Der jüdische Handwerker
- Journal
- Der jüdische Handwerker
- Volume
- 28 (1936)
- Issue
- 3 (3.1936)
- Date
- 1936-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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* Vnier der lie/eiehnunx 1. UiMOHnderunfi*- und Depi*ehretht" richtän toir eine .nette Rubrik ein. I nuer Sfitgtied, Deoixenberuter Dr. Hein/. Cohn. Berlin II w, \iimberger StrAße u~>, hui »ich hierfür in lieben*n)ürdißet II eise zur Verfügung ketteilt. Das für alle in Deutschland lebende Juden brennende VtlswaHdcriings-Prnblem ii i'it natürlich' auch tut den jüdi- -c-licn Handwerkerstand hcrlan. I )ej -I Inndw erker .w ird von vteten anderen jüdischen sozialen Sehjchten häufig darum beneidet.; iluH er ivoliI 'am leichtesten die Auswanderung durchrühren kann, weil Im ihn verhältnismäßig die leiehy teste l iitcrhrii)gungstnügli(|hkeit in den Einwanderung*- ländern besteht. Das ist Min allgemeinen richtig, wenn auch nu für lifC'l] für den lllandw erker die Auswanderung und Kinwandernnp; keine leicht zu 'ntdihtende Angelegenheit ist. Ks sind vielmehr nnch voiti Handwerker in diesem Zusammenhang erhebliche rechtliche and wirtschaftliche Schwierigkeiten /n hew ältigen. I. Derjenige Handwerker oder sonstige Angehörige des jüdischen Mittelstandes, der. über ein Rar-kapital ver» "fügt oder glaubt, seilten Biet rieb vor der Auswanderung zii Geld machen zii können, w ird vor allem daran Interesse halten zu erfuhren, welch»' Möglichkeiten des Transfer? dieser (Geldmittel ins Ausland bestehen.. Diese Möglichkeiten, sind /ur /eil mit Rücksicht an)' die angespannte Dcviscnlagc des Reiches seinbeschränkt. Während es Irüher noch möglich war. kleinere Betrüge, jedenfalls bis /ti UM lullt). nach las) allen Ländern bar zu transferieren, ist jetzt diese Möglichkeit kaum mich gegeben. Dagegen besteht die Möglichkeit, sogen. „beschränkt verfügbare Devisen' Ländern mich bestimmten /ii erhalten. I nter den ..beschränkt verfiigburert; Devisen" sind solche zil verstehen, die mir iiinerlialli des z.jelhllldcs seihst wegen der dort herrschenden Devisengesetzgebnng verwertet werden können. So gibt es einen Bar'-Tr.uusfer nach Italien- I jedoch nicht mehr in so großem Umfange (Fortsetzung von Seite 2) Nicht ohne Grund habe, ich so wciiläulig die Möglichkeiten aufgezählt, die für Handwerker und Architekten vorhanden sind und die zeigen, wie der Hauswirt and der Mieter, der Bauherr und die gemeinnützigen Institutionen, die Hausfrau und jeder Verbraucher., der Industrielle und der Kaufmann für Fabrik und lädenrnum. der Hausverwalter und der Ruuaiiwalt in der Lage Sind. Arbeil Iii t unser Handwerk /u schaffen, W ir beanspruchen vom Handwerk ans kein AiisschlicHlichkeitsrecht. Unsere Arbeit soll in Preis und Leistung! aber in Konkurrenz gezogen werden. ' Wenn jeder im Rahmen seiner Gcsumtverpflichtungcn und unter Berücksichtigung seiner eigenen Belange anleilsniällig das Handwerk und unsere Architekten und Künstler bedenkt, brauchten wir keine Sorge um die l iiieibringting unseres Nachwuchses