Handwerk und Gewerbe
- Journal
- Handwerk und Gewerbe
- Volume
- 9 (1916)
- Issue
- 1. u. 2. September-Heft
- Date
- 1916-09-01
- Page
- Seite 284 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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284 HANDWERK UND GEWERBE schichte ii und fesse öeifiüt dt I »eispiele Für den und Vor pcnuie [Boden Wufgabe nandwf decs-ehie grofje Zahl ungemein reizvoller Jdit ihren, Einfluß auf das .biklsame afskandidaien nicht verfehlen wi rden. •haftliche Bedeutung des Mand.verks Bqsnchen hervorgehoben und lurch nfdeiij die Bedeutung der Produktion e für die Gesamtheit, die.Gewir nung ^Rohmaterialien, und die sich heraus 11 indwerks inj Welthandel usw örde sicherlich da/u beitragen, dein, zubringen, daii seiner auch auf" dem e eine groJie und schöne, berufliche -;i w iirde, wenn er Veranlagung zum ose berufliche Veranlagung in erster gnet sein. ■?.-nila. des Handwerks kairri sich nicht >>-hf:!er|einzuwirken,- sie nin! sicheln die Ii Itern wenden. Wissen den meisten Fällen bei den;■ Knabe zum Handelsberuf angehalten ür diesen vielleicht aar kerne-Negun«r niannj g Knabe s Kaufmai Aber bei den Eltern besteht in Ii dir Handwerker dem Kauf- Ist gfeiepstehe und daß daher der wesen genz mann lassen 1. u. 2. September-Heft tlich höhere Anforderungen an Bildung und Intelliin seinen Mann stellt als von dem Durchschnittskaufverlangt werden. Es gilt also, durch geeignete Aufklärungsarbeit den Elternkreisen eine gerechte Beurteilung und Würdigung des modernen Handwerkerstandes beizubringt n, die keine gesellschaftliche Geringschätzung des Handwerks kennt. Wird das erreicht, so ist damit aber auch gewonnen, daß viele Eltern mehr als bisher geneigt sein verden, ihre Söhne den Handwerkerberuf ergreifen zu tlaß sie einer vorhandenen Anlage des Sohnes zum II! -f ■: \; und min ivr eisen Hier isi maßgeh am ersten und seifigen, u kläruuf Art, d UTU! tech und gesellschaftliche« Gründen Dieses Vorurteil der Elternkreise teil, Jas ja nur aus der durch einseitigen gesenicht- «Entwicklung des Judentums in n "Vorgegangen ist ist eine fcrehungen zur Schaffung eims ger den jüdischen Handwerkerstand. den.Jüdischen Kreisen bestellt ist uv und mir ein schlechter Tros n demselben -Maße,' ja viel- . auch in den besser gestellten Volksgenossen vorhanden ist. dt, die für unsere Bestrebungen vielleicht wäre dieses Vorurteil isten zu bekämpfen und zij bech eine geeignete Art von Auf-, tten Elterhk eisen einen richtigen Betriff vor der r volkswirtschaftlichen Bedeutung und dem gesellhen. Wert lies «loderneh Handwerkjs beibringen i >en»i [eöes Verurteilknüpft sich immer noch an ■teü'mgi n des alten,, primitiven Handwerks, d2is im uster verkörpert ist. das heute längst überwunden rch ej:! Handwerk ersetzt ist, das sich in regster her imdgeschäftlicher Erweiterung und Entwicklung befindet und nach dieser Hinsicht die unmittelbare Vorstufe der fabrikmäßigen Industrie ist, mit der sie zweifellos auf derselben gesellschaftlichen Stufe steht. Das-Han.Iwerk, ist..da erbe der produktiven Arbeit und erfordert Intel! genz, Geschicklichkeit, -fachliche Ausbildung und Liebe, zum Ben:; h demselben .Walle wfe nur irgend ein anderes Gebi :t beruflicher und gewerblicher Tätigkeit, G;und genug, ihm iie \. olle 'ieseüschafiliche Gleichstellung mit jenerfi zuzuerkennen. Was fachliche Schulung und persönliche Geschic dichkeit. anbetfifft, unterscheidet sich der -moderne ,^ian( werker unzweifelhaft stlir zum Vorteil von vielen nur händ Jahreh als sind. erisch bzw. kaufmännisch Berufstätigen, die nach! zwei einer eben usgeJernt" au Dem Hand kurzen wie problematischen Lehrzeit Geschäftsleben losgelassen