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Der jüdische Handwerker · 1933-04-01 · 2 (4.1933) · p. Seite 2

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Journal
Der jüdische Handwerker
Volume
25 (1933)
Issue
2 (4.1933)
Date
1933-04-01
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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DER JÜDISCHE HANDWERKER ii\c /«ecke. \ ielen laii-cinleu Kxistetizgefälirdeteri aller tu ff i-t schnelle Hilfe zuteil geworden, und klanfit wurden sie vor dem wirl- "»« li»i(i'tlii *hen iüu^amincnbruch gerettet. Darüber iiin.nl» war er \hreger und Mitbegründer des I ijdis« heil K reclit \ eicins. der auf genOssenschnfl- Inher Grundlage aufgebaut wurde und dessen /we'nei Vorsitzender Kullere Marens i-t. Seine I in -.«i ne gilt aber auch l>esonders der sich im IV«whlktions»»r*>zeß einordnenden Jugend, sowie der Arbeiierfür-orge. Innerhalb de- \\ irtschaflsr a ii—»Ii n--ede- Preußischen Landesverbandes |u<li-< liei ( •emeindeti ist er auf oit'sem Gebiete mi i I iih i end tätig. In den \ ei-iliieclensten Komini^ioneji und Anstalten wirkt er besonders aul drin t^elifei der -i > / i a I - w i rlschäf 11 ictiCn \rbeil hervorragend ihm. Diese überaus ii nfangreiche rätifirkeii binden rhu aber nicht, init unverbrauchter krall die Bestrebungen und Interessen dejudischen IIn nd v\erkersianrles er "olgreieh zu vertreten. ' Sein heutiger Geburtstag -«'II atieh für uns jüdischen Handwerksmeister die Gelegenheit -ein. iinserni Lreunde und l'hhrer \\ il lehn Marlis Iii r seine unenl w egle. ine ei mimende lieh zu danken. Wir sind stolz, in einem Aügenblfck. in dem unsere Gemeinschaft zt /erbreelien droht, auunserer Mitte einen Main, der mutig und unverdrossen, durchdrungen von dem (dauben an eine bessere Zukunft für unsere Ge- \rbeit her/ meinschaft. in' der Möire es uns nie an tidischen Arbeil /u sehen iilchen Mannern fehl on. DAS JÜDISCHE HANDWERK IN *- VON RABB. DR JOACHIM PRINZ DI IT I Nie l mwälzunz \on gigantischem Ausmaße hat l )nii-< Idand ergriffen. Die aufbauenden Kräfte haben eine Neuordnung gefunden, ilie in ibri'r I i agw eite und in,jhrer V ehemenz mit keiner -ludeten (leui-< lien Revolution /u vergleichen ist. Diese Seuoranung der Dinge hat das Ziel, einen neuen Vulbau de- Deui-chen Reichies herbeir Zuführen und den Menschen Brot und Arbeit zu /geben. I - kann keinen deutsc hen Bürger geben, der liüjhl sennsiiebtip die Zeit herbeisehnt, da liir möglichst \ tele Menschen ök" monii-che Bedingiingjeii geschaffen werden, unter denen er wiener' leben und atmen kann. \ >■ 11 Niedergang der europäischen und deulsc-heil Wirtschaft ist auch die jüdische Bevölke- 111ii^-1 )eut-<-hl.itids auf datiefste betroffen., Kitie Schicht, die noch im Jahre 11)2~> 72% s e I b s t ä n ■ dige \len-( lieii hatte, isi s() weit proletarisierl worden, dali -ic schon vor" we n igen Monaten ">">'',, I ohne in (» f a n ge r zählte. Ks ist nicht -notwendig zu,sagen, um vvievieles diese Zahl bereitüberholt i-t. Der \ e reliendungsprozeß des cleütsehen Judentumhat gigantische Ausmaße gewonnen und nirgendwo kann ein Stillstand beobachte?! werden. Will also eine neue Bewegung neue '•Möglichkeiten de- Leben sruumes schaffen, dann wird die jüdische BeVöIkerungsschichi mit ihrem ganzen Herzen bei der Schaffung neuer \ i beit-inöidi< likeiicn für jedermann dabei sein. Im Gegensatz zu diesen theoretischen Betrachtungen ergab die prafk tische Durch neuen' Kräfte eine weit- | udentum- I )eutsclien Reiches. Diese Maßnahmen sind getroffen worden im Verfolg^ der alten, und innerhalb der von der •Nationalsozialistischen Deutschen V rbeiterpartei ausgebauten Rassentheorien. Sie stellen die Konsequenz einegedanklichen Systems dar. mit dem eine \tiseinandersetz.ung hier in diesen Zeilen weder beabsichtigt noch möglich ist. Sie werden iher insbesondere diktiert von der in weitesten kreisen vertretenen Anschauung, der Jude stelle innerhalb des \\ irtschajtsgefüges einen unproduktiven, parasitären und deshalb der Gesamtwirt- - - ' I •"•-?"'.. schuft -efiädlii heir I yptls dai - c Ii a I I e Ii d e n produktiv en Jude der Vertreter unproduktiven und Im Gegensatz zum Menschen sei de deraffenden und deshalb ii «schöpferischen Kapitals. Führung der Ziele der rehejide \u--( haltung des deutschen inden Wirtschaftsbetrieben des Diese I rkennuiistammt aus einer n^chl sehr gerechten Beurteilung der wirklichen Schichtung der deutschen Jiidenheil. Wie in der Judetiheit der Well, im Osten, in den J iidenzent ren von New'-York und London, in dem neu aufgebauten Palästina. Juden den Weg zur schöpferischen \rl>eii. zur Arbeil der I lande, zu Handwerk und zu Boden gefunden haben, so bemüht sich in Deutschland eine nicht zu übersehende aktive Schicht von jüdischen Menschen, die durch die Lnianzipationsgeschichte der Juden herbeigeführte, unnormale Schichtung allmählich zu ändern. Die Geschichte der Juden hat es mit sich gebracht, dal* die deutschen Juden'leinen besonderen Anteil an kaufmännischen und akademischen Berufen 'haben. Niemand weiß es so gut wie wir. daH die-e Beschränkung in jeder Hinsicht ungesund ist. Sie hat in vielen unserer, Menschen eine Leberschätzuhg des Geistigen, eine Hypertrophie des Gehirns erzeugt und ilmeU die Beziehung zum Instinktiven und Gefühlsmäßigen genommen. Alle -.verantwortungsbewußten Kreise des deutschen Judeiiiuins bemühen sich seit Jahren um die Berujfsumschichtung der deutschen Juden. Sie haben das beste Beispiel an der bestehenden Schiebt der jüdischen Handwerker in Deutschland, die mit hervorragendem Krfolg bemüht sind, den Weg zur schöpferischen Arbeit wiederzufinden, i ' Die Rückkehr zum Handwerk und die Wertschätzung, der Handarbeit das ist für unsere Juden eine notwendige Predigt von heute, die nicht oft genug wiederholt werden kann. Ich glaube. daH die Verstandes mäßigen Versuche, das Problem des Antisemitismus zu einer Lösung zu bringen, gescheitert sind. Ich glaube. daH der W eg nicht über das Gehirn geht, sondern über die Neuscliichtung des deutschen Judentums, und daß die Verständigung eines christlichen Handwerkers mit einem jüdischen Handwerker schneller, besser und tiefer sein wird, als die Ver-

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