zu haben. Dann hat aber auch ..Handwerk goldenen Boden". wobei wir bezüglich unserer Ansprüche an die Menge des Goldes gern Besehet» deuheit zeigen, / Wenn ich hiermit die Zusammenhänge /wischen Ilaltdwerk und Arbeitsbeschaffung dargelegt habe., so ist dieses Moment sicherlich besonders dafür geeignet in einer Zeit, da der jüdische Handwerker-Verband in Breslau sein J »jähriges Bestehen begeht. Der Verband hat in seiner J"»jährigen Tätigkeit jene Gesichtspunkte aus Prinzip und mit WCitblick stets vertreten und hat dabei, wie sich jetzt erweist und 'herausstellt, bestimmt nicht eigennützig .gehandelt. Daher müssen wir jenen Männern Dank wissen, die diese Entwicklung angebahnt, jenen Führern an zentraler.Stelle in Berlin und in unserer Ortsgruppe. Heute ist W irklichkeit, was die Gründer erstrebten, heute ist Allgemeingut geworden, was damals noch als Illusion oder Irrtum bezeichnet wurde. HaiidVerk, Berufswahl. Arbeitsbeschaffung und Besorgung von Arbeitsplätzen hängen so /eng miteinander zusammen, dal* die Arbeit dieser Organisationen im Dienste des Judentums voran steht. Dal? diese Tatsache nicht nur bei den verantwortlichen kreisen ■ unserer Gemeinden Eil)« gaog finde, sondern Allgemeingut alle r w erde, möge dieses Jubiläum s/ich als Geschenk wünschen. Am Handwerk wird .es nicht fehlen, weiter seine Pflicht zu erfüllen. Und wenn Handwerk bei uns nicht immer goldenen Boden im wörtlichen Sinne hat. s() doch im ideellen und hoffentlich auch einmal wieder im wirklichen Sinne. Devisenrecht Auswanderungsum Was der Handwerker von den Grundzügen des Auswanderungsrechts wissen muß Wie nl>< Ii in den letzten Wochen, snmlc.ru stärk eingeschränkt), ferner in besonderen Hürtcfüllen nach Österreich und der I s <• h e c h o s | o w a k e i . des weiteren nach Chile und P a r a g u a \ . in allen lallen ist von dem Ii. r /u transferierenden ■ Befrage eine Abgabe von '•>{)"., an i ie. Gohhliskoiithank zil •Kx|H»Hföri|prüügiitzweeken Zu leisten: die in besonderen Hillen crniälügi' i»der sogHr ganz eijusseii werden kann. Bekanntlich besteht auch die1 Möglichkeit, nach Palästina £ I MM. ungefähr KM 12 SO«. zu transf«|rieren und eiiieti weiteren Betraf; bis zustanmen MM VtjMiO. über das sogenannte ..Sonderkonto : r* transferieren■] zu la-sen. Wahrend bei dem Betrag« von t" I IMMl. lih iu sogen. ,.,\ orzeigegcld") ein Abzug nicht stattfinde!, wird ein solcher Vorgenommen bei den Mir das ..Sonderkonto I" vorgemerkten b/v\. eingezahlten Beträgen.) 'Dieser \bzug dient /um Preisousgleich für die Hereinnähme deutschet VVu'reil. I".s würde /ii weil führen, dieses etwas verwickelte Sivsicni iaet naher durzulegen. Jedenfalls ist der h ui-li i Verlust bei den Vormerkern und. Einzahlern' des ».Sondcrkonlos fj /. /t. etwa mit!