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Der jüdische Handwerker · 1936-03-01 · 3 (3.1936) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Handwerker
Volume
28 (1936)
Issue
3 (3.1936)
Date
1936-03-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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Wirtschaftsaufschwung und verschlossene Tore 7)<r flilfuHTvin «/er Juden in Dvulstblanit tilurmithlt uns fölgendv ItursteUiui^: Du wandt i ii ii.ü — j»«»Iiti—« lic Inge - c«• h i zur Zeit im /eichen trrrhrfa« hei (.egen-äize. In u iriscunftlichcr Iliti-ii-lit'!»*•- -Ii hl \..| allem der grolle KonirasI zw i»< heu der fortschrct- (t-Mtkii Lrliofuilg «Iii wichtigsten überseeischen Kil: v» iiliali*- . 1 _~I.i11 <Ii 1. wie •Südafrika. Brasilien, aber auch Argen - 11 c 11 * -1 r. - \ mm 1.1 In 11. Kanada ti m«I mein /ulctzl den V »T«'iiiii:- [«■n Staaten.- mid der fast unverändert schweren Witi -< t t-k 1 1-1 in v ielen e 11 r o |> u i - c h e 11 1 änd.-i 11. die 1101 Ii .l'rVj .l,i- Ziel i.i 11»'-1111«-1 will dciil-chcu Juden wüh n. his- 11 -iHnlcrc Mini e« ilu- I ander de- ..(■■ >I■ 1111<>c k-". .»!—<» vor dlcns I' i-ank reich. Holland, die Schweiz iihiI Belgien Itroiz ■ j.»-1- \Ii«iiiiiiij 111 diesem l.anili-i. die noch immer au! .Lischwerst^ unter der kli-i' leiden nml scholl (h-h.illi 11 i uir jüdische. Zuwanderung nu ll 1 in Krage kommen, zumal iliti \\ 111 -111.11 i-kri-i' liier wie Fasi überall die.Ccseiz- ' Imii--und Verwaltung im 111 unlcnb indIii In 11 Sinne be- .iiillnl'l Ii.11. j).!-» Höchstmaß .111 Hoffnungen, daman he- /.u-lii Ii dic-.ii: I .iniii r lu ueii darf, wird dahingehen, .daß 1 -ich du ' Lage dei dori schön an-ä--tgeri jüdischen I luchilirigr. in. Iii Reiter \ ir-< Ii1e«liiert: eine weitere j ü - ■ . 1 i 1 Ii e •/ n * n 1» il %• r 11 n g kann lu>c Irsicns in den - e I - 1 •••>>! en V II - Fl a h Iii e f a I I e 11 verantwortet werden. \ 11 Mc 1 >■ 11 U-ii 1 ii< Ii schwer la-let die Wirtschaftskrise /ur /eil Miifi-iiixji .ml der I-< Iii« lui-low akei. in der Mir J Jahren ii"i Ii 4.1 n in Ii di-nl-i lur Juden /iilliuhl Miehlen und zuiracksl eine ga-llicllc Vufnnhuic fanden.. Wilderet in diesen Ländern schon die w iri-eha 111 iche I i_f neue Liiiw andcrüiig. Italien die gliiekli« bereu r ii i|i.i 1-1 'hell Lander. Vv ie insbesondere I.Unland und die dein N .i hl!I >!• >c k .in^e-c 11 i> 1-~t■ 111 -ii -kandin.i\i-< heu Staaten lim allein Nhi»tilcirl du leb -eharfe gcscl/lh he tlußll.Hirnen iTiliil üt> 1 ^i. daß Ina/ ihrei »i hnell fnrt-chreircnden w ii 1- -rli.i I ri ii -Ie 11 L'rhofuug isine Zuw anderüng um \u-Lniderii 11 irgend; einem iicninu-w erlen f mfnug nicht ellölgen kann, "»ii -tcheu v» ii iif-^e-iiiiil im der lat-aejie. [Inf! iiiieinn|>ni-( In n I ander für die Einwanderung * deiit-i I111 Juden iihei haii|»i kaum in» h in Fr/njU*; i - "kommen. Die ein/i^e -wie-eiwlieiu' Ail-nallme liihlel /in /eil Italien. Iiii d.i- -rir eiiii^ii /eil. l»e>onih're Möglichkeiten i'le» kdpiialtiaii-fe.-r« l»«-»t«-lreii.'«lie .um Ii in niebl iiiierheblicheiii \ii-ui.d'e d.i- Intf-ycsse |Hiliselier Kni-efinden, /um.il;:i"ii' 'der ii.jIi' iii-i heu Itepieriuiiu iler Nieilerla-Miu^ .jiidi-i lief bkaiifleitle und ludti-lrii lL r im allgemeinen keine N-hwiet i^ki iM'li in ih n \\ 1 — ^i-leut wi'rden. Im (ic^i n-.ii/ /n <k»n \\ jrJ-chalt-iiiiie.n und ^erin^'u ■ 1 :idi■! 