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Handwerk und Gewerbe · 1916-07-01 · 1. u. 2. Juli-Heft · p. [Seite]

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Journal
Handwerk und Gewerbe
Volume
9 (1916)
Issue
1. u. 2. Juli-Heft
Date
1916-07-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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1. a. 2. Juli-Heft günst wir richten. dal Aus die HANDWERK UND GEWERBE zum Lebensunterhalt der Familie beisteuert, je mehr der Junge verpient, desto auskömmlicher lebt alsdann die Familie. In zweiter Linie kommt in Betracht, daß der Junge eine jjthrige Lehrzeit durchzumachen hat, was wiederum viele EIt:rn davon abhält, die Knaben dem Handwerk zuzuführen, wofcu mancher dieser Knaben Lust und Liebe hätte, jedoch die soziale Lage der Eltern dies nicht zu und so hilft derjjunge hierdurch das Heer der ungelernten Arbeiter ver- Anders ist es wohl in der Kleinstadt, wo der Lehrling beim Meister in Kost und Logis ist, wodurch igere Verhältnisse obwalten mögen. Wie begegnen nun am besten dieser Kalamität? In erster Linie haben wir unser Augenmerktdarauf zu en, daß wir unseren Nachwuchs aus solchen Kreisen erhalten, wo die Eltern nicht direkt darauf angewiesen sind, die Knaben zum Unterhalt der Familie beisteuern müssen, den Kreisen des sogenannten Mittelstandes müssen sich unsere Lehrlinge rekrutieren. Zweitens müssen wir uns dazu verstehen, den Lehrlingen kleine Teuerungs-Zulagen zu gewähren, welche in dieser Zeit wohl angebracht sind. Ich glaube wohl annehmen zu können, daß die meisten unserer Mitglieder (welche doch.deni Kleingewerbe angehören) darauf angewiesen sind, mit Lehrlingen zu arbeiten, um dadurch einen Ausgleich mit dem Großbetriebe einigermaßen herbeizuführen. Da es immer schwieriger wird, den passenden Lehrlings? Nathwuchs zu erhalten, anderseits nicht alle in der Lage, sind, die hohen wohl berechtigten Gehilfen-Löhne aus ihren Betrieben herauszuwirtschaften, so ist es ganz natürlich, daß Lehrlingsfrage dasjenige Thema ist, das nicht oft genug uns erörtert werden kann. vor? Der Referent verliest hierauf einen Bericht des Herrn J. Löwenstein über die Lehrlingsfrage, dessen gediegener In! alt allen Mitgliedern bekannt gegeben werden mülite. Die Versammlung stimmte diesen Thesen zu und besonders Herr ßaruch sprach demReferenten seinen Dank dafür aus, daß er gerade die soziale Frage seinen Thesen zugrunde gelebt hälte. Er verwies insbesondere auf die möglichst weitgehende Ur terstützung des Mutter- und Säuglingsschutzes seitens Jes Hsndwerkerstandes;denn nurgesundes und kräftiges Menschenmaterial dürfte dem werktätigen Stande zugeführt werden. Di; Kommunen müßten durch vollständige Freigabe von Schulbüchern den Eltern selbst helfend unter die Arme greifen und diesen die Kosten hierfür nach Möglichkeit abnehmen. Die von Herrn Baruch hierzu gestellten Anträge werden nach Schluß der Diskussion zur Verlesung gelangen. H« rr Dr. Halle und Herr Jacoby sprachen über das Lehrlings; wesen im Allgemeinen. Ersterer erbat Auskunft über die Unterbringung von jüdischen Waisenkindern als Lehrlinge be jüdischen Meistern. Herr Löwenstein erteilte diese Aiskunft an der Hand seiner langjährigen Erfahrung auf diesem Gebiete. Herr Louis Wolff hielt einen fesselnden und erschöpfenden Vortrag über das gesamte Handwerks wesen und wies insbesondere darauf hin, daß es jetzt die erste Pflicht des Vorstandes wäre, diejenigen Korporationen ::nd Vereine mit unseren Bestrebungen bekannt zu machen, die es sich zur Aufgabe gemacht hätten, das Handwerk unter den deutschen Juien zu fördern. Gerade diese Vereine, die in großer Zahl sieh über