Man hat die Ohren gewaltsam verschlossen gehalten und -ich von dem falsch 2

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