>V/.1*/a lil-t entsteht /. B. auch bei den I latisfci-Anleihen, die Ullij dein w ei tlen . - Iis Htfdet aber der Transfer! dere dos baren Vorzeigegeldes.'i blick lieh' so lange dauert, dal! voruussCHcri kann. v\ann null vorgemeAte Betrag /um 'Iran zu schätzen. Dieser Vrrneuen, /. /i. itufgelegten ...Sonderkonto l" gespeist nach Palästina", insbesoucbe'n daran, dal! er augen' mau auch nicht annähernd .der für das \ orzeigegebl fcjr gelangt. IIa für d Ii ei ii d w le i k ihn las d e r n «IU der Kinw teil genifl sofern, a! M a sei] Jedoch gl teil \ orte So sjnd / Palästina-A itswaiulerunp besteht rr im allgemeinen die VergiinstSj diesen S. 4(1.) Ks \ miiglicn, und Masc den BeL Diese }H sehen < erlufl v führbar Sein 2. p|r w et len 41 her. nllr können .!. I. \9}h frühen troffen. Iitr den ung. «kil! \ o r z e i )i e fr e I il nicht t 11)0 1). . s'O I» - nir£J">t). beträgt. Die I land'w erker rangieren iinlci anileruiigs.Kategorie A III. Einen vjeiteren Vi»rl!l iler in Palästina einwandernde Handwerker ins ihm auf das Vorzeigegeltl W erk/en^e llllll neu bis /n 50*/« angerechnet werden können nielh'ii nicht alle Handwerker die oben erwahnile. sondern nur bestimmte Handwerker-Gruppen. 15. Hücker. Mel/ger. Schneider und Scliustri völi rteilen ail.sgeschlossen. (Vgl. das Nähere ..Ali j.iJi' IT nac h den Kinw andei'ungs-Besiimumngeu am ii dalf eine Anrechnung nicht nur von Vflerkzeugeii hinen, sondern auch von Waren /ui; entsprechen- und Verarbeitung Buh Xoi/eigegeld erfolgte. rHchkeil wird aber heule nach den neuen deutisenrechtliehen Bestimmungen, die in'dehi RnnduiaschiiK oder d^n feriert Olli •sc auf I. I'i^t) niedcrgelegl sirttl. k,,iuni noch dnrcl Erörteruiio bzgl. «las Vor/eigegeld der Anrechnung, leitet bereits zu! V Oll der ■Sarh- |- rivee 1171 I liier hat der bereits'' erwähnte Runderlafl vom zu II A. Ziff. h grundlegende und gegenüber der Rechtslage einschränkende Bestimmungen ije,- Sie laufen darauf hinaus, dal! /.war Ret i ielisei n i ichtungs-Ca-genstände. insbesondere Fabrikations-~^ind Snezialsow ie auch Waren, die für den eigenfen 'Bedarf Betrieb des Auswanderers bestimmi sjnd. transw -rden dürfen. nicht aber solche Waren, die in einem von dem Auswanderer zu errichtenden Geschäfte lediglich . weiter veräufiert werden sollen. Diese led iglich'/u r W'eiterv eräul'eriing besttin|mteii Waten werden |lctn Auswanderer also nicht'mehr /um Transfeifreigegclii'n. weil diese .geeignet sjnd.die normale deutsche Ausfuhr empfindlich zu schädigen; Dadtirch sind die Möglichkeiten, bei der Auswanderung Saciwerte niit/uf iihren. in .erheblichem l in fange eingeschränkt worden. Soweit nach den oben genannten Restimmiinien noch die Möglichkeit des Transfers von Sachwerten j besteht, w ird der Ausw anderer gut daran Inn. sidi sehr eingehend mit den deutschen Ansftihrjzoll- und den fremden Einfuhrzoll-Bestimmungen zu best hältigen, damit er in (jifser Beziehung vor unliebsamen tfelberraschnngen bewahrt (bleibt. Es ist natürlich aihfltöglich, im Rahmen eines kurzen Aufsat/e« sämtliche mit der Auswanderung in Zusammenhang stielenden Rechts- und Wirtschaftsfragen erschöpfend /Ii beliiindeln. Die vorangehenden Ausführungen sollen deshalb nur einen kurzen Giundiili darstfjllen, um dem Leser die Grund/ügc des Auswanderungsrechtes vor Augen i /u führei Dr. II di n/ Coli n.