worden L'hrlingi wird das Auslernen 'nicht 60 leicht gemacht; sein Beruf stellt höhere Anforderungen an -5<iine Ausbildung und scir\ persönliches Können, und mit diesem erhebt"er sich intellektuell dann zweifellos über den pandlungskommis. Das soll keine Ueberhebung sein, sondern nur als Beweis dafür gelten, wie unberechtigt es ist, jyenn immer noch von Seiten vieler Eltern mit einer Art Geringschätzung vom Handwerk gesprochen wird, wenn sie dieses nicht als voll neben dem kaufmännischen Beruf gelten lassen wollen, ohne zu wissen, dal) das Handwerk Handwerk mehr Rechnung tragen als bisher und sich nicht mehr an vermeintlichen „gesellschaftlichen Rücksichten" stoße}, die in so vielen Fällen dem jungen Berufskandidaten das E greifen des Handwerkerberufes verwehrten. Freilich wird von ausschlaggebender Bedeutung für die Eltern hinsichtlich ihrer Stellungnahme zu den Berufsneigu.i gen ihrer Söhne immer die Frage sein, welche Existenzaussiel iten das Handwerk bietet. Nach dieser Hinsicht kann nllen I Ekern die Versicherung gegeben werden, daß der gut mnl intelligent geleitete Handwerksbetrieb seinen Mann gerade so gut nährt, wie irgend ein anderes Geschäft, daß aber der der persönlicher Initiative, Tatkraft und Unternehmimgsgabe ein weiterer Spielraum gelassen ist, als in den ineisten Fällen der kaufmännischen Berufstätigkeit. W issel wir doch, daß zahlreiche unserer heutigen Großindustriellen ihre Laufbahn als Handwerksmeister begonnen haben oder dal» sie, wenn sie auch nicht mehr selbst Handwerker sind oder waren, so doch ihrer Herkunft nach aus Handv erkskreisen stammen, wie es ja schließlich auch bei dun größten deutschen Industriellen, bei den Krupps, der fall isi. Nun wird ja keinesfalls jeder Handwerksmeister das Zi ug zu einem Krupp in sich tragen, wohl aber findet er in seinem Stande ein Feld, auf dem sich persönliche Tüchtigkeit noch immer erfolgreich betätigen kann,] auf dem ein et folgreicher wirtschaftlicher Aufstieg aus kleinen Anfänge! zu einem ansehnlichen Betriebe möglich ist Diese Erscheinung ist auch in den Kreisen des jüdischen Handwerker Standes erfreulicherweise zu verzeichnen. Es kann daher mit gutem Gewissen gesagt werden, daß der jüdische Junge Mann, der mit der Gabe persönlicher Geschicklichkeit, nit technischem Talent und mit Unternehmungsgabe versehen ist, im Handwerk vielleicht ein günstigeres Feld zur Verwertung und Betätigung dieser Fähigkeiten finden wird, als etwa im kaufmännischen Beruf. Das Handwerk ist beute in gewerblicher, technischer und ebenso auch kaufmännischer Hinsicht in erfreulicher Entwicklung begriffen, die gute Aussichten für die Zukunft verspricht. In einem weiteren Artikel wollen wir weitere Vorschläge zur Lösung der Lehrlingsfrage unterbreiten. Hai W hohe L dwerk und Handwerker in judischer Auffassung. ' e aus den Dämmertagen der biblischen Vorzeit das . ied der Liebe hinaufklingt in das helle Licht der Gegenwart, so klinget mit diesem, wenn auch nicht in festgeforrr^er_dichterischer Gestalt herauf ein anderes Lied, das hohe Lied menschlichen Schaffens, das Adelslied der Arbeit, das hohe Lied des Handwerks. Während .bei den sogenannten klassischen Völkern des Altertums die Arbeit, das Handwerk im allgemeinen als verächtlich, den Menschen entwürdigend betrachtet, den als Tieren gleichgeachteten Sklaven überwiesen wurde, hat einzig und allein die Bibel eine knappe Chronik der Arbeit nach ihrer Entstehung aufgestellt und sie damit von den dortigen an als einen historisch wichtigen Faktor hingestellt, sie gewissermaßen geadelt und den Bekennern des Judentums als zur Betätigung ihrer Daseinsaufgabe in erster Linie zur Pflicht gemacht Von