1111 u-iii'»iif 1 * Iik' iii'ii fä>l allci eiijopiiischeii l.andi'i-, bieten viic-bligc uliei-i i i-< In- Siuaten rbis Bild'-ehneller » rluiituH^. ja leilucisf t ölliper I eberv\ indunjr ih r \\ irt- •. ii iil-ki i-e.. Vor allem -teilt Südafrika au^eniiliekiieh in einer Periode der Hochkonjunktur. vir -ii- 'Li- I and k.iuin jemalerlebl hat. Die-c Lit-achc hanisi mit der Aul^abe di - (■old-tandarddurch den 1'tfiuillil'ick ^asuimnen.' wimIutcIi die südafrikanische Gold- |iifiduktidii linlnUe ileiie-i 11 geilen fiyldnreises) /u uiiKcr- ■ iritentlicher Aktivität .a«frc--tacheh wurde. InSbesotidere der Biium-arltl i-t /ur Zeit ungemein lebhaft, so ilal( (»•-' 1 lernte Handwerker in die-en Branchen leicht und /u \erlijlini-jnalliL' hohen Löhnen Arbeit linden: aber auch in Jef übrigen. Imlu-trie wirkt sich der Aufschwung des l indes stark aus Diese Tatsache i-t Mir die jüdische f.inWanderiitig au- Deiüschland mhi umso giölh-rer Bedeirtnng. als ja Sudalrika lue die in den .Grenzen des ÜCHÜjrcn Realiegeborenen Juden vCrhaltnisinäffig leicht . /u^iiiifrlieli i-t. d. h. es wird im allgemeinen nur ein \ 01- /eigjjgeb'l Min mindestens t HM.— bei der Landung \erlaitgl. Tat-üchlich' i-t auch in den letzten Monaten die I im«aiideriin" nach Südafrika 'die schon bis Linie r9>"> mindc-tcni 3XM deutsche Judi-n in- Land gebracht hatte! -i hr starfc Bpwtssrn: dm h bietet die luunigratioii der k tzn ii Zeit -ehr tröffe Scbwii-rigkeilen der l nterbriligung. weil'trotz .ilfer Harnunjreo eine grolle Anzahl von kaufleuien. Im duim lande Betätigtiiigsuiöglicllkeiteti kaum vorbiinderi -iud. neu eingewandert i*t. Infofgetk'ssen -sind die I ü h 11 e Für k a 11 I m ii II II f s c he A II g e s t e I I t e -tark ^elallei.....d die Ulssii Ilten. ' ba hl Arbeit zu linden, sind schlecht. Dagegen 1-1 für Handwerker. <|tiali- Mzieite \rbeitei ' und Ingenieure Südafrika'' nach «w ie \or ein 11 iiueniein au--i< I1I-1 eiche- (lebiel. Iii den grölh'n Ma.nen Südamerikas, be-onders in Brasilien und Chile, besteh) ^111 /.eil ein starker kouira-i zwischen dem schnel- Seite und den Ich \\ irischaftsaulscliw uiig aal der einen noch fast unverändert lörihcstehenden rigorosen Linwamle-, rifu^-lx'-i hraiikungeii auf der anderen, l ast alle süflanieriküuisclieil i.ander sind zur Zeit lom liefpunkt der Krise scfiou* weil entfernt: «on Brasilien dem aus nutiii liifien ( •runden weitaiizukuiifisieii h-tcn Lande des südamerikanischen kouliilents wird mau ohne I ebenreibu 11^ s'agen können, dal! die kri-ivollkommen. überwunden i-t. Inder i-t aber eine Vil-nutzung der durch rlen W iII- -«bal.t-aul-i hwliu^ die-ei l.aiidrr gegebenen ArhcItsmöglicfikeilen für ' deuts< he Juden /in Zeit 11111 in sijhr be- -1 hrankieni l lilfalige möglich, well die s.l-r e 11 g e. II V. $ 11 - w .1 11 d e r 11 n gls \ o r s c Ii r i I I c 11 nur einer k leinen Za Ii I von jiidi-i heu' Linw.inden tu die Landung gestalten. Iirjaktisch ge-|>ro( lien I.1-1 nur denen, die entweder drübi'H luihe Xerw.iudje 1111 Brasilien können auch freunde du notwendigen .111I01 dei n u^--( Ii 1 eibeu au-sttdlelll oder ei - heblii he (•ehliniltel besil/en. I - -lein abisr /u hoffvil. dalf die forlM hiertCmli' K\|»ai|sjoii der W irtsc haft zu einer LiickernJig ih>f l'.iim..inilerung-Lie-iIiiiiiiiiugen '111I1 reu wird? 1-1 dncii iii-lieMindeie in Bra-ilren bereits ein ausge- -|nix heuer An»eilerjuangel in uianeheii Zweigen fühlbar. Im (>.111/111 wirkt -uli in den südamerikanischen Ländern jei/r die J.ii-ai|ie ausi daN diese früher last alnsseblielflicli \r.n |n od 11 kle e\|)orlierenden und liulustriew.inn einfiihrCndeii Länder gerade durch die Wirtschaftskrise zur s, hnelIrren Industrialisierung gezw ungen' wurden: denn bei dem niedrigen l'reis-uind solcher Standard|>rodükle. wie kallei-. Weizen. Wolle u-w. reichten die Lrln-e nicht zur Bestreitung der üblichen Iiidustric-Kiiifuhrmengeii au-. Durc h diese Lntw ickluiig. die durc h die Zoll- |nililik der inei-ien Ifeg ie in ugen z.ielbewiiHi gefördert wird, werden /wi ileflndie w irtschaftliehen' Alissicfiteil Mir eine -11 überwiegend städtische Liuwanderuiig wie die der deutschen Juden außerordentlich vengrölfert. Im einzefneu -< In iiii e-. als idi zii den Iiisher schon in grölferein Malfe tun der jüdistheii Linwanderiing berührten südäiiterikanischen Lüiicfern Vrgentinien. Brasilien und Chile, iieiieriliiig« .nick einige wenige fortgeschrittene, aber ebenfalls UU--Ü hl-reirhe Maate n, u ie vor allem Columbien und Peru neii n wurden: sind doch in Columbien die Linwunderiiugsbc'diugungen Mir die in Deutschland geborenen Juden \erhältiiismälfig leicht zu erfüllen (es wird nur ein \ orzcigcueld von 1 <h( c-ol. Dollar Verlanen, und die bisher vorliegen/ 'd' U l$eric hte sind aus beiden Ländern iibervv iegend günstig. W .1die gereinigten Staat e 11 betrifft, so i-t in let/ler Z(;it die scho'i) vorher nicht leichte ['Ii 11 w andern 11g ilui noch mehr erschwert worden: jedenfalls zeigen sich die amerikanischen Konsulate bei der Lrtcilun^- der \ i-en /ur Zeit außerordentlich zurückhaltend. >i» aussichtsreiche und dünnlK'völkerte Länder, wie Kanadu, \11-tralie11 und N'ejistt'land bleiben nach wie vor jüdischen Ltnigrauten aus'Deutschland, fast ausnahmslos verschlossen. Sind abo im Augenblick die Kinwanderungsniöglichkeitc-u noch sehr beschränkt, so darf man, insbesondere im Hinblick auf die rasche Erholung der großen südamerikanischen Länder, eine Besserung der Lage für eine nahe Zukunft erhoffen. Unverändert bleiben freilich die aus der Berufsgliederung der deutschen Juden erwachsenden auswanderungspolHischen Schwierigkeiten: denn während für Handwerker, qualifizierte Arbeifer und Landwirte, und nicht zuletzt für weibliches Personal in Südafrika wie in den meisten südamerikanischen Ländern sehr befriedigende Aussichten vorhanden sind, ist die Unterbringung von kaufleuten. selbst wenn sie ausreichende Spraclikenntnisse haben, schwierig, und die von Akademikern (mit Ausnahme der Ingenieure und Chemiker) ein noch viel heikleres, ja oft unlöhares Problem. Die sich hieraus ergebenden Korderungen für (He Berufsausbildung der jüdischen Jugend liegen auf der Hand. Kreditverein für Handel und Gewerbe e. G. m. b. H. Oi« Bank des jüdischen Mittelstände« BERLIN N 24, ORANIENBURGER STRASSE 3 Ausführung sämtlicher bankmafligen Geschälte 4

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