Handwerk und Gewerbe
- Journal
- Handwerk und Gewerbe
- Volume
- 9 (1916)
- Issue
- 1. u. 2. August-Heft
- Date
- 1916-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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276 HANDWERK UND GEWERBE 1. u. 2. August-Heft jjangeschlossenen Brudervereine sollen angewiesen" werden sich für diesen außerordentlichen Verbandstag zu interessieren, Material dafür zusammenzustellen und die Redner für die einzelnen sachgemäßen Fragen zu nennen. Als Beratungsgegenstände werden vorgeschlagen: ■ l.-Wie erziehen wir dem Handwerk unter den Juden den richtigen Nachwuchs (Lehrlingsfrage). . 2. Die Gründung von Lehrlrngsheimen. 3. Das Handwerk unter den Juden in und nach dem Kriege. Der Verbandsvorsitzende schloß mit Worten des Dankes an die Erschienenen, die Sitzung um 11 Uhr. J. Löwen stein, Vorsitzender. L MMfrgi'gNSigcps &%rliC'H,?^ur.»CMl7.i'ffiMlrl.tehsri>ciM&^a|MTi'ff l m Aus den Vereinen, w I •i «OffiOuTiOOCOCOCn^^^^ Verein selbständiger Handwerker jüdischen Glaubensazu*Berlin. Geschäftsstelle: Max Silberberjj, II. Vorsitzender, Berlin C, » An der Spandauer Brücke 6. Amt Norden 9601. PostscIteCk- Konto: Berlin- Nr. 1724»1. £ Montag, den 14. August, abends 9 Uhr Mitglieder» Versammlung bei Neumann, Hackescher Hof, Rosenthaler Str. 40-41 Tagesordnung: 1. Verlesung des Protokolls. 2. Aufnahme neuer Mitglieder. 3. Geschäftliches. 4. Bericht über das Ergebnis der Veranstaltung am 23. Juli. 5. Besprechung über Handwerkerfragen. 6. Allgemeines. Zahlreiches Erscheinen erwünscht Der Vorstand. i.V.: Max Silberberg, II. Vors., a.d. Spandauer Brücke' 6. Montag* den 21. August i Besichtigung der Sternwarte inTreptow Treffpunkt 3 Uhr am Haupteingang Bahnhof Alexanderplatz Wir laden unsere Mitglieder hierzu freundlichst ein und bitten um rege Beteiligung. Der Vorstand. Für den Familienunterstützungsfonds sind eingegangen: Transport . 4571,15 Mk. J. Riesensohn . . '....... 1,— „ L. Riesensohn . . . ..... 5,— „ Sammelbüchse......... 8,50 „ Dr. L. Halle.......... 2,20 „ L. Kaphan........... 1,60 „ Dr. Arenstein........ . 3,— „ Baumeister jacobowitz..... 3,— „ Apotheker Jacobowitz . . 3,— „ Summa 4598,45 Mk. I. A.: J. Löwenstein. Spenden - Liste S. Seckelsohn..........10, - Mk. Daniel.............. 10.— „ Der Vorstand. Bericht der Versammlung vom 10. Juli 1916. Herr Silberberg eröffnete um % 9 Uhr die gut besuchte Versammlung. 1. Verlesung des Protokolls. Der Schriftführer verlas das Protokoll der letzten Sitzung. Einwendungen gegen die Fassung wurden nicht erhoben. Dps Protokoll wurde genehmigt. Zu Punkt 2 und 3 der Tagesordnung lag nichts von Bedeutung vor. , 4. Berich t über unsere Sommerve ran staltung, Sonntag,, den 23. Juli a. c. Herr Silberberg gab Auskunft über das gewählte Lokal und über die einzelnen Punkte der Veranstaltung und gab der Hoffnung Ausdruck, daß bei schönem Wetter ein erheblicher Ueberschuß dem Kriegshilfsfonds zugeführt werden dürfte. .5. Fortsetzung der Diskussion über das Lehrlingswesen und das Handwerk in und nach dem Kriege. Einleitend gab der Vorsitzende einen kurzen Ueberblick über die bisherige Aussprache und empfahl, sich nicht ins Unendliche zu ergehen, sondern sich möglichst an das augenblicklich Erreichbare zu halten. Nur so könne die Debatte zu greifbaren Lehren und guten Erfolgen führen. Um einen guten Nachwuchs zu bekommen, müsse vor allem darauf geachtet werden, daß Knaben bei Meistern untergebracht werden, die die Befähigung haben, aus ihnen tüchtige Gehilfen zu machen. Schon in der Schule müsse die Liebe zum handwerklichen Beruf geweckt werden. Auch die Eltern müßten in Wort und Schrift auf die großen Vorteile hingewiesen werden, die ihren Kindern durch Ergreifung dieser Berufe erwachsen.. Fast in jedem Menschen zeige sich der Trieb, in späterer Zeit, auf eigenen f üllen zu stehen. Das dazu benötigte Kapital werden aber nur die wenigsten aufzubringen vermögen. Um wie viel leichter.wird es nun dem Handwerker, dessen Kapital zumeist in seiner Person liegt. Für seine Selbständigmachung reichen zumeist die von ihm während seiner Gehilfenzeit gemachten Ersparnisse aus. Allerdings müsse er auch kaufmännisch geschult sein. Wenn die Eltern des Mitteilt nd kleineren Standes ihren Kindern eine gesicherte Zukunft schaffen wollen, so könne ihnen die Zuführung ihrer Kinder zu den handwerklichen Berufen nicht warm genug empfohlen werden. Eine guteSchulbildung ist auch hierürundbedingung. Man dürfe keineswegs vom Standpunkt ausgehen, daß zur Ergreifung des handwerklichen Berufes mangelhafte Kenntnisse oder sonstige Untüchtigkeit ausreiche. Nur insoweit, solche Handwerker maschinenmäßige Arbeiten zu verrichten haben, werden sie in diesen Berufen unterkommen. Aber die Ansprüche auf sonstige Vorteile werden sie nie erheben dürfen. In der sich an diese Ausführungen anschließenden regen Debatte wurde noch ganz besonders betont, daß den Eltern angemessene Kostgelder bewilligt werden sollen, damit es ihnen auch möglich wird, ihre Kinder Handwerker werden zu lassen. 6. A11 g e tri e i n e s. Es wird beschlossen, auch in den Sommermonaten Mitglieder-Versammlungen abzuhalten. Zwanglose Zusammenkünfte. Unsere Mitglieder treffen sich jeden Sonnabendabend in Dobrin's Konditorei, Spandauer Brücke 7. Am 23. Juli a. c. veranstalteten wir unter Mitwirkung des uns befreundeten Gesang-Vereins „Tonkunst" ein größeres Sommerfest im Gesellschaftshaus in Niederschönhausen. Der. große, schön gelegene parkartige Garten war überfüllt und annähernd 1500 Personen nahmen an der Veranstaltung bei herrlichstem Wetter teil. Das vom Kapellmeiser Max Schmerl zusammengestellte Orchester brachte passend gewählte, leichte' Musik zu Gehör, und die Vorträge des Gesang-Vereins „Tonkunst" unter der bewährten Leitung von James Rothstein fanden ungeteilten Beifall-. Auch Fräulein Feder entzückte wie immer mit ihren Rezitationen die Zuhörer und der urbayerische Komiker Liebermann entfachte durch seinen Humor brausende Beifallsstürme. Auch die Kleinen kamen auf ihre Rechnung, der von Herrn Löwenstein in den Abendstunden geführte Fackelzug entwickelte sich zu einer spontanen vaterländischen Huldigung für Kaiser und Reich.