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Der jüdische Handwerker · 1933-04-01 · 2 (4.1933) · p. Seite 1

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Journal
Der jüdische Handwerker
Volume
25 (1933)
Issue
2 (4.1933)
Date
1933-04-01
Page
Seite 1 (sequence 1)
Language
German
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EU SW& HÄMPWIiiaK ZEITSCHRIFT FÜR HANDWERK UND G ORGAN DES GESAMTEN JÜDISCHEN MITTEL Herausgegeben vom Zentralverband jüd. Handwerker Deutschlands E Geschäftsstelle: Berlin NO 18, GroDe Frankfurter S V.Sitz r a ß e 80 - 81 Der „Jüdische Handwerker" erscheint zweimonatlich (6 mal jährlich) Bestellungen nimmt der Biko - Verlag. Berlin SW 19. KurstraBe 31 Bezugspreis: vierteljährlich t__RM, jährlich 4. - RM einschließlich Bestellgeld. Einzelnummer £0 Pfg. Anzelgenverwattung: Berlin SW 19, KurslraBe 34-35. Anzeigenpreise auf Antrage. Schluß der Anzeigenannahme am t. jedes Erscheinungsmon •35 entgeg en B i k o -Ver ag ts. XXV JAHRG., Nr. 2 BERLIN, IM BIKO-VERLAG APRIL 1933 INHALT: Wilhelm Marcus 50 Jahre — Das jüdische Handwerk in dieser Zeit (Von Rabb. Dr. Joacrjim Prinz] — Unsere Pflicht! — Meisterjubiläum Paul Goldmann, Hannover — Unterstützt das Handwerk utiä *~ gewerblichen Mittelstand! — Fristlos entlassen! — Rechtsschutz-Abteilung — Aus dem Verbände — Aus unseren Ortsgrippen (Berlin Hamburg) — Jüdisches Leben Wilhelm Marcus so jah Wie hut sich das Gesielt l <ler jüdischen Well geändert. Die Beschaulich keil und Beharrlichkeit der jüdischen Lebensform mußte eines Tages Schiffbruch erleiden, wenn es nicht gelang. Männer zu aktivieren, die von untenherauf die soziale und wirtschaftliche Struktur innerhalb unserer Gemeinschaft zu beeinflussen suchten. Tt Ks ist heute schon Geschichte geworden, dal? gerade aus dein jüdischen Handwerkerstand der Kampf um die Auflockerung des starren jüdischen Wirtschaftssystems aufgenommen wurde, um an seine Stelle das Bekenntnis zur sozial-wirtschaftlichen Gleichheit zu setzen. Die einseitige Berufsschichtung verhinderte in weitesten jüdischen Kreisen das Verständnis für die Lebenswichtigkeit einer gesunden Mittelschicht: in bürgerlicher Bequemlichkeit wähnten sie sich in ihrer Existenz bis an ihr Lebensende gesichert. Der Handwerkerstand wollte diese Bequemlichkeit nicht, weil sie der Feind jeder fortschrittlichen Entwicklung t ist- ■ Er wollte werben und überzeugen, daß die Menschen, die außerhalb einer bestimmten Lebenssphäre wohnen, wenn auch vernachlässigte^ so doch wertvolle Bestandteile unseres Gemeinschaftskörperssind. Heute feiern wir den 50. Geburtstag eines Mannes, der als Vorkämpfer gegen diese Bequemlichkeit und Gedankenträgheit unendlich viel geleistet und damit das jüdisch-soziale Leben stark beeinflußt hat. W ilhelm Marcus entstammt einer altei i gesessenen Handw -erkerfamilie. In. der jücl sehen Handwerker-Organisation, der er 25 Jahre angehört, fand er ein reiches und dankbares Feld zur Betätigung seines sozialen Drang;s. Neben andern gleichgesinnten Freunden focht er.immer in der vordersten Reihe, gegen die Asclienbröde - Stellung des Handwerks. An der Einjdiederung des! Handwerkerstandes in das Gemeindeleben. an der Verwischung der sozialen Gegensätze hat er führend mitgewirkt. Vor 10 Jahren wurde er durch das uneingeschränkte Vertrauen seiner Kollegen an die Spitze des Zentralverbandei jüdischer Handwerker -Deutschlands berufen| Uberall im Reiche verstand er es? durch seint scharfe Dialektik und überzeugende Beweis führung für den Handwerkerstand zu wirken und ihm zahlreiche Freunde zuzuführen." Die Isoliertheit des jüdischen Handwerkerstandes mußte gesprengt werden, er n ußte teilhaben an den Geschicken der Gemeinde Und damit jedes Einzelnen. Die Möglichkeit, diese Aufgabe zu erfüllen, konnte mir innerhalb des Gremiums geschaffen werden, in den ' die Geschicke des Einzelnen gesetzgeberische Kraft erhielten. So wurde Kollege* Marcus als erster Handwerkervertreter im Jahre 1924 in die Re präsentanteftversammlung der Berliner jüdische Gemeinde gewählt. Nicht als Interesse] tvertrete eines bestimmten Standes, sondern als Wortführe zehntausender Gemeindemitglieder foiderte e den Grundpfeiler unserer Lehre J— d e sozial«^ Gerechtigkeit — zum Prinzip zu erheben. Nicht Almosen, sondern Einordnung einer möglichst großen Zahl Proletarier und wankender Mittelstandsexistenzen in das Wirtschaftsleben, Sein erster Antrag in der Repräsentanten- Versammlung war die Bereitstellung von Mitteln zur Schaffung einer Darlehnskasse für produkr

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