Handwerk und Gewerbe
- Journal
- Handwerk und Gewerbe
- Volume
- 9 (1916)
- Issue
- 1. u. 2. August-Heft
- Date
- 1916-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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1. u. 2. August-Heft HANDWERK UND GEWERBE 275 anders dagegen in den von uns besetzten Teilen Westrußlands, wo die Juden in den Städten durchschnittlich 40 Proz. der Bevölkerung ausmachen und auf Handarbeit angewiesen sind. Man wird dort auch an die Errichtung jüdischer Ackerbaukolonien gehen müssen, um einer Ueberfüllung der Städte und der ausschließlichen Zusammenhäufung der Juden in ihnen zu begegren. Natürlich bedarf es dazu erst einer sorgfältigen landwirtschaftlichen Erziehung der dafür in Betracht kommenden Familien. Wo aber eine solche vorangegangen ist, haben sicn die Juden selbst unter schwierigen Verhältnissen als fleißige und erfolgreiche Acker- und Gartenbauer wie - auch Viehzüchter erwiesen. Auch die neuesten Ackerbaukolonien in Palastina haben das erneut bewiesen. Mit stärkerer Betätigung — namentlich in den Freiluftgewerben - wird aber auch die körperliche Beschaffenheit, Gesundheit, Körperkraft und Leistungsfähigkeit der heute in der Heimarbeit vielfach verkümmernden jüdischen Bevölkerung Polens eine Hebung erfahren. Und „in einem gesunden Körper steckt ein gesunder Geist". Man schaffe nur die Schranken fort, welche sich der jüdischen Handarbeit in den Weg stellen und man kann sicher sein, sie wird es nicht an sich fehlen lassen! ft$0<i&Oi84ii!SPS^^ •} n •5 l« 5iC|Ci'iaiCii'!i''0'ffl'Cli'i3 Vcrbandsnachrichtcn. t: Verbandsvorstandssitzung am 4. Juli 1916. Tages-Ordnung: 1. Aufsetzen eines Zirkulars zum Versand an Vereine und Stiftungen zur Förderung des Handwerks unter den Juden zwecks Beitritt zum Verband. 2. Antrag Louis Goldberg-Köln um Aufnahne in den Verband. 3. Verlesung des Protokolls der letzten Versammlung des Kölner Brudervereins. 4. Verschiedenes. 5. Besprechung über das Lehrlingswesen. 6. Antrag Hamburg: Anläßlich des 10 jährigen Bestehens des Hamburger Vereins einen außerordentlichen Verbandstag im November d. J. in Hamburg abzuhalten. Als Beratungsgegenstände werden vorgeschlagen: 1. Wie erziehen wir dem jüdischen Handwerk richtigen Nachwuchs. Lehrlingsfrage. _ *»• 2. Die Gründung von Lehrlingsheimen. 3. Das Handwerk unter den Juden in und nach dem Kriege. Bericht. Der Verbandsvorsitzende J. Löwenstein eröffnete mit herzlichen Begrüßungsworten um l«/2 9Uhr die Sitzung. Anwesend waren Bernh. Heinemann-Hamburg, Louis Wolff- Berlin, Max Silberberg-Berlin. Vor Eintritt in die Tagesordnung dankte Kollege Hein,emann für die ihm anläßlich seines 25 jährigen üeschäftsjubiläums dargebrachten Glückwünsche. - Zu Punkt I der Tagesordnung beantragte Kollege Heinemanu unter Bezugnahme auf den Kölner Verbandstag vom 18. Mai 1913 die angeschlossenen Brudervereine zu ersuchen, diejenigen Vereine namentlich anzugeben, die sich die Förderung des Handwerks unter den Juden zur Aufgabe machten. - Die angeschlossenen Brudervereine sollen aufgefordert werden, sich die Mitgliedschaft in diesen Vereinen zu erwerben, damit so den jüdischen Handwerkern Gelegenheit geboten würde, die Beschlüsse dieser Vereine in für sie günstiger Weise zu beeinflussen, damit die in den Vereinen aufgespeicherten Kapitalien zum Nutzen des Handwerks unter den Juden Verwendung fänden. Der Antrag wurde einstimmig angenommen. Zu Punkt 2. Dem Kölner Bruderyereüi wird aufgegeben, den Kollegen Goldberg unter Zugrundelegung des stattgehabten Briefwechsels zu ersuchen] wieder Mitglied des Kölner Vereins zu werden. Zu Punkt 3. Das Protokoll de$ Kölner Vereins vom 11.6. 1916 wurde zur Verlesung gebracht. Zu Punkt 4. Kollege Heinemann regte an, die jüdischen Zeitungen ganz besonders für unsere Ziele zn interessieren und das Protokoll der Sitzung den Zeitungen zwecks Aufnahme zuzustellen. Die Anregung fand allseitigen Beifall und wird ausgeführt werden. Zu Punkt 5. Kollege Heinemann beantragt, daß im Verbandsblatt demnächst ein Artikel erscheinen soll, der sich mit dem Lehrlingswesen in seiner praktischen Ausführung beschäftigt. — Der Antrag wurde angenommen. Es wurde ferner angeregt, die Lehrlingsfrage insbesondere den Lehrern ans Herz zu legen, damit diese schon in der Schule ihre Zöglinge auf die Vorteile! aufmerksam machten, die das Handwerk ihnen für das fernere Leben böte. Zu Punkt 6. Der Antrag wurde angenommen. ■ Die NJSRAEL lSfiandautritr. 16 Berlin C! Königstr.lJ—14 Wd'schei-1- A usstattungen von einfacher bis zu elegantester Ausfuhrung Anfertigung in eigenen V(ferkstätten tinnc Achtung i Ständige, große Aussteifung fertig sin" gerichteter Zimmer Neues ^föbsJ-Haus 4 Stockwerke Möhe) — ProtSsUtraße