das Deutsche Reich erstreckten, hätten bedeutende Kapitalien angesammelt und könnten der jüdischen Handwerkerbewegung fördernd unter die Arme greifen. Auch seine weiteren Fingerzeige zwecks Ausbau der Organisation des Zentralverbandes sind mehr wie beachtenswert und in jeier Weise zweckentsprechend. Herr Call mann sprach über die Schaffung von Lieferungsverbänden innerhalb der einzelnen Berufsklassen und seine Ausführungen gipfeln in dem unbedingten Zusammenschluß zu einer starken Organisation nach außen hin, um so dem Einzelnen unter den Meistern auch die Vorteile zu sichern, die die Industrie sich Dank ihrer Rührigkeit bereits gesichert hätte. Da die Zeit bereits stark vorgerückt ist, wird die Debatte abgebrochen. Die Versammlung erklärt sich damit einver- 269 stände: stattfinld beschä H fall dem ca. 840 i, dal; im Monat Juli noch eine Mitgliederversammlung en soll, die sich weiter mit den vorliegenden Fragen ftigen wird. ' err Silberberg berichtet noch über den am Himmelje stattgehabten Ausflug jund gibt noch bekannt, daß milien-L'nterstützungsfonds aus freiwilligen Spenden Mk. zugeführt sind. Uleber die Feier des 25 jährigen Geschäftsjubiläums des Herrn Bernhard Heinemann, Haniburg gibt Herr Louis Wolff, der an dieser Feier persönlich teilgenommen hat, einen kurzen Berich). Schluß 12 Uhr. irtst ig f ar Felix Emil Thcodk Direkt Richar Schini J. Riel II N. J. H Gustav Albert R. Kay Schlesinger 10, ' lohn . . 3, >r RoscnstockiO, •rDKMindenSO, I Semmel 20, k . .. , inc Rabbiner Königsberg». Leopo Louis Paul J Leopo A. Bit 0 Spenden-Liste Mk. Jenny Friedländer 3, Mk. 5, 20, 3, 2<y 5, 10. 5, 3, 20, 4, 2, chler . . . Jeremias . Her/ . . . ser . . . . Dr. B. m . \ Direktbr E. Heinemann .... 100, d Hirschberg 3, 5, 50, 15, 10, M ix Ginsberg 50, iadt iidel . . dBadt . ichröder . b. H. in 20, 100, 5, 5, 10,- Dr. f Ed. S Gebr. Dr. Gl J. Col Mediz hau Gebrüp Louis A Dank., Der Vorstand des Vereins seihständiger Handwerker jüd. Glaubens zu Berlin. i.V.: Max Silberberg, II. Vorsitzender An der Spanttauer Brüeke 6. Cassirer, Arons . . ück . . . in ... . n. Waren- A. G. . . er Ascher 20,- Frank . . 20, N. N. Justizrat Dr. E. Abrahamsohn fieorg Aron . Rabbiner Dr. J. Bleichrode . |. Beer ..... 3, M. Jablonski . . 2,-1- ' I). Flach .... 3, S. Elsbach ... 3,; .Justizrat Dorn . . 10, N.N......10,« Max Frank . . . 50, Isidor Grohn . . 10, Dir. Dr. Gutmann 5, (',. Schönlicht . . 5, GeheimratPröf.Dr. Schwalbe ... 5, Josef Schwarz . . 2:— S. S. ..... . .10, Louis Paderstcin . . 10, Paul Mosse ... 10, Plotke . . . . .-5, A.B.......20, Max Simon . . . 20,— Heinr. Simmenauer 3, Frau A. Herzfeld 10,— Frau Th erese Lan d i 3, Norbert Levy . . 20, Prof. Dr. Gabriel, Geh. Reg.-R. . 10, - len Spendern sagen wir hierdurch unseren herzlichsten Verein selbständiger jüdischer Handwerker u ul Gewerbetreibender zu Hamburg. Q vsc Oi SS2 äftsstelle: Weklenallee 38/40. Fernsprecher: Gruppe V, Hankkonto: VolUbank unter Bhd. Heinemann. Bericht der Versammlung vom 19. Juni 1916. Monatsversammlung am 19.Juni im Logenheim, Hartungstraße. Der Vorsitzende Herr Bhd. Heinemann eröffnete die schwach besuchte Versammlung und bestellte, da der Schriftführer Herr Benjamin nicht anwesend war, das. Vorstandsmitglied Herrn Ph. Wolff als Schriftführer für diesen Abend. Vom Vorstand waren vertreten die Herren Blatt, Coßen, Heineinann, Nissensohn und Wolff. Der Vorsitzende begrüßte die Erschienenen insbesondere unser Mitglied und Bundesgenossen Herrn Singer, der auf Urlaub anwesend war. Vor Eröffnung der Tagesordnung drückte Herr Bhd. Heinemann seinen Dank aus für das ihm

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